Impfen – ein lebenslanges Thema

In den Impfpass sollte man schauen. FOTO: KARL-JOSEF HILDENBRAND
Impfungen sind aktuell mal wieder in der Diskussion. Zwangsimpfungen sind dabei eine schwierige Frage - auch in der politischen Diskussion. Dabei geht es aber insbesondere um die Impfung von Kindern. Im folgenden soll eher die Frage Impfen im Alter beleuchtet werden.

REGION - Haben Sie dieses Jahr schon einmal in Ihren Impfpass geschaut? Hinter vier Impfungen sollte am Ende des Jahres ein Haken stehen. Damit schützen Sie sich gegen die häufigsten und für Sie riskantesten Erreger, wenn Sie das 60. Lebensjahr überschritten haben. Für manche der empfohlenen Impfungen müssen Sie jedes Jahr bei Ihrem Hausarzt antreten – etwa für die jährliche Grippeimpfung am besten zwischen Oktober und November. Bei anderen wiederum reicht eine ein- oder zweimalige Injektion oder eine Auffrischung alle zehn Jahre. Außerdem hängt es auch von Ihrem Gesundheitszustand oder Ihren Vorerkrankungen ab, ob der Arzt Sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal stechen muss.
    
Gesundheitsminister Jens Spahn will mehr Impfungen. FOTO: DPA/ CHRISTOPH SÖDER
Gesundheitsminister Jens Spahn will mehr Impfungen. FOTO: DPA/ CHRISTOPH SÖDER
Senioren sollten sich bewusst machen, dass der Mensch im Alter anfälliger für Infektionen wird. Das Immunsystem lässt nach, die Abwehrkräfte arbeiten weniger effektiv und können Angriffe schlechter abwehren als in jungen Jahren. Deshalb haben Viren und Bakterien leichteres Spiel und sind häufiger für jene Lungenentzündungen verantwortlich, die im Krankenhaus enden.

Die Impfstoffwirkung fällt bei Älteren schwächer aus. Ein 100-prozentiger Schutz ist nicht garantiert. „Eine Impfung – etwa gegen die Grippe – kann die Ansteckung nicht völlig ausschließen", sagt Dr. Anja Kwetkat, Leiterin der Arbeitsgruppe Impfen der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie. „Aber der Verlauf der Erkrankung, die Schwere der Beschwerden sind weitaus weniger schlimm." Die Geimpften landen seltener im Krankenhaus oder in einer langen Bettlägerigkeit. Ärzte müssen bei ihnen seltener Antibiotika verordnen. Kwetkat rät, wenigstens einmal im Jahr den Impfpass zum Hausarzt mitzunehmen, damit er den Impfstatus kontrollieren kann.
    
Gerade ältere Menschen sollten sich impfen lassen. FOTO: DPA/AXEL HEIMKEN
Gerade ältere Menschen sollten sich impfen lassen. FOTO: DPA/AXEL HEIMKEN
Nach wie vor lassen die Impfquoten bei den Deutschen zu wünschen übrig, wie das Robert Koch Institut in Berlin verlautet. Gerade Grippe- und Pneumokokken-Impfungen werden nicht genügend genutzt. Warten Sie also nicht lange, schnappen Sie sich Ihren Impfpass und vereinbaren Sie einen Termin!

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) veröffentlicht jährlich ihre aktuellen Empfehlungen zum Impfschutz. Derzeit rät sie Menschen ab einem Alter von 60 Jahren zu folgenden Impfungen:Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Pneumokokken und Gürtelrose.  

Tagestreff – Seniorentagespflege – Birkenhard und Schemmerhofen
DRK-Kreisverband Biberach e.V

Und was ist mit der Grippe? Die Impfung gegen Grippe muss jährlich erfolgen, am besten im Herbst, vor Beginn der Grippesaison. Doch auch zu einem späteren Zeitpunkt, im Dezember oder Januar, kann die Immunisierung durchaus noch sinnvoll sein.

Die große Grippewelle erreicht uns oft erst nach dem Jahreswechsel. Gehen Sie trotzdem rechtzeitig zur Impfung – es dauert etwa zwei Wochen, bis der Schutz vollständig aufgebaut ist.