Ihr Recht als Verbraucher

Wer Schnäppchen machen will, muss nicht auf seine Rechte als Verbraucher verzichten. Was im Schlussverkauf gilt – und was nicht.

Umtausch:
Reduzierte Waren im Schlussverkauf sind meist grundsätzlich vom Umtausch ausgeschlossen. Wer also einwandfreie Ware umtauschen will, ist auf die Kulanz des Händlers angewiesen. Ist die Ware aber mangelhaft, kann der Kunde dies reklamieren. Aufpassen müssen Verbraucher, wenn Ware wegen eines Fehlers oder leichter Verschmutzung reduziert wurde: Eine Reklamation ist dann nicht möglich – hingegen schon, wenn ein zusätzlicher Mangel auftritt.

Nachbesserung, Nachlieferung
Bei einem Fehler hat der Kunde nicht sofort das Recht, sein Geld zurückzuverlangen. Zunächst darf der Händler Ersatz oder eine Reparatur anbieten. Erst wenn diese Bemühungen erfolglos waren, kann der Kunde einen Preisnachlass aushandeln oder die Ware zurückgeben.

Reklamationsfrist:
Für Händler gilt eine zweijährige Gewährleistungsfrist, in der sie für das Produkt haften. Deshalb: Kassenbon aufheben! Tritt innerhalb des ersten halben Jahres ein Mangel auf, muss der Händler beweisen, dass das Produkt beim Kauf einwandfrei war. Danach muss der Kunde nachweisen, dass die Ware schon beim Kauf beschädigt war.

Lockvogel-Angebot:
Ist eine angepriesene Ware schon nach kürzester Zeit nicht mehr erhältlich, liegt der Verdacht eines Lockvogel-Angebots nahe. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sieht vor, dass Sonderangebote für einen angemessenen Zeitraum vorrätig sein müssen – in der Regel bedeutet das: mindestens zwei Tage.

Keinesfalls darf das angepriesene Produkt bereits an dem Tag ausverkauft sein, an dem die Werbung erscheint. Verbraucherschützer raten, sich in einem solchen Fall an die Geschäftsleitung zu wenden und so zu erreichen, dass die Ware nachbestellt wird.

Karte verführt zum Geldausgeben

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Es ist so verlockend: Drei Hosen zum Preis von zweien, und den neuesten Fernseher gibt es mit Null-Prozent-Finanzierung. Geld ausgeben macht Spaß. Zumindest bis zu einem gewissen Grad. Wie vermeidet man den Ärger über unnötige Käufe?

Eine neue Handtasche, ein schicker Bluetooth-Lautsprecher oder der Detox-Tee für 15 Euro? Wir treffen häufig Kaufentscheidungen, weil sich unser Gehirn davon einen positiven Effekt verspricht. „Das Gehirn bewertet verschiedene Optionen und weist dann denen, von denen es sich am meisten verspricht, den höchsten Belohnungswert zu“, erklärt Neurowissenschaftler Prof. Bernd Weber von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Nach dem Konsum kommt es so zu einer Art Belohnung im Gehirn - einem Glücksgefühl. Teilweise schwenkt die anfängliche Freude nach dem Kauf aber in ein Gefühl des Bereuens um, wenn etwa unnötig Geld ausgegeben wurde. Die Lösung ist also vernünftiges Einkaufen — wobei das nicht auf Kosten des Spaßes geschehen muss. Es spricht nichts dagegen, sich hin und wieder etwas Schönes zu gönnen.

Um nachträglichen Unmut zu vermeiden, empfiehlt Finanzpsychologin Monika Müller aus Wiesbaden, genau zu überlegen, was mit einem Kauf erzielt werden soll. Soll Shopping nach der Arbeit etwa einen Ausgleich liefern, sei es ratsam zuerst nach den Ursachen der Unausgeglichenheit zu suchen. Zudem sollte man sich vorher Fragen stellen: „Brauche ich dieses Produkt wirklich? Und wenn ja: Brauche ich es jetzt?“, rät Sylvia Groh von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wer sich mit dem Kauf bis zum Schlussverkauf oder bis zur nächsten Saison gedulden kann, spart meist.

Nicht immer liegt es in der Macht des Kunden, einigermaßen rational eine Kaufentscheidung zu treffen. Lockangebote, Grabbeltische, auch eine besonders große Auswahl erschweren es, die Produkte sinnvoll zu vergleichen. Entscheidungen werden unterbewusst durch gezielte Präsentation oder Verpackungssignale beeinflusst. „Das Produkt, auf welches man zuerst schaut, hat einen Vorteil gegenüber anderen Produkten“, erläutert Prof. Weber.

Auch hier gilt: Um nicht unnötig viel Geld auszugeben und sich nicht in die Irre führen zu lassen, sollte man sich überlegen, welche Produkte gebraucht werden. „Man ist zu Hause eher in der Lage, zu planen. Und es ist sehr gut belegt, dass man sich auch daran hält“, erläutert der Neurowissenschaftler.

Beliebt sind Angebote wie „Drei für zwei“ oder kleine Geschenke ab einem bestimmten Umsatz. Grundsätzlich sind solche Aktionen eine gute Gelegenheit, um weniger Geld auszugeben. Problematisch wird es, wenn man eigentlich nur ein Teil braucht, am Ende aufgrund des Super-Schnäppchens aber mehrere Produkte kauft — und mehr ausgibt.

Auch die Bezahlweise kann Auswirkung auf das Kaufverhalten haben. „Es gibt gute Studien, die belegen, dass man mit Bargeld dazu tendiert, weniger Geld auszugeben als mit Kartenzahlung“, hebt Prof. Weber hervor. Auch Groh vermutet, dass bei der Kartenzahlung schneller die Kontrolle verloren geht, da man das Geld nicht sieht. Trotz aller guten Ratschläge lässt sich das Konsumverhalten nicht von jetzt auf gleich ändern. Es dauert mehrere Monate, bis gewohnte Verhaltensmuster durchbrochen werden können.