150 Jahre Löschgruppe Wangen

15 Mitglieder zählt die Löschgruppe Wangen. Am kommenden Sonntag wird das 150-jährige Jubiläum gefeiert.                                 FOTO: LÖSCHGRUPPE WANGEN
Zum 150-jährigen Jubiläum erhält Wangen einen neuen Tragkraftspritzenanhänger, welcher den alten aus dem Jahr 1960 ersetzt. Die Löschgruppe Wangen erhält zusätzlich zum großen Jubiläum eine neue Fahne, bei der die wertvollen Stickereien des Kloster Habstahl aus der alten Fahne eingearbeitet sind. Die Löschgruppe besteht derzeit aus 15 aktiven Feuerwehrangehörigen.

WANGEN - Am Sonntag, 22. September lädt die Löschgruppe Wangen zum 150-jährige Jubiläum ab 10 Uhr ein. Der Festakt beginnt mit der Weihe der neuen Fahne und der Segnung des neuen Tragkraftspritzennhängers bei dem Festgottesdienst um 10.30 Uhr im Festzelt. Beim anschließenden Mittagstisch gibt es ab 12 Uhr bekannte Wangener Spezialitäten. Das Festprogramm sieht ab 14 Uhr eine historische Übung der Wehren Jettkofen und Laubbach vor.

Verschiedene Torten und Kuchen locken zur Kaffeezeit an das Feuerwehrhaus und beim gemütlichen Festausklang werden die Gäste mit einem vielfältigen Vesperangebot verwöhnt. Die Löschgruppe Wangen freut sich auf viele Besucher, die mit Ihnen diesen großen Festakt feiern.
           
Mit diesem Löschfahrzeug wurden früher Feuer gelöscht.
Mit diesem Löschfahrzeug wurden früher Feuer gelöscht.
Ein kleiner

Auszug der Historie Wangen bei Ostrach, auf der ebenen Talsohle des Ostrachtals gelegen, hat heute 146 Einwohner. Im Jahr 1868 war das Großherzogliche Bezirksamt Pfullendorf verwaltungsmäßig für Wangen zuständig. Das Amt stellte um diese Zeit Mängel im Feuerlöschwesen Wangens fest. In einem Bericht vom Oktober 1868 heißt es: Die Gemeinde Wangen besitzt keine fahrbare Feuerspritze, sondern verlässt sich bisher lediglich auf die Hilfe der benachbarten Orte. Unter Hinweis auf die Bestimmungen der (badischen) Bezirksfeuerwehrordnung wird der Gemeinde aufgetragen, sich binnen eines halben Jahres in den Besitz einer guten, fahrbaren Feuerspritze zu setzen. Im Dezember 1868 weist die Gemeinde Wangen darauf hin, dass eine fahrbare Feuerspritze und ihre Unterbringung für die kleine Gemeinde zu teuer ist. Wangen bittet, statt der fahrbaren eine neue Buttenspritze anschaffen zu dürfen. Die Entscheidung für eine tragbare, statt eine fahrbare Druckspritze wurde im Februar 1869 noch, wie folgt, begründet: Die Gemeinde lässt die fragliche Feuerspritze im Gemeindehaus unterbringen, welches in der Mitte des Ortes steht. Bei Ausbruch eines Brandes kann sie durch Tragen in ein paar Minuten nach allen Richtungen an die äußersten Grenzen des kleinen Ortes gebracht werden. Nach Beschluss des Gemeinderates und des Bürgerausschusses schließt die Gemeinde dann im März 1869 einen Vertrag mit dem Mechaniker Gotthard Allweiler, Singen, ab, zur Lieferung einer tragbaren Druckfeuerspritze zu 80 Maß Wasserleistungsfähigkeit pro Minute, nebst dem Zubehör: ein- Schlauchrohr, zwei Mundstücke und 50 Fuß Schläuche. Kaufsumme: 150 Gulden.
            
Die neue Fahne.
Die neue Fahne.
Juli 1869: Wegen der Anschaffung der Spritze wurde es erforderlich, eine Druckmannschaft zur Bedienung aufzustellen. Gemeinderat und Bürgerausschuss beschlossen, hierzu die Ledigen einzuladen und als Freiwillige aufzunehmen. Die Neuordnung vor jetzt 150 Jahren mit der Druckmannschaft aus Freiwilligen und mit der neuen Spritze wird von den Wangenern als Geburtsstunde ihrer Wehr gefeiert. Im Jahre des 100-jährigen Bestehens der Wehr, 1969, wurde Wangen verwaltungsmäßig im Rahmen des Exklavenbereinigungsgesetzes vom Kreis Überlingen nach Sigmaringen überführt. Im Vorgriff auf die Gemeindereform 1974 wurde Wangen am 04. Dezember 1971 nach Ostrach eingemeindet. Nach 1974 erfolgte dann die Neuorganisation der Freiwilligen Feuerwehren im Raum Ostrach, zu denen auch Wangen gehört, als „Gemeindefeuerwehr“. Seit Beschluss durch den Gesamt-Gemeinderat vom 28. Februar 1977 gliedert sich diese, laut Feuerwehrsatzung in 12 aktive Abteilungen, mit gewisser Selbständigkeit, eine Altersabteilung und eine Jugendabteilung.

Im Jahre 2012 erfolgte die Umsetzung der Feuerwehrreform in drei Einsatzabteilungen: Ostrach, Burgweiler und Weithart. Dabei wurde die neue Löschgruppe Wangen der Einsatzabteilung Weithart zugeordnet. red