Handwerkskammer Ulm eröffnet erweiterte Bildungsakademie

Die Bildungsakademie der Handwerkskammer Ulm auf dem Ulmer Kuhberg ist für 8,6 Millionen Euro erweitert worden. Der Ausbau der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten wurde von Bund und Land gefördert. Im Beisein von Landeswirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoff meister-Kraut sowie Andreas Kepper vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wurden jetzt nach rund 20 Monaten Bauzeit drei neue Ausbildungshallen eingeweiht.

Tradition bewahren, tatkräftig die Zukunft anpacken – das ist es, was das Handwerk ausmacht. Unter diesem Motto hat die Handwerkskammer Ulm in den vergangenen 20 Monaten für rund 8,6 Millionen Euro die Bildungsakademie am Ulmer Kuhberg modernisiert, investiert und weiterentwickelt.

Die Bildungsakademie der Handwerkskammer Ulm ist rund 50 Jahre alt und besteht seither aus zwölf Ausbildungshallen. Sie gewinnt durch die aktuelle Investition rund 3300 Quadratmeter an modernster Ausbildungsfläche hinzu, verteilt auf drei weitere Hallen. Nun gibt es neue Übungseinheiten für das Maler- und Lackierhandwerk, Elektrotechnik, Sanitär-Heizung-Klima-Technik, Schreiner und Sanitär-, Heizung und Lüftungsgewerke, ein Parkdeck und einen Service- und Beratungsbereich. Mit dem Bau der neuen Hallen, wurden insgesamt 60 neue Plätze für Aus-, Fort- und Weiterbildungsteilnehmer geschaffen.

Im Kammergebiet Ulm stiegen die Azubizahlen stetig trotz sinkender Schülerzahlen, 450 Gefl üchtete absolvieren inzwischen eine Ausbildung und rund 15 Prozent der Azubis sind Abiturienten. Diese Zahl habe man in den letzten sechs Jahren verdreifacht. „Damit leistet die Handwerkskammer einen wichtigen Beitrag für eine moderne und zeitgemäße Aus- und Weiterbildung im regionalen Handwerk und trägt somit zur Fachkräftesicherung bei. Dank großzügiger finanzieller Unterstützung durch Land und Bund“, verdeutlichte Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich. Für Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoff meister-Kraut ist diese Investition in die berufliche Bildung auch ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung. „Mit der Förderung unterstützen und sichern wir den Fach-und Führungskräftenachwuchs der mittelständischen Handwerksbetriebe. Durch die Lehrgänge werden ein hohes Niveau und die Qualität der Ausbildung gewährleistet. Attraktive und anspruchsvolle Bildungsangebote schaffen Perspektive“, so die Ministerin. „Um das Erfolgsmodell ‚Betriebliche Ausbildung‘ werden wir weltweit beneidet. Wir wollen daher in allen Schularten junge Menschen und ihre Eltern noch stärker für eine Ausbildung im dualen System begeistern. In Sachen Weiterbildungsbeteiligung haben wir in Baden-Württemberg bereits heute eine Spitzenposition inne“, so Hoffmeister-Kraut.

Neben Kursen zur Meistervorbereitung ermöglichen seit Anfang der 70er Jahre auch technische Fachlehrgänge eine Fort-und Weiterbildung.

Die 8,6 Millionen Euro teure Modernisierung des Ausbildungszentrums, für die vorwiegend regionale Betriebe beauftragt wurden, wurde im August 2017 gestartet und nun planmäßig abgeschlossen.

Das Land und der Bund fördern den Neubau mit insgesamt rund fünf Mio. Euro, davon trägt das Land 1,8 und der Bund 3,2 Millionen Euro. „Diese Investition der handwerklichen Selbstverwaltung zusammen mit den Fördergebern auf Landes- und Bundesebene bietet dem regionalen Handwerk beste Voraussetzungen für gute Bildung. Er war unbedingt nötig, denn berufl iche Bildung hat die gleichen Herausforderungen an eine moderne Weiterentwicklung wie alle anderen Bildungswege auch“, sagte Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm.

Das Gesamtgebäude ist als „lernende“ Werkstatt konzipiert und gebaut. Alle Schulungsaggregate der heutigen modernen Energietechnik lassen sich untereinander von den Teilnehmenden verbinden und über den PC oder das Smartphone bedienen. Bisher für sich stehende Sektoren können miteinander verbunden und Vor- und Nachteile direkt präsentiert werden. So entstehen neue Schulungsangebote für Lehrlinge, Gesellen und Meister. Außerdem können Lehrinhalte an die Erfordernisse der heutigen Energie- und Elektrotechnik angepasst werden. Beispielsweise ist es möglich, im Bereich SHK und Elektrotechnik verschiedene Steuer- und Schaltszenarien für den Gebäudebetrieb zu entwerfen, zu testen und auszuwerten. Der Neubau ist zudem mit moderner Elektro- und Sicherheitstechnik ausgestattet.

Aufstieg durch Weiterbildung
  
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„Aufstieg durch Weiterbildung ist mit den Bildungsakademien der Handwerkskammer Ulm möglich“, betont Susanne Schwaderer, Geschäftsbereichsleiterin der Bildungsakademie. Die Handwerkskammer Ulm sichert mit dem Betrieb ihrer Bildungsakademien in Ulm und Friedrichshafen die Bildungsangebote für viele Branchen und Zielgruppen.

„Mit einer qualifizierten Aus- und Weiterbildung in unseren Bildungseinrichtungen zwischen Jagst und Bodensee tragen wir gezielt zur Fachkräftesicherung in unserer Region bei. Wer in die berufliche Bildung investiert, betreibt eine vorausschauende Wirtschaftspolitik. Lebenslanges Lernen gilt für jeden, auch für Handwerker und Handwerkerinnen. In unseren Bildungseinrichtungen arbeitet man mit erfahrenen Lehrkräften in modernsten Praxisräumen. Damit haben unsere Kursteilnehmer gute Bedingungen für Ihre Aus- und Fortbildung sowie Karriere im Handwerk und sind auf dem aktuellen Stand der Entwicklung“, sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

„Lebenslanges Lernen ist in der heutigen Zeit kaum noch wegzudenken. Genau aus diesem Grund bietet die Handwerkskammer mit den Bildungsakademien den Betriebsinhabern, Meistern, Beschäftigten und Lehrlingen kompetente Bildungsangebote an“, ergänzt Susanne Schwaderer.

8500 Handwerkerinnen und Handwerker

Jährlich nutzen rund 8500 Handwerkerinnen und Handwerker in knapp 700 000 Teilnehmerstunden das Angebot der Bildungsakademien an den Standorten Ulm, Friedrichshafen und Schwäbisch Gmünd und auch am Weiterbildungszentrum für innovative Energietechnologie am Ulmer Eselsberg, um in ihrem jeweiligen Beruf auf dem neuesten Stand zu bleiben. Krimmer verwies auch darauf, dass rund 93 Prozent der getätigten Investitionen durch mittelstandsfreundliche Vergabe an regionale Handwerksbetriebe im Umkreis von bis zu 100 Kilometern vergeben werden konnten. „Es ist auch mit unserem Vergaberecht möglich, das wollten wir damit zeigen: nicht nur über unsere Handwerksbetriebe vor Ort zu sprechen, sondern auch tatsächlich an sie zu vergeben und sie die Arbeiten machen zu lassen. Dieser Neubau ist damit auch eine Wirtschaftsförderung zugunsten der regionalen Handwerksbetriebe“, so Krimmer. Er dankte den ausführenden Betrieben für ihren Einsatz zum Gelingen, nur so sei es möglich gewesen in dieser angespannten Konjunkturlage den Kosten- und Zeitplan einzuhalten.

„Das große Plus ist dabei der Praxisbezug. Die Fortbildungen orientieren sich eng an den Anforderungen im Arbeitsalltag und stellen damit eine attraktive Alternative zu einem Studium dar. Der kaufmännische Fachwirt ist auf einer Stufe mit dem Bachelor, der Betriebswirt auf Masterniveau“, verdeutlicht Susanne Schwaderer den Stellenwert und die Bedeutung der handwerklichen Berufe und damit auch der jetzt modernisierten Bildungsakademie in Ulm mit ihrem breitgefächerten Bildungsangebot.

Handwerkskammer Ulm ist Ansprechpartner für 120 000 Beschäftigte

Die Handwerkskammer Ulm ist Dienstleister und Ansprechpartner für über 19 000 Handwerksbetriebe mit mehr als 120 000 Beschäftigten und rund 8 000 Auszubildenden in den Landkreisen Ostalb, Heidenheim, Alb-Donau, Biberach, Ravensburg, Bodensee und den Stadtkreis Ulm. Die Mitgliedsbetriebe zwischen Jagst und Bodensee generieren einen Umsatz von ca. 14,5 Milliarden Euro. Zentrale Aufgabe der Handwerkskammer Ulm ist es, die Interessen der regionalen Handwerksbetriebe auf allen Ebenen der Politik und in der Öffentlichkeit zu vertreten. Zu den Aufgabenschwerpunkten gehören neben Ausbildung, Prüfungswesen und Führen der Handwerksrolle auch berufliche Bildungsangebote, Nachwuchswerbung, vielfältige Beratungsleistungen für Betriebsinhaber wie u.a. Personalberatung und Angebote für Existenzgründer oder rund um die Unternehmensnachfolge (ZEN).