Förderung des ländlichen Raums

Franz Kessler aus Bad Buchau und Feinguss Blank aus Riedlingen zählen zu den Stammausstellern der Messe in Alleshausen. FOTOS: PRIVAT
Mit der Etablierung der Ausbildungsmesse „Arbeit ist Zukunft – informiere dich jetzt!“ wollen die Veranstalter ihrer Verpflichtung als Jugendverein nachkommen.

ALLESHAUSEN - Die Ausbildungsmesse soll dazu dienen, die Jugendlichen und Ausbildungssuchenden zu informieren und ihnen einen umfassenden Einblick in unterschiedlichste Bereiche der Arbeitswelt zu geben, damit einer erfolgreichen Berufswahl nichts mehr im Wege steht. Die Jugend insbesondere im ländlichen Raum soll unterstützt und eine arbeits- und zukunftssichere Region gefördert werden.

Bereits im ersten Jahr war die Ausstellung komplett ausgebucht und die Hallen waren voller erwartungsfreudiger Aussteller. Allein die Besucherzahlen ließen zu wünschen übrig, was die Unternehmen der Region etwas verschreckte, ein zweites Mal zu kommen.
   
Der Baubus ist auf dem Außengelände zu Gast.
Der Baubus ist auf dem Außengelände zu Gast.
MdL Thomas Dörflinger hat im vergangenen Jahr die Messe eröffnet. FOTO: KLAUS WEISS
MdL Thomas Dörflinger hat im vergangenen Jahr die Messe eröffnet. FOTO: KLAUS WEISS
Doch die Kooperation mit den umliegenden Schulen und die daraus garantierten Besuche der Schüler überzeugten die Aussteller, das Wagnis nochmals einzugehen. Und seither ist die Ausbildungsmesse „Arbeit ist Zukunft - informiere Dich jetzt!" eine einzige Erfolgsgeschichte!

„Vielen Dank an die Kooperationspartner und Unternehmen für das Feedback und die Verbesserungsvorschläge. Das ist eine ungemeine Hilfe, die Messe jedes Jahr ein Stück besser zu machen“, so die Veranstalter. Infolge positiver Rückmeldungen und dem Wunsch vieler Aussteller, die Messe fortzuführen, wurde die Jugendgruppe ermutigt, die Messe in nun schon achter Runde zu veranstalten.

In der heutigen Zeit ist der Fachkräftemangel ein sehr großes Thema. Um diesen zu verringern, sollen den Berufseinsteigern mit der Ausbildungsmesse die unterschiedlichen Fachausbildungen aufgezeigt werden, sodass sie die für sie passende Ausbildung finden können.

Das Ziel ist, dass sich große, mittelständische und kleine Unternehmen zusammen für eine sichere Region stark machen. Die Aussteller der verschiedenen Bereiche werden „bunt" gemischt, um die Attraktivität und Vielfalt auf dem gesamten Ausstellungsgelände aufrechtzuerhalten. Es sind Aussteller aus folgenden Bereichen dabei: Bildungseinrichtungen, Dienstleistungen, Industrie/ Handwerk, Soziales/ Gesundheit, Gastronomie und Handel.

ZfP Südwürttemberg

„Das Wir macht den Unterschied“

Einzelgespräche auch mit Eltern sind immer möglich. FOTO: DEBORAH SPRINGER
Einzelgespräche auch mit Eltern sind immer möglich. FOTO: DEBORAH SPRINGER
Das Zentrum für Psychiatrie ist auch vertreten. FOTO: PRIVAT
Das Zentrum für Psychiatrie ist auch vertreten. FOTO: PRIVAT
Die Ausbildungsmesse in Alleshausen ist ein wichtiges Forum für beide Seiten – für Unternehmer aus der Region und für die Schüler. Wir haben mit Peter Fuchs und Patrick Hepp, zwei der Organisatoren, gesprochen. Ausbildungsmessen gibt es inzwischen ja viele. Was ist das Besondere an der Ausbildungsmesse in Alleshausen?

Fuchs: Ein besonderes Merkmal unserer Messe ist definitiv die Größe. Verglichen zu anderen Messen sind wir eher eine kleine Messe. Dadurch besteht aber auch eher die Möglichkeit die Stände aller Aussteller anzuschauen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Auch die breite Palette an Ausstellern, vom Kleinbetrieb bis Global Player, von Industrie über Handwerk bis zum sozialen Bereich, bietet unsere Messe für alle Interessen etwas.

Hepp: Das Wir macht den Unterschied! Die Ausbildungsmesse in Alleshausen glänzt meiner Meinung nach insbesondere aufgrund der fruchtbaren und teilweise schon „familiären“ Zusammenarbeit zwischen Veranstalter, Schulen und Unternehmen. So konnten wir durch die partnerschaftliche Arbeit über die Jahre hinweg eine gut etablierte Informationsplattform in der Federsee-Region auf- und ausbauen.

Sie organisieren die Messe schon seit Jahren im Team. Was hat sich im Lauf der Zeit verändert?
   
Das Interesse an der Messe ist groß. FOTO: ANNETTE GRÜNINGER
Das Interesse an der Messe ist groß.
FOTO: ANNETTE GRÜNINGER
Hepp: Inzwischen sind wir ein sehr eingespieltes Team. Die Handgriffe sitzen. Blicken wir zurück, können wir heute feststellen, dass wir uns sehr stark professionalisiert haben. Sowohl in unseren Abläufen als auch in unserem Auftreten stehen wir den „Großen“ in Nichts nach. Dabei haben wir über die Jahre hinweg nicht das „Rad“ neu erfunden. Vielmehr hat uns regelmäßiges Feedback dabei geholfen, ständige Verbesserungen vorzunehmen und den Erfolg der Ausbildungsmesse aufrechtzuerhalten.

Fuchs: Zu Beginn der Messe hat man Vorstellungen, auf was man alles achten muss und kann, um so eine Veranstaltung zu organisieren. Mit den ersten Erfahrungen kommen dann auch schnell Punkte, die man einfacher / besser machen kann. Dabei helfen vor allem konstruktive Dialoge mit Partnern. Heute sind wir soweit, dass die Aufgaben gut eingespielt sind. Beispielsweise erhalten wir mit standardisierten Formularen für Anmeldung, Broschüreninhalt, etc. einfach und strukturiert die Informationen der Aussteller, die wir benötigen.

Sie machen das ja alles ehrenamtlich. Was ist Ihre persönliche Motivation?

Hepp: Mein persönliches Vorbild ist der südafrikanische Freiheitskämpfer Nelson Mandela. Dieser sagte einst „Was im Leben zählt, ist nicht, dass wir gelebt haben. Sondern, wie wir das Leben von anderen verändert haben.“ Ein Zitat, das mich persönlich um- und antreibt. Schließlich möchte ich meinen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten. Ich möchte dabei mit meinem Engagement (mitunter bei der Ausbildungsmesse) als Vorbild vorangehen und gegebenfalls auch andere begeistern.  

Förderung des ländlichen Raums Image 1

Fuchs: Als wir die Messe zum ersten Mal veranstaltet haben, hatte ich gerade mein Studium begonnen. Ich war also kurz davor noch in derselben Lage, wie es unsere Besucher heute sind und weiß daher, wie anstrengend und unübersichtlich es ist, sich über verschiedene Berufe umfassend zu informieren.

Um den zukünftigen Azubis und Studierenden eine bequeme Möglichkeit zu bieten, sich schnell, umfänglich und in direktem Austausch mit Betrieben über Berufe auszutauschen, organisieren wir auch heute noch die Messe sehr gerne. Natürlich ist das positive Feedback, das uns von vielen Seiten erreicht zusätzlich motivierend.