Hohes Engagement für das Gemeinwohl

Gespräch ist gut für Jung und Alt. FOTO: DPA/RAINER BERG
Am 5. Dezember findet der Internationale Tag des Ehrenamtes statt. Das Ziel des Gedenk- und Aktionstages ist die Anerkennung und Förderung ehrenamtlichen Engagements.

BIBERACH - Der Tag wurde 1985 von den Vereinten Nationen (UN) beschlossen und fand 1986 erstmals international statt. Er ersetzte damit den zuvor in Deutschland am 2. Dezember begangenen Tag des Ehrenamts. Am Internationalen Tag des Ehrenamtes wird in Deutschland der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an besonders engagierte Personen vergeben. Generell ist das Ehrenamt von großer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für das Funktionieren des Gemeinwesens.

Den größten Teil ehrenamtlichen Engagements in Deutschland stemmen die meisten Menschen nach wie vor unentgeltlich – von meist kleinen Aufwandsentschädigungen, Fahrtkostenübernahmen, steuerlichen Vergünstigungen oder geldwerten Leistungen einmal abgesehen. Schätzungen des Statistischen Bundesamtes und des Freiwilligensurveys des Deutschen Zentrums fürs Altersfragen zufolge engagieren sich derzeit in Deutschland etwa 15 bis 30 Millionen Menschen für das Allgemeinwohl.

Beide Quellen sind sich darin einig, dass sich die Mehrheit der Deutschen für Kinder und Jugendliche stark macht. Gut ein Viertel der Ehrenamtler sind für diesen Sektor tätig, gefolgt vom Engagement für lokale Angelegenheiten, die Kirche, Sport und Freizeit, Soziales, Senioren sowie Umwelt und Tierschutz.

Als Hilfsorganisation und Wohlfahrtsverband fördert der ASB Region Orsenhausen-Biberach die ehrenamtlich Arbeit und übernimmt mit seinen Dienstleistungen soziale Verantwortung für die Bevölkerung im Landkreis Biberach. Der Mensch steht dabei absolut im Fokus.

Die Stiftung Mariaberg bei Gammertingen auf der Schwäbischen Alb wurde 1847 gegründet und ist eine der ältesten Komplexeinrichtungen in Deutschland für Menschen mit Behinderung und sozialer Benachteiligung vom Kindes- bis zum Seniorenalter. Das Angebot reicht vom Wohnen über Schulunterricht bis zur Beschäftigung in Werkstätten. Mit rund 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut Mariaberg über 3000 Menschen. In Mariaberg wird allen Menschen unabhängig von der Schwere der Behinderung Hilfe und Förderung angeboten.

Bei den kirchlichen Organisationen Diakonie und Caritas sind ebenfalls sehr viele Menschen ehrenamtlich unterwegs und im Einsatz, um anderen bedürftigen Menschen zu helfen oder sie im Alltag zu unterstützen und zu begleiten. Das reicht von einfachen Dingen bis zum Gespräch.

Das Ehrenamt ist gefragt

Der Weltladen In Biberach. FOTOS: PRIVAT
Der Weltladen In Biberach. FOTOS: PRIVAT
Die Ehrenamtsakademie in Biberach ist ein Angebot für alle bürgerschaftlich Engagierten, sich zu informieren, fortzubilden und zu qualifizieren. Zudem kann diese Plattform Austausch und Begegnung sowie neue Kontakte ermöglichen.

BIBERACH - Über die Ehrenamtsakademie können Kooperationen der Stadt mit Bildungsträgern, Vereinen und Initiativen zustande kommen. Die Angebote werden finanziell von der Stadt Biberach unterstützt und sind damit eine Anerkennung für das jeweilige Ehrenamt. Die Biberacher Ehrenamtsakademie wird im Jahr 2019 durch das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes BadenWürttemberg unterstützt.

Organisationen, Vereine und Initiativen können beim Ehrenamtsbeauftragten für geplante und für alle Interessierten offene Weiterbildungsangebote einen Zuschuss für die Referentenkosten erhalten. Dazu muss die Weiterbildung in das Kurssystem der Ehrenamtsakademie aufgenommen werden. Alle Informationen unter: www.biberach-riss.de/ehrenamtsakademie.

Für in Biberach ehrenamtlich aktive Menschen hat der Gemeinderat zahlreiche Vergünstigungen beschlossen. So können Inhaber des Stadtpasses beispielsweise bei Veranstaltungen des Kulturamts oder bei Kursen der Volkshochschule Rabatte erhalten. Auch die Einzelkarte fürs Hallen-und Freibad der Stadtwerke wird günstiger.
    
Der Jugendraum im Stadtteilhaus Gaisental.
Der Jugendraum im Stadtteilhaus Gaisental.
Ehrenamtlich Engagierte erhalten Ermäßigungen von bis zu 25 Prozent vom Normalpreis in den städtischen Einrichtungen.

Die Vergünstigungen für Ehrenamtliche sind als anerkennendes Zeichen für das Engagement zu sehen. Damit der Stadtpass ausgestellt werden kann sind Nachweise erforderlich. Für ehrenamtlich Engagierte muss der jeweilige Verein oder die jeweilige Organisation bestätigen, dass mindestens 100 Jahresstunden ehrenamtlicher Arbeit im letzten Jahr geleistet wurden. Alle Informationen unter: www.biberach-riss.de/stadtpass

Im Weltladen engagieren sich mehr als 30 Mitarbeiter ehrenamtlich für den fairen Handel. Die Produkte stammen größtenteils aus Genossenschaften und Kooperativen.

Das Stadtteilhaus Gaisental wurde im Jahr 2000 nach langen Jahren großen Engagements der Bewohner der Stadtteile Gaisental, Weißes Bild und Fünf Linden gebaut, um den Menschen dort Räumlichkeiten und eine Anlaufstelle zu bieten, die ihnen Hilfe bietet. Viele Gruppen treffen sich wöchentlich, um zu tanzen, zu stricken, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern oder einfach nur, um sich zu sehen und gemeinsam Kaffee zu trinken.