Diagnose übers Netz - Hausbesuch vom Arzt digital

Hausbesuch digital: Das Projekt „docdirekt“ entwickelt sich positiv.
Digitale Technologien ermöglichen innovative Versorgungs- und Behandlungskonzepte für die ambulante vertragsärztliche Versorgung. Mit docdirekt bringt die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) als erste Kassenärztliche Vereinigung ein Telemedizin-Projekt auf den Weg.

Das bietet den Patienten einen qualitätsgesicherten telemedizinischen Zugang zu ärztlicher Versorgung. Möglich geworden ist docdirekt nach einer Änderung der Berufsordnung durch die Landesärztekammer (LÄK) Baden-Württemberg. Die hat das Verbot der Fernbehandlung gelockert. Ärzte dürfen nun unter bestimmten Voraussetzungen in dafür ausgewiesenen Projekten die Fernbehandlung erproben.
  

Aesculap AG

Partner für die technologische Umsetzung ist das Unternehmen TeleClinic aus München, das die Infrastruktur für eine sichere Kommunikation zwischen Tele-Arzt und Patient zur Verfügung stellt.

Das Modellprojekt docdirekt war zunächst auf die Stadt Stuttgart sowie den Landkreis Tuttlingen beschränkt. Nach erfolgreicher Testphase haben die niedergelassenen Ärzte ihr Angebot inzwischen auf das ganze Bundesland Baden-Württemberg ausgeweitet.

Die KVBW ist verantwortlich für die Organisation der ambulanten medizinischen Versorgung im Land. Sie vertritt die rund 21.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Baden-Württemberg.

docdirekt steht allen Patienten, die gesetzlich krankenversichert sind, in Baden-Württemberg offen. Bei akuten gesundheitlichen Beschwerden und wenn der eigene Haus- oder Facharzt nicht erreichbar ist, können sich Patienten bei docdirekt melden. docdirekt ist für Patienten kostenfrei; die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen – wie bei jedem anderen Arztbesuch auch – das Honorar für den Arzt. Privatversicherte können den Service von docdirekt nicht nutzen.

Wenn Sie bei docdirekt anrufen, sprechen Sie zunächst mit einer medizinischen Fachangestellten (MFA). Diese nimmt Ihre Personalien auf. Am besten halten Sie dafür – wenn möglich – Ihre Gesundheits-/Versichertenkarte der gesetzlichen Krankenkasse bereit.

Wenn Sie docdirekt über die App oder die Web-Plattform nutzen möchten, registrieren Sie sich zunächst mit Ihren Versichertendaten (Name Ihrer Krankenkasse, Versichertennummer). Sobald Sie Ihr Nutzerprofil eingerichtet und bestätigt haben, können Sie einen Chat starten oder einen Videoanruf machen. Sollten Sie die E-Mail zur Bestätigung Ihres docdirekt-Accounts nicht erhalten, überprüfen Sie bitte auch Ihren Spam-Ordner.

Wollen Sie vom PC aus einen Videoanruf starten, benötigen Sie eine Internetverbindung (um eine flüssige Kommunikation zu gewährleisten, möglichst eine Breitbandverbindung), Mikrofon und Lautsprecher oder Headset sowie eine Kamera. Mobilgeräte benötigen lediglich einen Internetzugang. Empfehlenswert ist hier WLAN oder ein Datentarif mit entsprechendem Volumen.
  

Kontakt

docdirekt ist via Videochat, Textchat und Telefon (0711 / 965 897 00) erreichbar. Für den Kontakt mit TeleÄrzten und medizinischem Fachpersonal stehen die Web-Plattform

docdirekt.teleclinic.com/login

sowie eine iOS- und Android-App zur Verfügung.

Aesculap digital erleben: 3D liegt voll im Trend

Bei der Entdeckungstour „Aesculap digital erleben“ haben Sie die Gelegenheit, unsere digitalen Produkte kennenzulernen und direkt auszuprobieren. Tauchen Sie dabei mit Hilfe von VR-Stationen in die virtuelle 3D-Welt der Medizintechnik ein.

Es erwarten Sie spannende Einblicke in unsere Containerfertigung und das Digitallabor werk_39. Die Räumlichkeiten unseres Betriebsrestaurants müssen Sie dazu nicht verlassen. Kommen Sie mit auf die Aesculap-Reise in die Zukunft der Medizintechnik!

Das eRezpt kommt

Patienten können ab November das eRezept nutzen: Apotheker- und Ärzteschaft in Baden-Württemberg gehen voran.

Landesapothekerkammer und –verband Baden-Württemberg planen das eRezept von Seiten der Apothekerschaft bereits seit 1,5 Jahren. Nun steht fest: Das Pilotprojekt GERDA (Geschützter e-Rezept-Dienst der Apotheken), mit dem das eRezept übermittelt werden kann, ist nun implementiert. Die Schnittstellen für eine Anbindung an GERDA sind bereits vorhanden. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) möchte nun bis Ende Oktober ein passendes Arzt- und Patientensystem für die Fernbehandlungsplattform docdirekt entwickeln, so dass Ärzte von docdirekt ab November eRezepte ausstellen und an GERDA übermitteln können.

Noch sind die Therapiemöglichkeiten bei den telemedizinischen Behandlungen der Ärzte begrenzt. Grund hierfür ist unter anderem, dass Ärzte im Rahmen der Fernbehandlung kein Rezept ausstellen können. Doch mit GERDA haben Landesapothekerkammer und –verband Baden-Württemberg den Startschuss für das eRezept gegeben. Die KVBW beginnt nun damit, die entsprechende Software zu entwickeln, um die Schnittstellen von GERDA bedienen zu können. Laut KVBW können Patienten dann ab November bei einer Online-Arztbehandlung mittels docdirekt das eRezept beziehen. Zunächst wird GERDA in einem Pilotprojekt in den Apotheken der Region Stuttgart und Kreis Tuttlingen getestet. Wenn weiterhin alles wie geplant läuft, ist es vorgesehen, dass GERDA Anfang 2020 in Apotheken in ganz Baden-Württemberg etabliert wird – aus Sicht der Projektpartner je früher, desto besser.