Im Wald zu sich selber finden

Sieht merkwürdig aus, ist aber eine Achtsamkeitsübung: die „Raupe“ - ihre Teilnehmer/innen nehmen den Wald mit geschlossenen Augen wahr. FOTO: ARCHIV
Das Rauschen der Blätter, der Gesang der Vögel, der Duft nach Kräutern, frischem Gras und feuchtem Waldboden, das Spiel von Schatten und Licht – an kaum einem anderen Ort kann man besser abschalten und neue Energie tanken als im Wald.

Waldbaden, oder auch „Shinrin-Yoku" genannt, kommt ursprünglich aus Japan. Übersetzt heißt es so viel wie „Baden in der Waldluft“. Japanische Forscher haben die positiven gesundheitlichen Effekte, die ein Spaziergang im Wald mit sich bringt, bereits früh erkannt.
  
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Der Wald ist ein Ort der Ruhe und der Erholung. Er wirkt sich aber auch positiv auf das Herz-Kreislauf-System, auf die Atemwege, auf das allgemeine Immunsystem und auf die Psyche aus. Einigen Studien zufolge mobilisiert ein Aufenthalt im Wald sogar die körpereigenen natürlichen Krebs-Killerzellen.

Wie geht Waldbaden?

Wir alle sind uns der positiven Wirkung eines Waldspaziergangs auf unser Wohlbefinden bewusst. Ganz nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“, ist beim Waldbaden „die Wirkung das Ziel“. Bewusst und mit allen Sinnen soll der Wald erlebt werden. Das kann jeder auf eigene Faust machen, oder sich einem geprüften Waldpädagogen anschließen.
  
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Anleitung:
• Bewegen Sie sich bewusst und achtsam durch den Wald.
• Nehmen Sie sich Zeit.
• Schalten Sie Ihr Handy ab.
• Öffnen Sie Ihre Sinne und riechen, schmecken und fühlen Sie den Wald.
• Entschleunigen Sie bei einer Gehmeditation.
• Setzen Sie sich an einen Baum oder umarmen diesen.
• Schließen Sie die Augen und nehmen alle Geräusche und Düfte des Waldes in sich auf.
• Achten Sie darauf, das empfindliche Ökosystem Wald nicht zu beschädigen. Verhalten Sie sich leise um die Tiere nicht zu erschrecken. Rauchen Sie nicht und legen Sie kein Feuer. Beschädigen Sie keine Pflanzen, Nistplätze etc. Betreten Sie keine Pflanzungen und steigen Sie nicht auf Hochsitze.

Therapeutische Wirkung von Waldbaden
• Frische Waldluft In immer mehr Städten nimmt die Belastung mit Abgasen und Feinstaub zu. Fälle von Asthma, COPD und Herzkreislauferkrankungen steigen stetig an. Frische Waldluft kann hier Linderung der Symptome liefern.
• Verbesserung der Sauerstoffversorgung der Zellen Die Körperzellen werden durch die besonders sauerstoffreiche Waldluft besser mit Sauerstoff versorgt. Diese Sauerstofftherapie kann unter anderem bei der Linderung von Kopfschmerzen helfen und verbessert die Fließfähigkeit des Blutes.
• Linderung von Stresssymptomen Blutdruck und Puls werden gesenkt, wodurch sich Stresssymptome legen. Neben der erhöhten Sauerstoffzufuhr und dem langsamen Gehen hilft auch der Blick ins Grüne. Die Farbe Grün hat bekanntermaßen eine beruhigende Wirkung.
• Stärkung des Immunsystems Bäume verströmen chemische Botenstoffe wie Terpene. Diese Stoffe haben einen positiven Effekt aufs Immunsystem.