„Gott sei Dank für die gelungene Sanierung“

Ein Jahr dauerte die Generalsanierung der St. Gallus Kirche in Sigmarszell, bei welcher unter anderem die verrußte und rissige Raumschale überarbeitet wurde. FOTO: VIBE
Nach knapp einem Jahr ist die Generalsanierung der Kirche St. Gallus in Sigmarszell abgeschlossen. Obwohl es bei den Arbeiten die eine oder andere Hürde zu bewältigen gab, sind die Verantwortlichen nun sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Von Viktoria Benz

SIGMARSZELL - „Gott sei Dank für die gelungene Sanierung“, sagt Kirchenpfleger Christian Kern beim Dankgottesdienst Ende November in Sigmarszell, der anlässlich der erfolgreich abgeschlossenen Instandsetzungsarbeiten an der St. Gallus Kirche gefeiert wurde. Auch Architekt Andreas Pawle ist zufrieden, der trotz der „unvollständigen Voruntersuchungen und Kostenermittlung" die weitere Planung mit Bauleitung der Kirche übernahm und die Arbeiten nach einem Jahr Bauzeit zuverlässig zum Abschluss brachte. „Die Handwerker waren ein Glücksgriff, aber auch die Zusammenarbeit mit Pfarrer Antoni Latawiec hat einwandfrei funktioniert. Er war die treibende Kraft und der Optimist unter uns.“

„Pfarrer Antoni Latawiec war die treibende Kraft“

Rund vier Jahre, nachdem die Instandsetzung der St. Gallus Kirche von der Diözese Augsburg genehmigt wurde, dauerte die Planungs- und Finanzierungsphase, in der es die ersten Hürden zu bewältigen gab. Erschwerend sei zum einen der Wechsel von drei Pfarrern gewesen und zum anderen die fast komplette Neubesetzung der Kirchenverwaltung. Hinzu kam eine anfangs falsche Budgetierung der anstehenden Arbeiten, die schlussendlich auf ganze 850 000 Euro korrigiert wurde. Die Diözese Augsburg konnte dem Vorhaben 602 000 Euro aus Kirchensteuermitteln beisteuern. Die Pfarrgemeinde musste selbst 248 000 Euro investieren, die sie mit Rücklagen, Spenden, Zuschüssen und einer finanziellen Unterstüzung der Gemeinde Sigmarszell in Höhe von 85 000 Euro leisten konnte.
     
Der marode Dachstuhl führte dazu, dass sich Holzverbindungen lösten und sich das Mauerwerk der Kirche verschob. FOTO: PAWLE ARCHITEKTEN
Der marode Dachstuhl führte dazu, dass sich Holzverbindungen lösten und sich das Mauerwerk der Kirche verschob. FOTO: PAWLE ARCHITEKTEN
Ein Viertel der Gesamtsumme machten die Arbeiten am maroden Dachstuhl aus, die Ende vergangenen Jahres begonnen und wegen der dort lebenden Fledermäuse bis April abgeschlossen sein mussten. „Die Innenkonstruktion war massiv von Schädlingen befallen. Dadurch hatten sich die Holzverbindungen aufgelöst, was zu einer Verschiebung des Dachstuhls führte. Um das Mauerwerk auf lange Zeit zu stabilisieren, haben wir eine Stahlkonstruktion eingebaut“, sagt Architekt Andreas Pawle, der inzwischen Fachexperte in der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude ist. Neben des jüngst abgeschlossenen Projekts in Sigmarszell ist er derzeit für die Instandsetzung von neun Kirchen und weiteren historischen Stadthäusern und kommunalen Gebäuden verantwortlich.
    
Die Gemälde wurden sorgfältig gesäubert. FOTOS:VIBE, PAWLE
Die Gemälde wurden sorgfältig gesäubert. FOTOS:VIBE, PAWLE
Im Innenbereich wurde die komplette Raumschale überarbeitet. „Durch das Beheizen der Kirche waren die Oberflächen stark verrußt, die Decken sogar rissig“, erinnert sich Bauleiter Pawle. Auf der Turmseite im Chor und im Schiff mussten außerdem wegen eines Wasserschadens einige Flächen neu verputzt werden. Ganze neun Kalklasuranstriche waren im Anschluss nötig, um den Zustand der Decken und Wände wiederherzustellen. Hierfür wurde eine Kalklasurtechnik angewandt. Parallel dazu wurden die Deckengemälde, die Altare und die Kanzel sorgfältig gereinigt. Die Säuberung der Kunstgegenstände hingegen erfolgte im ehemaligen Schulhaus. Des Weiteren wurden die Holztüren, das Missionskreuz und eine Nische für die Mariastatue überarbeitet. An den Fenstern wurden zusätzliche Windeisen und neue Kondensatrinnen eingebaut. Zerstörte Gläser erneuert. Eine etwas aufwendigere Herausforderung stellte die Erneuerung der Elektroinstallation dar. „Der Denkmalschutz forderte, dass diese nur in vorhandenen Trassen verlegt verlegt werden dürfen, was nicht so einfach zu bewerkstelligen war.“
    
Architekt Andreas Pawle ist zufrieden mit den abgeschlossenen Arbeiten an der St. Gallus Kirche in Sigmarszell, für die er ein Jahr lang verantwortlich war. FOTOS: VIBE
Architekt Andreas Pawle ist zufrieden mit den abgeschlossenen Arbeiten an der St. Gallus Kirche in Sigmarszell, für die er ein Jahr lang verantwortlich war. FOTOS: VIBE
Im Außenbereich werden die Arbeiten am neuen Anstrich der Fassade sichtbar, die zuvor von Algen und Moos befreit und an einigen Stellen neu verputzt werden musste. Ferner erhielt das neu sanierte Dach ein neues Entwässerungssystem sowie einen neuen Blitzschutz. Das Turmdach hingegen war in einem guten Zustand und musste nicht erneuert werden.