Reinheitsgebot für Brot und Brötchen

Schmuck und einladend ist der neue Wucherer geworden. FOTOS: SUSI DONNER
WEILER (dos) – Leise schwingt die elektrische Tür auf. Es duftet unbeschreiblich gut nach frisch gebackenem Brot. Appetitlich und verführerisch lockt das Angebot in der Theke: knusprige Brotlaibe, die beispielsweise „Alter Schwabe“ heißen, aus reinem, selbst gemahlenem Dinkelvollkornmehl gebacken sind, mit Meersalz und vielen Sonnenblumenkernen verfeinert sind. Oder Kornwurzen und Krustis, Tigerseelen und Laugengebäck. Daneben versprechen Snacks wie Zwiebelkuchen, Allgäu Burger und der scharfe Holzfäller oder auch süße Backwaren und Kuchen Genuss.

Wo es das alles gibt? In der Bäckerei Wucherer, die vor ein paar Wochen nach kurzer Umbauphase Neueröffnung gefeiert hat. Meisterbäcker Markus Keller und seine Familie haben die seit 150 Jahren in Weiler ansässige Bäckerei vor vier Jahren übernommen. Nun haben sie sie in ein zeitgemäßes, heimeliges Schmuckstück verwandelt. Mit viel Holz, Glas, Leder, Metall, Stein und einem durchdachten LED-Lichtkonzept. Im neuen großen Steinbackofen werden die guten Steinofen-Brote, sowie künftig Flammkuchen oder Pizzen gebacken.

Neu sind auch die behindertengerechte Toilette, sowie ein Wickeltisch.
   
Meisterbäcker Markus Keller mit seinen Töchtern Chiara, Selina und seiner Frau Heike. Daneben zeigen Chiara und Selina stolz die „Kinder-Brezel-Schublade“. Aus der dürfen sich die Kinder der Kunden ein Laugengebäck herausnehmen.
Meisterbäcker Markus Keller mit seinen Töchtern Chiara, Selina und seiner Frau Heike. Daneben zeigen Chiara und Selina stolz die „Kinder-Brezel-Schublade“. Aus der dürfen sich die Kinder der Kunden ein Laugengebäck herausnehmen.
Nur gute Zutaten aus der Region

„Wir haben für unsere Renovierung tolle Unterstützung von örtlichen Firmen aus Weiler und Scheffau erhalten. Die Handwerker haben so gut zusammengearbeitet, dass alles in nur zwei Wochen fertig wurde“, betonten der Bäckermeister und seine Frau Heike. Auch bei ihren Mitarbeitern in der Backstube und im Verkaufsraum bedanken sie sich, die alle fleißig mitgeholfen haben.

Das vielleicht wichtigste für die Kunden: In der Bäckerei Wucherer gibt es keine Fertigmischungen. Markus Keller verspricht seinen Kunden, dass er sein sich selbst auferlegtes Reinheitsgebot für Brot und Brötchen stets einhält. Denn auch seinen Auszubildenden in seinem siebenköpfigen Backstubenteam möchte er Handwerkstradition und Werte vermitteln. Für seine Brot- und Kleinbackwaren verwendet er nur Getreide aus der Region, schonend vermahlen in hiesigen Mühlen, seinen hauseigenen Sauerteig, das gute Allgäuwasser, Salz und Hefe. Je nach Sorte runden Saten, Flocken, Nüsse, Olivenöl, Backferment und Gewürze das Rezept ab. Außerdem lässt er den Teigen viel Zeit zum Reifen. Dass er für Brot und Brötchen keine chemischsynthetischen Zusatzstoffe wie künstliche Emulgatoren, Konservierungsstoffe, Farbstoffe, etc. verwendet, sei an dieser Stelle nur der Form halber erwähnt. Für ihn ist das reine Selbstverständlichkeit. „Besonders stolz bin ich auf unsere guten Dinkelbackwaren. Sie bestehen zu hundert Prozent aus Dinkelgetreidespezialitäten“, sagt Keller. Vollkorn mahlt er in der eigenen Steinmühle selbst, um alle wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe zu erhalten.

Die leckeren Backwaren, Konditoreierzeugnisse oder deftigen Snacks kann man nun mitnehmen, oder sie in der gemütlichen Café-Ecke verspeisen – zum Frühstück, in der Mittagspause oder zum behaglichen Kaffeeplausch.