Bräuche am Martinstag

Beim martinsumzug laufen viele Kinder singend durch die Straßen. FOTO: CB
Am 11. November ist Martinstag. Dann ziehen wieder viele Kinder mit ihren bunten Laternen durch die Straßen. Zu Mittag gibt es Gänsebraten und Hefegebäck und ein Reiter mit dickem Mantel stellt die Geschichte des Sankt Martin da. Doch woher kommen diese Bräuche?

REGION - Der Martinstag ist der Festtag des Heiligen Martin von Tours. Der Legende nach hat Sankt Martin seinen Umhang halbiert, um ihn einem frierenden Bettler zu schenken. Seine Person steht im Mittelpunkt vieler Erzählungen und Geschichten. Hierzulande sind besonders Martinsumzug, Martinsgans und Martinsmarkt verbreitet.

Martinsgans

Gänsebraten und Hefegebäck sind ein beliebtes Essen am Martinstag. Eine Legende erklärt, wieso es gerade die Gans ist, die an diesem Tag am häufigsten gegessen wird: Als Martin, der damals äußerst bescheiden und zurückhaltend war, von seiner anstehenden Bischofswahl erfuhr, wollte er der Wahl entgehen, weil er sich nicht für würdig hielt. Er versteckte sich in einem Gänsestall. Allerdings schnatterten die Gänse so laut, dass die Bürger ihn fanden. Laut Legende müssen die Gänse das seit diesem Tag büßen.

Laternenlaufen

In vielen Städten und Gemeinden erhellen am Martinstag farbenfrohe Laternen die dunklen Straßen. Der herbstliche Brauch, bei dem Kinder nach Einbrechen der Dunkelheit mit einer Laterne von Haus zu Haus ziehen oder an einem Laternenumzug durch die Straßen teilnehmen, wird häufig von Laternen-Lieder der Kinder begleitet.
    

Tipps für die Martinsgans

Die Füllung

Bei der Füllung ist der Phantasie keine Grenze gesetzt. Traditionell besteht sie aus Äpfeln, Brötchen, Zwiebeln und Kräutern. Beliebt sind auch Maronen, Kürbis, Feigen, Orangen oder Knödelteig, schmecken hervorragend und können dann gleichzeitig auch als Beilage verwendet werden. Wer es ein bisschen abenteuerlicher mag, solle Dörrobst und Schwarzbrot als Füllung versuchen.

Zum Füllen muss die Gans innen und außen gut gewaschen und abgetupft sein. Danach wird das überschüssige Fett aus dem Bauch entfernt.

Im Anschluss kommt dann die Füllung hinzu.

Nicht vergessen: Am Ende die Öffnung mit Küchengarn verschließen. Damit Flügel und Keulen nicht verbrennen, sollten diese ebenfalls zusammengebunden werden.

Die Gans

Am besten ist die Gans, wenn sie einheimisch und aus „bäuerlicher Freilandhaltung“ ist. Das Fleisch schmeckt aromatischer als das einer Stallgans.

Bei TK-Ware muss die Verpackung unversehrt sein, da das Fleisch sonst zäh und trocken sein kann. Zum Auftauen nimmt man die Gans aus der Verpackung und gibt sie in ein großes Sieb in den Kühlschrank. Die Tauflüssigkeit wird in einem Gefäß aufgefangen und später entsorgt. Achtung, das Auftauen kostet viel Zeit: Je nach Größe der Gans kann es schon mal zwischen ein und zwei Tagen dauern.