Den Wohnbereich mit einer Wärmepumpe abkühlen

Wärmepumpen, die umkehrbar sind, können im Sommer auch zum Kühlen der Räume verwendet werden. Dadurch ist es möglich, über dasselbe System umweltfreundlich und effizient ganzjährig eine angenehme Wohlfühltemperatur zu erzeugen. FOTOS: OH
Sie sind effizient, langlebig, umweltschonend, wartungsarm und haben einen entscheidenden Vorteil: Wärmepumpen bieten als einziges Heizsystem die Möglichkeit, im Winter zu heizen und im Sommer die Raumtemperatur abzusenken.

REGION - Etwa 40 Prozent der neu errichteten Wohnhäuser in Deutschland sind heute mit Wärmepumpen-Technik ausgerüstet. Dieser Wert hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Die Vorteile rechnen sich vor allem langfristig: Es muss keine Gasleitung gelegt werden, man benötigt keinen Tank für Öl und ist unabhängig von fossilen Brennstoffen und Preisschwankungen. Es entfällt die jährliche Schornsteinfegerwartung, und in Verbindung mit Photovoltaik auf dem eigenen Dach kann man sogar energieautark heizen, kühlen und warmes Wasser erzeugen.

Nicht jede Wärmepumpe kann kühlen

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Grundsätzlich funktionieren Wärmepumpen ähnlich wie ein Kühlschrank. Doch während der Kühlschrank seinem Innenraum die Wärme entzieht und nach draußen abgibt, entzieht die Wärmepumpe dem Außenbereich die Wärme und gibt sie als Heizenergie an das Haus ab. Kehrt man diesen Prozess um, kann man die Räume auch kühlen. Dies ist bei sämtlichen Wärmequellen, also auch bei Luftwärmepumpen, möglich. Es ist nur wichtig, darauf zu achten, dass die Wärmepumpe technisch auch zur Kühlung ausgelegt ist.

Passive oder aktive Kühlung?

Besonders effizient ist die passive Kühlung. Dafür können nur erd- und grundwassergekoppelte Systeme genutzt werden. Dazu wird bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe das vorhandene niedrigere Temperaturniveau des Erdreichs oder bei der Wasser-Wasser-Wärmepumpe die Temperatur des Grundwassers genutzt und über einen Wärmetauscher auf das Heizsystem übertragen. Die Kühlung erfolgt dabei über die Fußboden- oder Wandheizung. Allerdings ist die Leistung eines passiven Systems auf etwa 3 Grad Abkühlung der Raumtemperatur begrenzt.

Sommer, Sonne, kühles Haus

Die Vorteile: Es ist eine preiswerte und umweltschonende Lösung mit geringem Mehraufwand bei der Montage sowie niedrigem Energieaufwand beim Kühlen. Bestenfalls kann ein Teil der sommerlichen Wärme im Untergrund gespeichert und im folgenden Winter zum Heizen des Gebäudes genutzt werden.

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Die aktive Kühlung ist sowohl mit erd- als auch mit Luftwärmepumpen möglich, sofern sie über ein reversibles System verfügen. Hier wird der Kältekreislauf der Wärmepumpe umgekehrt und es erfolgt eine Abkühlung des zirkulierenden Heizkreiswassers. So kann auch hier über die Fußboden- oder Wandflächenheizung gekühlt werden. Möglich ist es aber auch, die abstrahlende Kühle des Heizkreises im Wohnbereich über Heizkörper und bestenfalls über Gebläsekonvektoren verteilen zu lassen. Bei dieser Variante ist allerdings die Wärmepumpe in Betrieb – das heißt es fallen höhere Stromkosten an.

Zusammengefasst: Aufgrund der langanhaltenden, heißen Sommertemperaturen der letzten Jahre sind Klimaanlagen in Deutschland immer gefragter, jedoch sehr strom- und damit kostenintensiv und vor allen Dingen belastend für die Umwelt. Wer eine Wärmepumpe verwendet, kann mit diesem System sowohl heizen als auch kühlen. Je nach Bedarf und Voraussetzungen kommen zwei technisch unterschiedlichen Varianten in Frage. (djd)

Info

Vor der Installation einer Wärmepumpe mit Kühloption sollte Folgendes beachtet werden:

- die Entscheidung zur passiven oder aktiven Kühlung muss vor der Installation erfolgen
- die Dimension der Kühlleistung im Verhältnis zum Haus ist entscheidend: möglichst genaue Kühllastrechnung (zum Beispiel nach VDI 2078) durchführen
- die Auslegung der Heizflächen muss für die Kühlung angepasst werden
- Bei der gemeinsamen Nutzung zur Heizung und Kühlung sollte bei der Planung auf die bei der Kühlung größeren erforderlichen Volumenströme geachtet werden
- durch Kühlung entsteht Kondensat: die richtige Abfuhr berücksichtigen, gegebenenfalls Taupunktregelung beachten