Perfekt bis ins Detail – Möbelschreinerei und Küchenstudio

Christine und Rolf Schlagentweith. FOTOS: MICHAEL MADER
Das ist schon beeindruckend. Wenn man die Geschäftsräume des Hauses Schlagentweith im Biberacher Schulze-Delitzsch-Weg betritt, vermutet der Besucher zunächst nicht so ein großzügiges Gebäude mit Ausstellungsräumen und Werkstatt.

BIBERACH - Alles ist akkurat angeordnet. Den Kunden erwartet ein ständiger Wechsel der Materialien, obgleich Holz absolut dominiert. Nach wie vor ist das Unternehmen eine Schreinerei, in der Möbel gefertigt werden – meist nach eigenen Entwürfen.

Inzwischen machen die Küchen rund zwei Drittel des Geschäfts aus, die Schreinerei knapp ein Drittel. Sechs Mitarbeiter unterstützen Rolf Schlagentweith und seine Frau Christine beim täglichen operativen Geschäft und der weiteren Entwicklung des Unternehmens.
   
Einblicke in die Küchenausstellung bei Schlagentweith mit den unterschiedlichsten Formen und Farben. FOTOS: ROLAND TROJAN 
Einblicke in die Küchenausstellung bei Schlagentweith mit den unterschiedlichsten Formen und Farben. FOTOS: ROLAND TROJAN 
Vor 175 Jahren hat Wilhelm Baumgärtner die Schreinerei in der Ehingertorstraße 17 in Biberach gegründet. Im Jahre 1856 bezog er ein neues Wohn- und Betriebsgebäude im Bismarckring 35/1. Dieses Gebäude war bis 1968 Sitz des Betriebs.

1898 kaufte Johann Baumgärtner die ersten Maschinen, angetrieben von einem Gasmotor über Transmission. Damals wohl einer der ersten, die sich das Prädikat „Bau- und Möbelschreinerei mit Maschinenbetrieb" anheften konnte.

Nach dem ersten Weltkrieg übernahm Georg-Friedrich Baumgärtner den Betrieb. Er war auch Gründungsmitglied der Schreinerinnung Biberach, die dieses Jahr ihr 100-Jähriges Jubiläum feiert.

Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm Wilhelmine Schultrich-Baumgärtner die Schreinerei. 1960 stieg Herbert Schlagentweith in den Betrieb seiner Tante ein. Er modernisierte den Maschinenpark.

Jubiläum 175 Jahre Möbelwerkstätten Schlagentweith

Die Produktionsfläche wurde zu klein. Daher wurde 1968 der Betrieb in den heutigen Standort im Wolfental verlagert. 1984 wurde das „Haus der Küche" – anfänglich in den Räumlichkeiten der alten Werkstatt im Bismarckring – eröffnet.

Nach Abschluss des Abiturs 1986 begann Rolf Schlagentweith seine Ausbildung zum Schreiner, 1994 den Schreinermeister und staatlich geprüften Gestalter für Möbel- und Innenraumgestaltung. Seit 2002 führt Rolf Schlagentweith den Betrieb in der sechsten Generation.

Im Küchenstudio präsentiert das Traditionsunternehmen hochmoderne Küchen, die individuell auf den Kunden angepasst werden können. „Wir machen in der Regel das Aufmaß vor Ort und besprechen mit den Kunden deren Wünsche und Möglichkeiten.“

Bei einer Küche käme es sehr auf das Detail an. Von der Planung bis zur endgültigen Fertigstellung müsse perfekt gearbeitet werden. „Unsere Nische sind unter anderem Spezialanfertigungen, die genau auf den Kunden oder die Kundin zugeschnitten sind“, sagt Rolf Schlagentweith.

Etwa eine hydraulisch höhenverstellbare Arbeitsplatte sei für die unterschiedlichen Körpergrößen in einer Familie die optimale Lösung. Ein wichtiges Thema ist auch die Barrierefreiheit.

Schlagentweith arbeitet vor allem mit den Herstellern Next und Eggersmann zusammen, die hochwertige Küchen anbieten. „Diese Firmen setzen ebenso wie wir auf eine sehr hohe Qualität.“ Eigens angefertigte Schränke oder Schubladen, die der Anbieter nicht im Programm führt sind die ideale Ergänzung für eine perfekte Einrichtung.

Darüber hinaus setzt Rolf Schlagentweith auf eine komplette Raumberatung. Von der Lichtplanung über Textilinen und die Koordination mit anderen Spezialisten erstreckt sich das Aufgabenfeld „Wir können uns gut in den Stil des Kunden hineinversetzen“, nennt Schlagentweith eine weitere große Stärke der Firma.

Daneben zählen langjährige Erfahrung, basierend auf einer fundierten Ausbildung, und das Gespür für die Individualität des Kunden.

Am Fest zum 175-jährigen Jubiläum der Firma Schlagentweith wird es ein vielfältiges Programm geben am Samstag und Sonntag, 12 und 13. Oktober. Unter anderem wird Christiane Mohr, die Inhaberin von SCHOEN !, an einem Musterwebstuhl die Technik der Handweberei vorführen und ihre handgefertigten Schals, Schultertücher und Perlenhäkeleien vorstellen.

„Wichtige Bassis für den Erfolg sind die Mitarbeiter, die schon seit der Schreinerausbildung im Unternehmen beschäftigt sind“, betont Rolf Schlagentweith.