Aussegnungshalle bei Wettbewerb „Beispielhaftes Bauen Alb-Donau-Kreis und Ulm“ ausgezeichnet

So sieht die Aussegnungshalle aus. FOTOS: HARALD MARKA
BERGHÜLEN (la) - 21 Bauwerke sind beim Wettbewerb „Beispielhaftes Bauen Alb-Donau-Kreis und Ulm“ ausgezeichnet worden. Darunter auch die Aussegnungshalle in Berghülen – mit den Architekten Ott. Recht spektakulär wirkt die Form der Aussegnungshalle, die im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde. Die ursprüngliche Leichenhalle wurde zur Aussegnungshalle weitergebaut. Eine geschwungene Dachform sowie die großzügigen Verglasungen stechen hervor. „Ein ab-straktes Kunstwerk mit Blattgold an der westlichen Sichtbetonwand mit Fortsetzung in der Glasfläche fügt sich wie selbstverständlich in die Materialität des Innenraums ein, begründet die Jury. „So ist ein einzigartiger und würdevoller sakraler Raum entstanden.“

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Von den 98 Vorschlägen hatten es 38 Bauwerke in die engere Auswahl geschafft. Jede dieser 38 Arbeiten sah sich die Jury vor Ort an. Die Aussegnungshalle in Berghülen, sagte der Jury-Vorsitzende Thomas Herrmann, „war die größte Überraschung des Rundgangs“.
  
Intensive Gespräche mit Auszubildenden. 
Intensive Gespräche mit Auszubildenden.
 
Das bestehende Gebäude aus dem Jahre 1968 war für die Trauerfeiern der Gemeinde zu klein geworden. Ferner war der Wunsch nach mehr als einem Wetterschutz gewachsen. Sanierungsfällig war zudem das expressive Dach. Der starke Ausdruck des zum Himmel strebenden Daches mit den einladend geschwungenen Giebeln wurde aufgenommen und fortgesetzt. Die Tragstruktur blieb erhalten und wurde nach Westen um eine weitere Achse ergänzt. Somit entstand der vergrößerte Innenraum mit Nische für den Chor und ein neuer Zugang mit Rückzugsraum für den Pfarrer. Die neu hinzugefügte, westliche Außenwand sei bewusst über schräg gestellte Wandseiten an den Bestand angeschlossen worden. Glasfassaden schließen den ehemals offenen Raum an den Giebeln nun ab.  

Tragwerksplanung Ing.-Büro A. Stuhlinger

Anstelle eines Kreuzes wurde eine künstlerisch gestaltete Fläche aus Linien aus Blattgold auf die Rückwand aufgebracht; je nach Lichtsituation entstehen vielschichtige Eindrücke mit variabler Reflexion und Transparenz.

Berghüler weihen Aussegnungshalle ein

Bei der Aussegnungshalle wurde fleißig gewerkelt. FOTOS: SCHOLZ 
Bei der Aussegnungshalle wurde fleißig gewerkelt. FOTOS: SCHOLZ 
BERGHÜLEN (la) - Das Großprojekt der Berghüler Aussegnungshalle sowie des Friedhofs neigt sich dem Ende zu. Der Abschluss der umfangreichen und kostenintensiven Arbeiten soll gefeiert werden – mit der Einweihung zur Erweiterung des Friedhofs und der Aussegnungshalle am Sonntag, 28. Juli. Los geht es um 13.30 Uhr.

Zu wenig Grabflächen und Trauernde, die in Berghülens überfüllter Aussegnungshalle keinen Platz haben: Diese Probleme wollte die Gemeindeverwaltung beheben. Deshalb sollte für etwa 1,6 Millionen Euro der Friedhof erweitert und die Aussegnungshalle umgebaut werden. Die Pläne wurden dem hiesigen Gemeinderat im Jahr 2016 vorgestellt.

Die Aussegnungshalle stammt aus den 70er-Jahren. Der Umbau müsse so schonend wie möglich erfolgen, so damals der beauftragte Architekt Matthias Ott. Dacherweiterung, Elektroarbeiten, Fußbodenheizung, Estrich- sowie Fliesen- und Malerarbeiten, neue Möblierung: Immer wieder entschieden die Mitglieder des politischen Gremiums über weitere Ausschreibungen und damit die Vergabe von Arbeiten an die entsprechenden Gewerke.

Auch die Außenanlagen des Friedhofes wurden saniert. 
Auch die Außenanlagen des Friedhofes wurden saniert. 
Während die Arbeiten an der Aussegnungshalle dann abgeschlossen wurden, dauern jene Maßnahmen im Außenbereich noch weiter an. Diese waren in drei Bauabschnitte aufgeteilt. Erweiterung, Wegearbeiten, Vorplatzgestaltung oder auch die Versetzung der Außenmauer: Der Anlass für die Arbeiten war einst, dass die Gemeinde nicht mehr ausreichend Doppelgräber zur Verfügung hatte. Trotz der Zunahme der Urnenbestattung gebe es eine Nachfrage nach Doppelgräbern. Mit der Erweiterung kam dann auch das Thema alternativer Bestattungsformen – Rasengräber, Urnenwand sowie Baumgräber ähnlich des Friedwaldes – auf. Jetzt stehen laut dem Bürgermeister Bernd Mangold noch Restarbeiten wie die Bepflanzung an. Er freue sich über den Abschluss.