„Wir müssen die Aussteller gar nicht mehr überzeugen“

Am Stand von Linzmeier. FOTO: PRIVAT
Peter Fuchs und Patrick Hepp vom Organisationsteam: Warum gelingt es Ihnen immer wieder, die Aussteller zu überzeugen, sich zu präsentieren?

Fuchs:Überzeugungsarbeit war nur in den ersten Jahren nötig, als wir noch nicht die Besucherzahlen hatten, die wir heute vorweisen können. Das hat sich durch die Kooperation mit den umliegenden Schulen geändert. Mit der Gewissheit, dass wir garantiert Besucher haben, die auch teilweise mittags privat wiederkommen, ist es auch für die Firmen eine einfache Möglichkeit sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Zudem kommt hinzu, dass der Fachkräftemangel die Firmen von allein dazu bewegt, sich präsentieren zu wollen.

Hepp: Um ehrlich zu sein, müssen wir die Aussteller gar nicht mehr überzeugen, sich zu präsentieren. Der viel zitierte Fachkräftemangel zwingt die Unternehmen Aktivitäten zu unternehmen, neues Fachpersonal zu gewinnen. Eine Möglichkeit neue Fachkräfte im Unternehmen aufzubauen, stellt die betriebliche Ausbildung dar. Doch immer häufiger ist zu hören, dass Lehrstellen unbesetzt bleiben. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Daher ist es für die Unternehmen wichtig, für sich und die duale Ausbildung zu werben. Hierzu bildet unsere Ausbildungsmesse die ideale Plattform. Demzufolge sehen wir uns vordergründig als Dienstleister für die Unternehmen der Region.

Warum ist die Ausbildungsmesse in Alleshausen so wichtig für die Region?
    
Viele Stände freuen sich auf interessierte Schüler und Studenten. FOTO: DEBORAH SPRINGER
Viele Stände freuen sich auf interessierte Schüler und Studenten. FOTO: DEBORAH SPRINGER
Das GesundheitszentrumFedersee FOTO: PRIVAT
Das Gesundheitszentrum
Federsee FOTO: PRIVAT
Hepp: Grundsätzlich sind alle Ausbildungsmessen in der Raumschaft wichtig. Schließlich steht für alle das Zusammenbringen von Unternehmen und Schülern im Vordergrund. Jede Messe spricht aufgrund ihrer Lage ein unterschiedliches Einzugsgebiet an.

Alleshausen etwa liegt sehr zentral im westlichen Landkreis und begrüßt daher Schulen aus Bad Buchau, Bad Schussenried, Riedlingen, Ertingen und Heudorf. Die Alleshausener Ausbildungsmesse bildet damit eine wichtige Plattform, um die Schülerinnen und Schüler der genannten Schulen mit den Unternehmen der Region vertraut zu machen. In Zeiten unzähliger Ausbildungsberufe ist es wichtiger denn je, dass es eine solche Austauschmöglichkeit gibt. So können sich die Schülerinnen und Schüler direkt vor Ort ein Bild machen, was die Region für Ausbildungsberufe zu bieten hat und was ihnen davon zusagt.

Fuchs: Weil wir jedem die Möglichkeit bieten sich zu präsentieren und sich zu informieren. Wir haben eine Menge Unternehmen in der Region, die interessante Berufe und Aufgaben bieten. Alle haben dieselbe Chance sich bei uns zu präsentieren, ob klein oder groß. Wobei gerade die „kleinen“ Betriebe oft nicht die Möglichkeiten haben, junge Leute anzusprechen, wie es „große“ Unternehmen haben. Ein anderer Aspekt ist der Zeitpunkt der Messe, den wir mit der Berufsorientierung der Schulen abgestimmt haben.

Die Schüler suchen nach Ausbildungsplätzen, aber auch nach Praktika. Dadurch können sie sich Berufsfelder einfach auch im Alltag anschauen, und so ihre ersten Erfahrungen sammeln. Ein einfacher Einblick in Berufe, um zu sehen, ob es passt oder nicht.

Worin sehen Sie ihre Hauptaufgabe in diesem Jahr? Was hat sich seit Beginn der Messe verändert?

Fuchs: Wie erwähnt war es anfangs die Hauptaufgabe, Unternehmen und Schulen, nachhaltig von unserer Messe zu begeistern. Was uns, glaube ich, mittlerweile gut gelungen ist. So hat sich die Hauptaufgabe heute hin zur stetigen Verbesserung des Angebots gewandelt. Mit Angebot ist beispielweise die Ausstellerbroschüre mit der Berufsübersicht oder ein Workshop für Aussteller gemeint, mit dem Aussteller über das Mittagstief miteinander in Dialog treten können. So versuchen wir jedes Jahr erneut, auf das Feedback aller Beteiligten einzugehen.

Die Firmen suchen oftmals händeringend auch nach Nachwuchskräften. Wie kann die Messe da helfen?

Fuchs: Neben Schülern, die Ausbildungsplätze und Praktika suchen, sind natürlich auch alle Menschen willkommen, die sich beruflich neu bzw. umorientieren wollen. Zum einen stehen dafür Personaler der Unternehmen für den direkten Dialog zur Verfügung, zum anderen haben wir dafür ein „schwarzes Brett“ auf dem Firmen offene Stellen darstellen können.

Arbeit ist Zukunft

Das Vortragsprogramm

Das Informationsangebot bei der Ausbildungsmesse in Alleshausen ist einzigartig. Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten – auch für die Firma Brobeil. FOTO: PRIVAT
Das Informationsangebot bei der Ausbildungsmesse in Alleshausen ist einzigartig. Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten – auch für die Firma Brobeil. FOTO: PRIVAT