Seit 60 Jahren ist die Firma Eble ein Familienbetrieb

Die Familie Eble und ihre meist langjährigen Mitarbeiter sind ein eingespieltes Team. FOTO: PRIVAT
Auf eine 60-jährige Firmengeschichte kann die Firma Eble in diesem Jahr zurückblicken. Dieses Jubiläum wird am kommenden Wochenende, am Samstag, 14., und Sonntag, 15. September, auf dem Gelände des Verkehrssicherheitszentrums, Schemmerberger Straße 29-31 in Baltringen, groß gefeiert.

BALTRINGEN - Nach dem internen Jubiläumsfest mit allen Mitarbeitern, welches am Samstagvormittag stattfindet, wird ab 14 Uhr zum Oldtimer-Kipper-Treffen eingeladen.

Auch der Sonntag steht ganz im Zeichen alter Fahrzeuge. Das US-Car- und Oldtimer-Treffen bietet sicherlich so manchen chromblitzenden Hingucker und eine gute Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen sowie Neuigkeiten und tolle Tipps und Tricks zu erfahren.

Zudem öffnet die Familie Eble, allesamt eingeschworene Oldtimerliebhaber, die Tore ihres E-Werk Technikmuseum & Eventlocation für die Öffentlichkeit, wo sich so manches Schmuckstück finden lässt.

Der Musikverein Baltringen, der an diesem Wochenende sein Sommerfest auf dem Gelände des Verkehrssicherheitszentrums feiert, wird an beiden Tagen für die Bewirtung der Gäste sorgen. Die Firma Eble wurde von Peter Eble senior gegründet, dem Großvater von Sonja Kast und ihren Brüdern Peter und Florian Eble, die, wie auch ihre Eltern Werner und Roswitha, im Betrieb mitarbeiten.

Ihr Großvater sei auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen, erzählt Sonja Kast, geborene Eble. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in Russland habe er sich mit dem dort vorhandenen Lanz Bulldog, mit Lohndresch- und Lohnwalzarbeiten, die er zusammen mit seinem Bruder Georg geleistet habe, finanziell über Wasser gehalten.

In der Wirtschaftswunderzeit nach dem Krieg und dem damit verbundenen Aufbau sei die Nachfrage nach Kies, der zum Beispiel im Straßenbau benötigt worden sei, angestiegen, sagt Sonja Kast. „ Ackerland war vorhanden, und so hat mein Großvater damit begonnen, Kies zu fördern.“
   
Der Firmengründer Peter Eble senior auf seinem Radlader. FOTO: PRIVAT
Der Firmengründer Peter Eble senior auf seinem Radlader. FOTO: PRIVAT
Von einem Biberacher Schrotthändler habe er sich dann noch einen gebrauchten Lastwagen-Kipper der Marke Borgward dazugekauft und schon gleich seinen ersten Lohnauftrag bekommen. „Nämlich beim Bau der Bundesstraße 30 rund um Bad Waldsee Transportleistungen zu erbringen“, so Sonja Kast. „1959 hat dann die offizielle Firmengründung stattgefunde.“

Mit der Zeit kamen immer mehr Fahrzeuge dazu, wie etwa der erste Radlader Fiat Calzolari, welcher noch original im Technikmuseum zu bestaunen ist.

„1962 wurde der Flugplatz in Laupheim wiederaufgebaut, auch da hat mein Großvater mitgearbeitet“, weiß die Enkelin des Firmengründers.

Der Fuhrpark der kleinen Firma von Peter Eble senior sei stetig weitergewachsen und das Geschäft so richtig ins Rollen gekommen, sagt Sonja Kast. „Viele interessante Aufträge folgten.“

1981 habe dann ihr Vater Werner Eble, der Sohn von Peter und Magdalena Eble, die Firma übernommen und sie zum Bauunternehmen weiterentwickelt.

Das Leistungsspektrum wurde um Erdarbeiten, Abbruch, Aushub, Kabelbau, Transporte und Recycling erweitert.

Nach der Maueröffnung wurde zeitweise auch noch ein Schotterwerk in Ostdeutschland betrieben.

„Die Firma Eble war und ist seit 60 Jahren ein Familienbetrieb“, sagt Sonja Kast. Noch bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2017 sei ihr Großvater mit seinen 90 Jahren jeden Tag im Geschäft gewesen und hätte nach dem Rechten geschaut.

„Mein Opa hat das Kieswerk selber gebaut und immer wieder erweitert. Es ist mit uns gewachsen. Neben mir, meinem Vater Werner, meiner Mutter Roswitha und meinen beiden Brüdern Peter und Florian helfen auch schon unsere Kinder in den Schulferien im Kieswerk.“ son

Die Firma Eble im Wandel der Zeit  

Das Hauptaugenmerk der Firma Eble liegt auf ihrem Kieswerk. FOTO: PRIVAT
Das Hauptaugenmerk der Firma Eble liegt auf ihrem Kieswerk. FOTO: PRIVAT
Schon ihr Großvater sei ein begabter Tüftler und Bastler gewesen, erinnert sich Sonja Kast.

BALTRINGEN - Die Sortieranlage im Kieswerk, habe er in den 60er-Jahren selber gebaut. „Und sie ist immer noch voll funktionsfähig. Oft läuft sie zuverlässiger als manch Neue.“

Sonja Kast ist in der Verwaltung tätig, Peter Eble kümmert sich um die Auftragsabwicklung und Florian Eble sorgt dafür, dass bei den Fahrzeugen und der Technik alles rundläuft.

Vater Werner hat sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen und ist jetzt überall zur Unterstützung zur Stelle. Zudem sorgen 15 Mitarbeiter dafür, dass alle Aufträge pünktlich und zuverlässig erledigt werden.

„An dieser Stelle möchten wir uns auch bei unseren Mitarbeitern bedanken, denn ohne gutes Team gäbe es uns sicher keine 60 Jahre“, betont Sonja Kast.

„Einige Mitarbeiter sind schon Jahrzehnte bei uns. Einer davon hat sogar bei unserem Opa angefangen und ist bei uns Enkeln in Rente gegangen, darauf sind wir echt stolz.“

In der 60-jährigen Firmengeschichte sei es aber nicht immer nur bergauf gegangen, so Sonja Kast. In Zeiten der allgemeinen Krise in der Bauwirtschaft, so um das Jahr 2000, seien auch bei ihnen die Aufträge eingebrochen.
   
Die Kiesgrube der Firma Eble in den 60er-Jahren. FOTO: PRIVAT
Die Kiesgrube der Firma Eble in den 60er-Jahren. FOTO: PRIVAT
Schon dem Firmengründer lag die Natur am Herzen. Eine Linde, die gefällt werden sollte, fuhr er zu sich nach Hause. FOTO: PRIVAT
Schon dem Firmengründer lag die Natur am Herzen. Eine Linde, die gefällt werden sollte, fuhr er zu sich nach Hause. FOTO: PRIVAT
Man hätte sich dann schweren Herzens von der Baufirma getrennt und sich nur noch auf das Kieswerk konzentriert.

„Hauptsächlich sind wir in der Region tätig und schätzen die hohe Zahl der treuen Stammkunden sehr“, sagt Sonja Kast. „Unsere Leistungen gehen neben dem hauptsächlichen Kiesvertrieb über Transporte, Aushub-, Erd- und Abbrucharbeiten mit Recycling der Baustoffe bis hin zu Renaturierungen.“

„Unsere Firmenphilosophie lautet: Geht nicht, gibt’s nicht.“

Bei allen Erdarbeiten, welche die Firma Eble in Laufe der Jahre schon bewerkstelligt hat, ist ihr auch der Umweltschutz und die Liebe zur Natur ein großes Anliegen.

„Das lag schon meinem Großvater am Herzen. Der hat sogar einmal eine Linde, die gefällt werden sollte, ausgegraben, auf seiner Radladerschaufel nach Hause gefahren und bei uns im Hof eingepflanzt. Da steht sie immer noch.“

Die Renaturierung bearbeiteter Flächen ist der Familie Eble auch in der eigenen Kiesgrube ein großes Anliegen.

„Uns ist es wichtig, wieder naturnahe Flächen mit viel Grün zu erhalten. Auf unserem Gelände finden viele Wildtiere, aber auch Schafe, Pferde oder Enten ein Zuhause.“ son

Es gibt viel zu sehen bei Ebles

Die Familie Eble präsentiert sich mit ihren Mitarbeitern und ihrem Fuhrpark vor dem neuen Firmengebäude. FOTO: PRIVAT
Die Familie Eble präsentiert sich mit ihren Mitarbeitern und ihrem Fuhrpark vor dem neuen Firmengebäude. FOTO: PRIVAT
Später dazugekommen ist auf dem gleichen Gelände eine große Halle, in der sich nun E-Werk, Technikmuseum und Event-Location befinden. Diese kann für verschiedene Veranstaltungen oder Familienfeiern gemietet werden, zusätzlich verfügt sie über einen Seminarraum.
   
Die im E-Werk und Technikmuseum integrierte Event-Location kann gemietet werden. FOTO: PRIVAT
Die im E-Werk und Technikmuseum integrierte Event-Location kann gemietet werden. FOTO: PRIVAT
Eine Leidenschaft der Familie Eble sind alte Fahrzeuge. FOTO: SONJA NIEDERER
Eine Leidenschaft der Familie Eble sind alte Fahrzeuge. FOTO: SONJA NIEDERER
Eine kleine Anekdote des Firmengründers kann Sonja Kast berichten. Eine Leidenschaft ihres Großvaters seien auch Fahrzeuge der unterschiedlichsten Art gewesen. „Wie er zu diesen Oldtimern gekommen ist, darum rankt sich so manche abenteuerliche Geschichte“, weiß die Enkelin. Einmal sei er sogar, ohne ein Wort Französisch zu sprechen, nach Frankreich gereist, um eine Dampfmaschine zu kaufen.

Sein Gegenüber habe auch kein Deutsch gesprochen. „Aber irgendwie haben sie sich dann doch verständigen können und der Handel wurde gemacht.“

Etliche der Oldtimerfahrzeuge von früher und noch viele im Laufe der Jahre dazugekommene, wie auch die genannte Dampfmaschine, können am Jubiläumswochenende bestaunt werden. son
    

Info

Am Samstag, 14. September, ab 14 Uhr findet ein großes Oldtimer-Kipper-Treffen auf dem Gelände des Verkehrsicherheitszentrums Baltringen in der Schemmerberger Str. 29- 31, in Baltringen statt.

Am Sonntag, 15. September, ab 11 Uhr, öffnet sich das Gelände für das US-Car- und Oldtimer-Treffen.

An beiden Tagen stehen zudem die Tore des E-Werk Technikmuseum und Eventlocation der Familie Eble offen, und es wird zur Besichtigung eingeladen.

Für die Verpflegung mit Getränken und Speisen durch den Musikverein Baltringen auch bestens gesorgt. son