Elektromobilität für aktive Rollstuhlfahrer und Senioren

Unsere bestgeschulten Mitarbeiter beraten Sie auch gerne zu Hause in Ihrem gewohnten Umfeld. Fotos: Häussler/Roland Schütter
Von Roland Schütter

Mobil zu sein ist fast schon ein Grundbedürfnis. Sozialkontakte pflegen, die Welt erkunden, Besorgungen erledigen, Freizeitaktivitäten nachgehen. Danach streben wir alle. Auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität, ob aktive Rollstuhlfahrer, oder unternehmungslustige Senioren, haben dieses Bedürfnis. Für beide Gruppen stehen nützliche, elektrisch betriebene Antriebsformen zur Verfügung.

Sie nimmt zu, die Zahl der Senioren in Deutschland: 2040 wird jeder Dritte 60 Jahre und älter sein, die Zahl der über 75-Jährigen wird sich verdoppelt haben. Gesund und aktiv alt werden, wer wünscht sich das nicht? Schließlich fördert aktive Mobilität die Gesundheit, aber ist leider noch immer durch viele Barrieren eingeschränkt. Denn unser Verkehrssystem ist auf gesunde, junge Menschen zugeschnitten. Wie sieht der Alltag in der Zukunft aus? Wie sehr werden Selbstbewusste auf Elektromobilen oder Rollstuhlantrieben das Straßenbild prägen - und was braucht es dazu?

Mit einer eingeschränkten Beweglichkeit in jüngeren Jahren oder im Alter ändert sich das Mobilitätsverhalten. Anzahl und Länge der Wege nehmen ab, nicht selten wird Bewegungsmangel zum Teufelskreis: Wer wenig Freude daran hat, erlebt Wege als anstrengender und bewegt sich noch weniger, worauf die Beschwerden zunehmen - bis gar nichts mehr geht. Das Risiko für Rücken- und Gelenkschmerzen, Herzmuskelerkrankungen oder Typ-2-Diabetes steigt, die Fähigkeit, sich zu orientieren, nimmt ab. Bewegungsaktive Mobilität dagegen stärkt Gesundheit, Selbstständigkeit und soziale Partizipation. Wie sind aktive Menschen unterwegs? Meist umweltfreundlich, aber nicht wirklich kraftsparend: Über die Hälfte erledigt Einkäufe zu Fuß oder erreicht Freizeitaktivitäten über öffentliche Verkehrsmittel - gezwungenermaßen, denn ohne Mobilität keine gesellschaftliche Teilhabe.

Bis 2022 vollständige Barrierefreiheit im öffentlichen Raum?
  
Mit unserer Werkstatt auf Rädern sind wir schnell bei Ihnen vor Ort und sorgen dafür, dass Sie mobil bleiben. Wir kommen gerne zu Ihnen nach Hause.
Mit unserer Werkstatt auf Rädern sind wir schnell bei Ihnen vor Ort und sorgen dafür, dass Sie mobil bleiben. Wir kommen gerne zu Ihnen nach Hause.
Doch der Weg zum barrierefreien, fehlertoleranten Verkehrssystem ist ausbaufähig, obwohl laut Personenbeförderungsgesetz (PbfG) bis 2022 vollständige Barrierefreiheit herrschen soll. Auch die Verkehrssicherheit lässt zu wünschen übrig. Ob auf Schusters Rappen oder per Elektromobil unterwegs, breitere, barrierefreie Gehsteige, abgesenkte Bordsteinkanten, bequemere Fußgängerzonen und längere Grünphasen an Fußgängerampeln führen die Wunschliste von Betroffenen an. Dabei gehören die kleinen Gefährte inzwischen zum Stadtbild. Sie sind leicht zu bedienen.

Der Wunsch nach Mobilität ist groß

Dass sich aktive und moderne Senioren längst nicht mehr mit Mobilitätseinschränkungen abfinden, zeigen Statistiken: Der Bevölkerungsanteil mit Autoführerschein in der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Mobilität ist Lebensqualität und scheint die Verfügbarkeit eines Pkw vorauszusetzen. Das Problem: Oft sind Senioren in komplexen Verkehrssituationen, die Entscheidungsfähigkeit und Reaktionsleistung verlangen, überfordert. Aber auch nachlassendes Sehvermögen, fehlende Multitasking-Fähigkeit und vermindertes Leistungstempo, im Verbund mit verringerter körperlicher Beweglich- und Belastbarkeit werden zum Sicherheitsrisiko. Fahrzeugzulassungen zeigen, dass viele ältere Kunden Modelle bevorzugen, die neben Fahrassistenzsystemen eine hohe Sitzposition, große Türöffnungen und gute Rundumsicht bieten.

Gute Ansätze, aber nicht ausreichend. Zielführender erscheint die Rolle von Ärzten bei der Verkehrssicherheitsberatung Älterer zu stärken und eine freiwillige Fahreignungsprüfung ab dem 70. Lebensjahr einzuführen. Warum nicht auch für Scooter-Fahrer? Alltagswege mit dem Elektromobil zurückzulegen, trainiert die Feinmotorik, stärkt die Muskeln und steigert die Körperfitness insgesamt. Spezielle Kurse erhöhen die Fahrsicherheit von Senioren-Elektromobil-Fahrern - so erweitert sich mit dem frisch erworbenen Autonomiebewusstsein auch der persönliche Aktionsradius. Besonders in ländlich-zersiedelten Regionen erweist sich der Scooter als ideal, um die Ortszentren zu erreichen - gut ausgebaute Radwege entlang von Landstraßen vorausgesetzt und egal für welche Altersgruppe.

Elektromobil: Nachlassende Sensorik und Motorik ausgleichen
  
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Anders als die Automobilindustrie, die zwar Fahrerunterstützungssysteme für den Lenker entwickelt, aber Fahrzeuge nicht als „Seniorenauto“ vorstellt, hat die Industrie keine Angst vor einem vermeintlichen Stigma - und registriert eine vermehrte Nachfrage. Denn Scooter treffen den Wunsch der Besitzer, sie von der aktiven Fahrzeugführung wenigstens in Teilaufgaben zu befreien. Senioren und Aktive wollen mit minimalem Aufwand, aber maximal flexibel und unabhängig zum Wunschziel gelangen und dabei alles Mögliche ohne viel Aufwand transportieren. Eine Mobilitätsalternative zum Auto also, die ebenso unabhängig macht, aber nachlassende sensorische und motorische Funktionen über vereinfachte Bedienung - wie übersichtliches Cockpit, Fahrhebelwippe und besondere Wendigkeit des Scooter kompensiert. Diese Elektromobile, E-Scooter oder mobilen Hilfen, können ohne Führerschein gefahren werden - zwischen 6 und 20 km/h schnell. Dazu ist ihr energiesparender Elektromotor günstig im Unterhalt - einfach an der Haushaltssteckdose aufladen. Die Familie beim Spaziergang im Park begleiten? Aktionsradius erweitern und 40 km weit entfernte Freunde besuchen? Kein Problem mehr.

Vielfältige Angebote mit einer großen Bandbreite an Möglichkeiten

Aktivrollstühle, Sportrollstühle, Faltrollstühle, Handbikes sowie ein umfangreiches Zubehör sind eine andere Alternative. Innovative Rollstuhl und Handbike-Hersteller sehen ihre Ziele in der Verbesserung der Lebensqualität und Mobilität der Nutzer. Rund um den Globus helfen diese, Menschen die Mobilität im täglichen Leben so einfach wie möglich zu machen. Ergänzt wird dies durch Zug- und Vorsatzgeräte. Zuggeräte werden an den Rollstuhl adaptiert und „ziehen“ über einen elektrischen Antrieb den Rollstuhl und seinen Nutzer. Vorsatzgeräte werden an den Rollstuhl adaptiert, um dem Nutzer einen zusätzlichen Nutzen zu bringen wie beispielsweise eine Betriebsbremse oder ein größeres Rad zur Hindernisüberwindung. Ein elektrischer Zusatzantrieb macht aus jedem manuellen Rollstuhl einen wendigen und transportablen elektrischen Rollstuhl, der sehr leicht ist. Und dann gibt es noch Schiebe-und Bremshilfen für Rollstühle. Die Auswahl an elektrischen Antrieben ist groß und für Jeden gibt es die passende Lösung.

Stöbert man in Autozeitschriften und Gesundheitsmagazinen, trifft man auf eine Fülle von Anzeigen, die für Elektromobile werben. Bei vielen Interessierten tauchen dann Fragen auf, wie diese:

Welches Produkt ist das richtige für mich?
Wie und wo darf ich das Gefährt nutzen?
Wie muss das Elektromobil versichert werden, besteht Steuerpflicht, muss ich zum TÜV?
Wer repariert mir mein „heiliges Blechle“?
Wie überwintere ich sinnvoll mein Fahrzeug?

Produktauswahl:

Nutzergewicht, Einsatzbereich, Transportfähigkeit, Reichweite und Leistung, sind Kriterien, die für die Wahl des richtigen Fahrzeugs entscheidend sind. Die Bandbreite reicht vom faltbaren Kleinmodell, über Stadtflitzer, bis hin zum Outdoor-Modell mit respektablen Steigfähigkeiten. Bei Bedenken eines Kaufes über das Internet, oder der Auswahl eines fernen „Werbeanzeigen-Anbieters“, empfiehlt sich die Beratung eines lokalen Fachhändlers, der zudem professionell Wartungen durchführen kann und über nützliches Zubehör informiert.

Neben der fachmännischen Produktberatung verfügen Sie so über einen lokalen Partner für Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten.

Nutzung:

Unterschieden wird zwischen folgenden Varianten: 6, 10, 15 bzw. 20 km/h

Mit einem Modell dessen Höchstgeschwindigkeit 6 km/h beträgt, darf man in Fußgängerzonen und auf Gehwegen in Schrittgeschwindigkeit fahren. Ist kein Gehweg vorhanden, so darf man auch die Straße benutzen.

Fahrzeugen über 10 km/ h ist es gestattet auf Radwegen und Landstraßen zu fahren.

Ebenso ist bei den 10 und 15 km/h Varianten eine Haftpflichtversicherung, sowie ein Nummernschild erforderlich.

Für Fahrzeuge bis 15 km/h besteht keine Führerscheinpflicht. Sie sind weder KFZ-Steuerpflichtig, noch müssen sie zum TÜV.

Wartung:

Entscheidend für die Lebensdauer der Batterien: Der richtige Umgang mit den Ladezyklen und die Vermeidung von Tiefenentladung. Beispielsweise bei Nichtnutzung über den Winter, wenn man die Batterien nicht ausbaut, oder regelmäßig lädt.

Ansonsten empfiehlt sich eine jährliche Durchsicht, um sich von der intakten Funktion von Mechanik, Elektronik und der Bremsanlage zu überzeugen.

Zusammenfassend kann man bei einem Elektromobil von einem praktischen, umweltfreundlichen und vielseitig einsetzbaren Gefährt sprechen, das Senioren und Aktive mobil hält und deren Lebensqualität steigert.