40 Jahre Sozialstation in Riedlingen

Die Mitarbeiter der katholischen Sozialstation laden zum 40-Jährigen Jubiläum nach Riedlingen. FOTOS: MICHAEL SETZ
Am kommenden Sonntag, 21. Juli, feiert die Sozialstation Riedlingen das 40-jährige Bestehen. Alle sind herzlich eingeladen, das Jubiläum mitzufeiern.
  
Simone Weber: Sozialer Beratungsdienst.
Simone Weber: Sozialer Beratungsdienst.
Immer mobil: Die roten Flitzer der Sozialstation.
Immer mobil: Die roten Flitzer der Sozialstation.
Christian Gnuschke (l.) und Rudolf Saier sind die Einrichtungsleiter.
Christian Gnuschke (l.) und Rudolf Saier sind die Einrichtungsleiter.
RIEDLINGEN (red/mf) – Vor 40 Jahren wurde die Sozialstation gegründet. Die Gründung fiel in die Zeit, in der sich familiäre Entwicklungen und kirchliche Veränderungen längst angekündigt hatten. Großfamilien waren damals schon die Ausnahme, Großeltern, Eltern und Kinder wohnten nicht mehr unter einem Dach. Beide Elternteile gingen bereits einer Erwerbstätigkeit nach und auch die Zahl der Kinder hatte sich deutlich verringert. Pflegebedürftige Menschen wurden im Netz der Familie immer weniger aufgefangen. Zur gleichen Zeit wurde eine kirchliche Veränderung in den Gemeinden spürbar. Ordensgemeinschaften, die in der Regel die örtlichen Krankenpflegestationen betrieben, mussten aufgrund Personalmangels schließen. In vielen Gemeinden war das vertraute Bild der Ordensschwester nicht mehr vorhanden. Der Staat, in seiner Daseinsvorsorge den Menschen verpflichtet, musste handeln. Aus dieser Situation entstand Anfang der Achtzigerjahre ein flächendeckendes Netz von kirchlichen Sozialstationen, Kranken-, Alten-, Haus- und Familienpflege wurden organisatorisch unter ein Dach zu ambulanten Diensten zusammengeschlossen, so auch in Riedlingen.

Große Veränderungen

Mit den Jahren und auch mit der Einführung der Pflegeversicherung hat sich das Portfolio der Sozialstation enorm verändert. Heute bietet diese nicht nur die klassische ambulante Pflege mit ausgebildeten Fachkräften an, genauso wichtig ist es, die Menschen mit Informationen über die häusliche Pflege zu informieren, welche Leistungen der Kassen ihnen zustehen, Hilfe im Haushalt, Palliativpflege, 24-Stunden-Notruf, Betreutes Wohnen und Nachbarschaftshilfe – nur um ein paar zu nennen. „Wir sind mittlerweile Organisator und Koordinator für alles“, sagt Rudolf Saier und Christian Gnuschke , Leitung der Sozialstation. Auch im Raum Riedlingen trennen sich immer mehr ältere Menschen von ihren Häusern, um in kleinere Wohnungen zu ziehen. Um diese neuen Lebensformen und auch dem Bedürfnis nach Betreuung gerecht zu werden, werden bis Ende 2020 in Bad Buchau eine neue Tagespflege und eine Einrichtung für Betreutes Wohnen gebaut. Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, dem Evangelischen Krankenpflegeverein, betreuen und pflegen wir täglich mit 90 Mitarbeitern bis zu 470 Patienten. Die Nachfrage für ein Betreutes Wohnen wird immer größer. „Die Frage sollte man sich schon früh stellen - Wo möchte ich im Alter und in welcher Wohnform leben?“ Die Kombination von Tagespflege, Sozialstation und Nachbarschaftshilfe ermöglicht es auch bei Pflegebedürftigkeit in der eigenen Wohnung zu bleiben, denn viele Serviceleistungen können zusätzlich in Anspruch genommen werden. „40 Jahre sind wir für die Menschen in der Region tätig, sorgen uns um sie und pflegen sie, weil sie uns einfach am Herzen liegen“, erklärt Rudolf Saier. „Zu unserem Jubiläum laden wir alle Interessierten ganz herzlich ein.“

Katholische Sozialstation Riedlingen

Programm/Info

Ab 10.30 Uhr gestaltet die Sozialstation im Rahmen des Gemeindefestes mit der Gemeinde einen Festgottesdienst.

Ein Ausblick auf den Herbst: Am 5. November hält Prof. Dr. Gert Krischak, Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie an der Federseeklinik in Bad Buchau, in der Sozialstation Riedlingen einen Vortrag über das Thema „Wenn die Knochen schmerzen“