Die Innung für Sanitär,- Heizung- und Klimatechnik Lindau stellt sich vor

Die Innung der Sanitär,-Heizung- und Klimatechnik Lindau ist eine freiwillige Interessenvertretung von Handwerksunternehmen aus der Branche. Sie ist somit Ansprechpartner für alle fachlichen Belange und handwerkspolitischen Interessen. Jeder Handwerksbetrieb, der in die Handwerksrolle eingetragen ist, kann der Innung als Mitglied beitreten und von den Vorteilen profitieren. Innungsobermeister Michael Filser spricht im Interview über den Zusammenschluss, die Mitgliedschaft und deren Vorteile.

Von Viktoria Benz

Herr Filser, seit wann sind Sie Innungsobermeister?

Seit März 2008. Nächstes Jahr stehen wieder Wahlen für den Vorstand und den Obermeister an.

Wie viele Innungsmitglieder hat die Innung für Sanitär,-Heizung- und Klimatechnik Lindau?

Die Innung für Sanitär,- Heizung- und Klimatechnik Lindau zählt aktuell 35 Mitglieder.

Wie hat sich das Handwerk in der Sanitär, -Heizung- und Klimatechnikbranche (SHK)) in unserer Region in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt?
    
Anlagenmechaniker fertigen Komponenten, die wesentlichen Anteil daran haben, dass wir uns daheim wohlfühlen: Rohre, Tanks, Kessel und mehr. Michael Filser, Obermeister der Innung für Sanität,- Heizung- und Klimatechnik Lindau (Foto 1) spricht im Interview über die Vorteile einer Mitgliedschaft. FOTOS: CB
Anlagenmechaniker fertigen Komponenten, die wesentlichen Anteil daran haben, dass wir uns daheim wohlfühlen: Rohre, Tanks, Kessel und mehr. Michael Filser, Obermeister der Innung für Sanität,- Heizung- und Klimatechnik Lindau (Foto 1) spricht im Interview über die Vorteile einer Mitgliedschaft. FOTOS: CB
Die Anzahl der Betriebe und Mitarbeiter ist in den letzten Jahren weitestgehend gleichgeblieben. Die Auslastung der Betriebe in unserer Region ist, wie in allen anderen Bauhandwerken auch, hoch. Der Auftragsstand ist stabil. Leider fehlt es etwas an Nachwuchs für die SHK-Betriebe.

Wie wird man Mitglied und wie hoch ist der jährliche Beitrag?

Interessenten können sich gerne bei der Kreishandwerkerschaft in Lindau melden. Bei Fragen rund um die Mitgliedschaft stehe auch ich gerne als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Höhe des jährlichen Beitrags beginnt bei 350 Euro.

Von welchen Vorteilen profitieren die Handwerksbetriebe, die Mitglied bei der Innung sind?
Es gibt eine Vielzahl an Vorteilen, von denen Mitgliedsbetriebe profitieren können. Es gibt zum Beispiel Beratungsangebote im technischen, rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Bereich. Mitglieder haben außerdem die Möglichkeit über den Einkaufsverband bessere Konditionen durch gemeinsames Einkaufen von Machinen, Werkzeuge oder Fahrzeuge, zu erhalten. Des Weiteren können sie an regelmäßig stattfindende Schulungen teilnehmen. Alles jedoch aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Interviews sprengen, darum haben wir durch unseren Landesverband eine Broschüre erstellen lassen, die ich jedem Interessenten gerne zukommen lasse.
Gibt es darüber hinaus von Seiten der Innung besondere Angebote im Landkreis?

Mindestens einmal im Jahr findet ein Treffen der Innungsbetriebe statt, um aktuelle Themen zu besprechen und sich auszutauschen.

Berufsbild des Anlagenmechanikers

Foto: cb
Foto: cb
Ohne sie wäre unser Zuhause kalt und dunkel. Außerdem müssten wir ohne fließend Wasser leben. Anlagenmechaniker entwerfen, bauen und installieren Anlagen wie Heizungen, Klimaanlagen oder Lüftungen. Außerdem fertigen und montieren sie alle Arten von Industriemaschinen, Rohrleitungssystemen sowie Behälter und Apparate. Im folgenden ist das Berufsbild detailliert beschrieben, gefolgt von Informationen zur Ausbildung. Viel Spaß dabei!

Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs-, und Klimatechnik entwickeln und realisieren individuelle Lösungen: Sie bauen Heizanlagen in Neubauten ein, modernisieren veraltete Heizungen, montieren Klima- und Lüftungsanlagen in Krankenhäusern oder installieren Solaranlagen, Hackschnitzelheizungen und Regenwasseranlagen. Im Gespräch mit den Kunden ermitteln sie deren Anforderungen, beraten sie über Verbrauch, Leistung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit ver-bzw. entsorgungstechnischer Anlagen. Vor Ort verschaffen sie sich dann einen Überblick, z.B. über bauliche Gegebenheiten oder die vorhandene Infrastruktur und führen gegebenfalls Messungen durch. Anhand der Unterlagen und ihrer Messergebnisse können sie schließlich den Materialbedarf berechnen sowie Bauteile und Materialien beschaffen.

Im Anschluss längen sie mit Maschinen und Werkzeugen z. B. Metall- und Kunststoffrohre, Bleche und Profile maßgerecht ab, biegen sie und schneiden Gewinde. Sie schweißen, löten oder kleben Rohre zusammen, befestigen sie durch Halterungen oder fügen sie in Mauerschlitze ein. Mithilfe von Verbindungsstücken oder Weichen fügen sie Rohre und Leitungen z.B. zu geschlossenen Kreisläufen für Heizungsanlagen zusammen. Sie montieren Ventile, Absperr-, Druckregelarmaturen und Filtersysteme. Mit digitalen oder analogen Mess- und Prüfgeräten kontrollieren sie Wasserrohre und Gasleitungen auf Dichtheit. Um Wärmeverluste zu vermeiden, dämmen sie außerdem Warmwasserleitungen und Heizungsrohre.

Bei der Installation von Heizungsanlagen stellen sie Brenngeräte und Heizkessel auf, montieren Überdruckbehälter und Heizkörper, verlegen Heizschlangen für Fußbodenheizungen und montieren Rohrsysteme. Bei der Montage und Prüfung von Gasleitungen, beim Installieren von Öltanks und der Abgassysteme gehen sie äußerst sorgfältig vor, um Umweltbelastungen und Gefahren für die Hausbewohner zu vermeiden. Sie bauen elektronische Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen zur Regulierung der Verbrennungsprozesse und des Energieverbrauchs in Heizungsanlagen ein, programmieren sie und justieren sie abschließend.

Beim Bau von Großanlagen wie Klima- und Lüftungsanlagen für Industriebetriebe, Flughafen-, Bahnhofs-, Bürogebäude oder Kühlhäuser arbeiten sie häufig im Team mit Kollegen zusammen. Hier sind z.T. große Teile zu transportieren und zu montieren. Bei der Installation von Sanitäranlagen bauen sie Toiletten, Duschen, Badewannen ein, bringen Armaturen und Abflüsse an und schließen sie an das Wasser- bzw. Abwassernetz an.

Auch in der Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik kommt den Themen Ressourcenschonung, Energiesparen und Emissionsvermeidung große Bedeutung zu. So installieren Anlagenmechaniker für Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik z.B. nachhaltige ver- und entsorgungstechnische Systeme wie Regenwassernutzungsanlagen oder Anlagen für die Wiederverwendung von Brauchwasser. Damit kann z.B. das Abwasser von Waschmaschinen für die Toilettenspülung verwendet werden. Sie installieren Solaranlagen sowie Heizungen, die mit Holzpellets oder Hackschnitzeln befeuert werden. Auch der Schutz vor Wärmeverlust oder Lärm sowie der vorbeugende Brandschutz durch Dämmung in bzw. an Gebäuden, Maschinen und Anlagen gehören zu ihren Aufgaben.

Im Rahmen des Kundendienstes warten sie Anlagen und Systeme nach Wartungsplan. Dabei prüfen sie Verbindungen auf Dichtigkeit und kontrollieren Bauteile und elektrische Anschlüsse auf mechanische Beschädigungen und Verschleiß. Sie überprüfen die Funktion von Sonden sowie die Einstellwerte der Steuerungs- und Regelgeräte. Stellen sie Fehler und Störungen fest, reparieren oder ersetzen sie Bauteile. Entsprechen ältere Heizanlagen nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften, rüsten sie sie nach oder empfehlen die Anschaffung neuer Anlagen.

Informationen zur Ausbildung

Die Ausbildung zum Anlagenmechaniker dauert dreieinhalb Jahre. Je nach Unternehmen findet der Berufsschulunterricht an bestimmten Wochentagen oder in Blockform statt. Statt einer Zwischenprüfung wird die die Abschlussprüfung in zwei Teilen absolviert: Die erste Prüfung steht ungefähr nach 18 Monaten an, der zweite Teil der Abschlussprüfung nach dreieinhalb Jahren, also zum Schluss der Ausbildung. Im Handwerksbetrieb beendet der Anlagenmechaniker seine Ausbildung als Geselle. Schaut man sich das Berufsbild des Anlagenmechanikers an, ist festzustellen dass das Gehalt im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen, im oberen Bereich angesiedelt ist: Die Verdienstmöglichkeiten sind bereits in der Ausbildung gut, teilweise verdient man schon im ersten Ausbildungsjahr über 1000 Euro brutto im Monat. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten, sich fortzubilden und erhöht die Chance später eine Führungsposition zu besetzen. berufenet/Vibe