„Den Familien wird es nicht langweilig“

Citymanager Reinhard Skusa und Myriam Henninger vom ACA präsentieren Plüschtier-Affen, die es beim Malwettbewerb der Sommeraktion – passend zum Maskottchen „Andy“ – zu gewinnen gibt. FOTO: MELANIE SCHIELE
„Aalen City für Kids“ ist für Citymanager Reinhard Skusa vom Innenstadtverein Aalen City aktiv (ACA) bereits die 16. Sommeraktion. Welche Momente der vergangenen Aktionen zu seinen persönlichen Highlights zählen und worauf sich die Besucher bei der diesjährigen Auflage freuen können, verrät er im Interview mit Melanie Schiele.

Wie ist die Tradition Sommeraktion entstanden?

Insgesamt ist es die 22. Sommeraktion. 1998 war zum ersten Mal „Aalen City blüht“, ein Jahr später fand „Aalen City spielt“ statt – beide Aktionen wurden allerdings noch von der Stadt organisiert. Seit 2000 – im Jahr der Gründung des ACA – hat der Innenstadtverein die Zügel in der Hand. Entstanden ist die Sommeraktion auf Initiative des Aalener Händlers Josef Funk, Senior-Chef von Mode Funk. In einem Arbeitskreis mit der Stadt Aalen unterbreitete er den Vorschlag, etwas zu machen, um die Menschen im Sommer in die Stadt zu holen. Hier kam die Idee mit den Blumen auf. Sie gefallen in der Regel jedem und eine blühende Stadt sieht einfach toll aus. Wenn wir heutzutage 120 000 bis 150 000 Menschen mobilisieren können, sich die Plätze anzusehen, dann haben wir unsere Aufgabe erfüllt, die darin besteht, die Fischchen anzulocken. Was nur geht, wenn die Aktionen ein breites Spektrum ansprechen. Die Händler und Gastronomen müssen die Angel auswerfen (lacht).

Welche der vergangenen Aktionen zählen Sie zu Ihren ganz persönlichen Highlights?

Bei „Aalen City unter Dampf“ bauten wir auf dem Spritzenhausplatz eine Mini-Eisenbahn auf, die an bestimmten Tagen fuhr und bei Kindern der Hit war. Außerdem stellten wir dort einen Eisenbahnwaggon der Ulmer Eisenbahnfreunde von 1930 auf, der zuvor mit einem riesigen Kran über die Platanen gehievt wurde. Mode Funk betrieb ihn damals als Café. Einmal wurde ich Zeuge einer Situation, in der eine Mutter versuchte, ihre Kinder wieder aus einer eigens für die Sommeraktion gebauten Burg zu locken, indem sie ihnen nicht nur eine, sondern zwei Kugeln Eis versprach. Besonders ins Gedächtnis brannte sich die Aktion „Aalen City blüht urzeitlich“ von 2018, bei der ein Krokodil-Exponat gestohlen wurde. Wir konnten es jedoch kurze Zeit später wieder im Kocher einfangen (lacht). Jede Aktion ist etwas Besonderes und für jede einzelne braucht es in der Planung viel Herzblut.

Seit wann laufen die Vorbereitungen für die diesjährige Auflage?

Um Weihnachten herum starteten wir mit den Vorbereitungen. Im Januar fand die erste Sitzung des Marketingausschusses statt, bei der wir unsere Vorschläge zur Diskussion stellten. Die Anregungen aus den weiteren Treffen arbeiteten wir aus. Aus der Idee für „Aalen City malt“, die jedoch zu betreuungsintensiv während des Zeitraums gewesen wäre, ist letztendlich „Aalen City für Kids“ entstanden. Wir nahmen Kontakt zu unterschiedlichen Spielgeräte-Herstellern auf und luden sie ein, in der Innenstadt ihre Produkte auszustellen, die sie dann auch Kunden zeigen könnten. Das Interesse der Firmen war jedoch sehr verhalten, weshalb wir einen Kauf in Erwägung zogen. Den Betrag von circa 100 000 Euro, den die Spielgeräte für die Aktion an Wert besitzen, können wir nicht für einen Zeitraum von acht Wochen ausgeben. Also trafen wir mit dem Grünflächenamt eine Vereinbarung, dass die Geräte anschließend auf städtischen Spielplätzen eingesetzt werden, was auch dem Prinzip der Nachhaltigkeit entspricht. Zusammen mit dem Amt trafen wir dann eine schöne Auswahl. Den Bauhof und die Stadtgärtnerei mussten wir zügig einbeziehen, da sie die Mammutaufgabe mit dem Aufbau haben.

Auf welche Spielgeräte können sich die Kinder ganz besonders freuen?

Unser Anliegen ist es, ein möglichst vielfältiges Angebot zu gestalten. Es gibt etwas zum Rutschen, Klettern, aber auch Schaukeln. Ein Highlight ist der für die Aktion geliehene Spielcontainer der Firma Kukuk Box, der auf dem Spritzenhausplatz zu finden ist. Der Stuttgarter Hersteller baut ehemalige Schiffscontainer in wahre Spielparadiese um. Auch das Piratenschiff vor dem Bahnhof bietet Abenteuer pur.

Der eine oder andere Erwachsene könnte in Versuchung geraten, das Kind in sich wiederzuentdecken. Sind die Spielgeräte und Stationen denn auch für Ältere ausgelegt?

Wir haben drei große IndianerZelte bestellt, in die auch Erwachsene hineingehen können, ohne etwas kaputt zu machen (lacht). Ansonsten gelten Altersbeschränkungen an den einzelnen Stationen. Ich glaube zwar nicht, wenn jemand mit 120 Kilogramm an einem Gerät herumturnt, dass es gleich an seine Belastungsgrenze stößt, aber wir müssen gewisse Sicherheitspflichten einhalten. So wird auch Sand als Fallschutz dienen. Durch ihn werden die Spielgeräte zugleich an Ort und Stelle gehalten, ohne betonieren oder bohren zu müssen. Die Plätze werden auch regelmäßig durch den Bauhof überprüft.

Was können Erwachsene machen, die das Spielen den Kindern überlassen wollen?

Die Firma Klein Metalldesign aus Aalen sponsert Sun Divan-Liegen, die in der Nähe der Stationen aufgestellt werden und auf denen sich die Eltern entspannen können. Im Umfeld befinden sich darüber hinaus auch Gastronomiebetriebe, in denen sich die Erwachsenen aufhalten und ihre Kinder im Auge behalten können.

Damit die Sommeraktion nicht nur in den Köpfen, sondern auch in der Wirklichkeit Gestalt annimmt, bedarf es vieler Hände. Wer hilft bei der Umsetzung?

In Aalen befinden wir uns in einer glücklichen Situation. Uns macht es Spaß, jedes Jahr vor einer neuen Herausforderung zu stehen und etwas kreativ zu entwickeln – Vertreter anderer Städte kommen extra hierher, um sich die Sommeraktionen anzusehen. Wenn wir allerdings nicht so ein tolles Team hätten rund um Grünflächenamt, Bauhof, Stadtgärtnerei und Tiefbauamt, könnten wir das nicht stemmen.

Sie können nicht nur auf die Hilfe von städtischer Seite zählen, sondern auch der lokalen Wirtschaft.

Ohne Partner, Sponsoren und Verlage wäre die Sommeraktion nicht zu leisten. Das Autohaus Kummich, die Kreissparkasse Ostalb, die Stadtwerke Aalen und der Bund der Selbstständigen machen es mit ihrer monetären Unterstützung möglich, dass wir unter anderem die Kosten für die Miete beziehungsweise den Kauf der Spielgeräte, den Druck der Flyer und die Beschaffung von Preisen fürs Gewinnspiel aufbringen können. Als Kommunikationspartner haben wir die Aalener Nachrichten/Südfinder und Radio 7 im Boot.

Die Aktion wird begleitet von vielen Veranstaltungen. Was lässt sich hier hervorheben?

Die Bibliothek wird sich am Programm beteiligen. Das Urweltmuseum macht mit dem Café Samocca eine Kooperation, was bereits 2018 sehr gut ankam. Anlässlich der Mondlandung vor 50 Jahren veranstaltet das explorhino am 20. Juli ein Event mit dem Astronauten Gerhard Thiele. Sie zeigen die Fernsehaufzeichnung zusammen mit den Original-Kommentaren. Auch das Mercatura macht viele Aktionen für Kinder von Basteln über Kinderschminken bis hin zur Verkleidung. Während der Aktion weisen wir auf das vorhandene Potenzial Aalens hin, denn vielen Menschen aus der Region ist nicht bekannt, welch tolle Freibäder und Spielplätze die Stadt bereits hat. Im Juli steht jedes Wochenende eine große Veranstaltung an wie das Internationale Festival, das Südtiroler Weinfest oder die Schnäppchentage, im August sieht der Kalender nicht viel vor. Daher ist es toll, dass wir mit unserer Aktion eine Attraktion in der Stadt bieten. So wird es auch den Familien, die in den Sommerferien zuhause bleiben, bestimmt nicht langweilig.

Kinder-Schnitzeljagd in der Aalener City

Wenn ein Affe Tipps gibtWenn ein Affe Tipps gibt

Das ist Affe „Andy“ – das Maskottchen der diesjährigen Sommeraktion. FOTOS: FREISTIL DESIGN/ANDREAS WEGELIN
Das ist Affe „Andy“ – das Maskottchen der diesjährigen Sommeraktion. FOTOS: FREISTIL DESIGN/ANDREAS WEGELIN
Die Aalener Werbeagentur Freistil Design wurde vom Innenstadtverein Aalen City aktiv (ACA) mit der Gestaltung des Journals zur diesjährigen Sommeraktion „Aalen City für Kids“ beauftragt. In der Informationsbroschüre, die in vielen Geschäften und öffentlichen Einrichtungen der Stadt ausliegt, taucht immer wieder der ZeichentrickAffe „Andy“ auf. Eine kurze Entstehungsgeschichte.
   
Juana Röder, Tanja Hanitzsch und Anna Franz (v.l.n.r.) von Freistil Design in Aalen sind die Schöpferinnen von „Andy“.
Juana Röder, Tanja Hanitzsch und Anna Franz (v.l.n.r.) von Freistil Design in Aalen sind die Schöpferinnen von „Andy“.

Hilfe für schwerkranke Kinder

Das Ginkgo-Blatt ist das Symbol der Tour. FOTO: COLOURBOX
Das Ginkgo-Blatt ist das Symbol der Tour.
FOTO: COLOURBOX