Klimaanlage warten – regelmässig und vom Fachmann

Sinn und Zweck einer Klimanlage

Die Klimaanlage funktioniert am effizientesten bei völlig geschlossenen Fenstern. Ausnahme: Öffnen Sie die Fenster im Sommer vor dem Start kurz, wenn der Wagen länger in der prallen Sonne stand. Dann entweicht die heiße Luft schneller. Regeln Sie auch aus Verbrauchsgründen große Hitze im Auto möglichst nicht mit voller Leistung runter. Allenfalls ein erster dreiminütiger „Kick” ist akzeptabel. Fünf bis zehn Minuten vor Fahrtende sollten Autofahrer die Klimaanlage ausschalten. Das verringert die Bildung von Fäulnisbakterien und Pilzen, die einen modrigen Mief im Wagen verbreiten, erläutert die Gesellschaft für Technische Überwachung.
    
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Bakterien und Pilzen werde der Nährboden entzogen, wenn das Kondenswasser am Verdampfer der ausgeschalteten Klimaanlage vor dem Abstellen des Wagens vollständig abtrocknet. Strömt aus den Lüftungsdüsen im Auto trotzdem ein übler Geruch, der sich auch durch frühzeitiges Abschalten der Klimaanlage nicht beseitigen lässt, können sich Fahrzeugbesitzer an eine Fachwerkstatt wenden, die die Gerüche fachmännisch beseitigt. Damit Autofahrer lange Spaß an der Klimaanlage haben, sollte diese regelmäßig gewartet werden: „Alle zwei Jahre sollte eine Kfz-Klimaanlage gewartet werden. Denn pro Jahr verliert das System bis zu zehn Prozent an Kältemittel. Dieser Verlust führt zu einer geringeren Kühlleistung und kann so den Kompressor schädigen. Bei einem Kompressor-Schaden aufgrund mangelnder Wartung können die Kosten für eine Reparatur mehr als 1000 Euro betragen.“

Wie fast jedes technische Gerät muss auch eine Klimaanlage ab und zu in Betrieb sein: Um lange Freude an der Klimaanlage zu haben, sollte das Gerät mindestens einmal in der Woche für zehn Minuten eingeschaltet werden, so der Tipp. Das gilt zu jeder Jahreszeit. Dadurch bleibt das Kältemittel im Kreislauf und verhindert so das Austrocknen der Dichtungen. Höherer Verbrauch mit Klimaanlage Selbstverständlich wirkt sich der Betrieb einer Klimaanlage stets auch auf den Spritverbrauch eines Autos aus. Der Mehrverbrauch kann zwischen fünf und 20 Prozent liegen.

Um den sicheren Betrieb der Klimaanlage dauerhaft zu gewährleisten, ist alle zwei Jahre die komplette Wartung des Systems zu empfehlen.

Funktionsweise einer Klimaanlage

Wie Funktioniert eine Klimaanlage

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Betätigt man den AC-Schalter an der Bedieneinheit, wird die Magnetkupplung am Kompressor mit Spannung versorgt. Der Verdichter wird angetrieben und saugt gasförmiges Kältemittel an. Dieses wird verdichtet und mit einem Druck von bis zu rund 20 Bar in die Hochdruckleitung gepresst. Neben dem Druck, steigt aber auch die Temperatur im Kältemittel rapide an.

Der an der Fahrzeugfront verbaute Kondensator (Kühler) mit Zusatzlüfter senkt die Temperatur ab. Aufgrund der Abkühlung wechselt das gasförmige Kältemittel seinen Aggregatszustand und verflüssigt sich. Ähnlich dem Prinzip einer Spraydose: Flüssiges Haarspray wandelt sich beim Sprühen in gasförmiges Spray um und hat dabei auch eine kühlende Wirkung. Dabei sinkt der Druck auf circa zwei Bar ab. Vom Kompressor kann das Kühlmedium nun wieder gasförmig angesaugt werden. Der im System integrierte Hochdruckschalter überwacht den Druck in der Anlage. Ist dieser zu hoch, unterbricht der Schalter den Stromkreis der Magnetkupplung wodurch der Kompressor stillgelegt wird. Der Druck sinkt bis zu einer bestimmten Grenze und dann wird die Magnetkupplung wieder aktiviert.

Abhängig von Außentemperatur, Kältemittelfüllmenge und gewünschter Innenraumtemperatur wiederholt sich dieser Vorgang mehrere Male pro Minute. Über die Serviceanschlüsse kann das System befüllt und die Drücke geprüft werden. Kompressoren neuerer Generation werden anstatt über eine Magnetkupplung permanent angetrieben. Der Druck wird hierbei intern über den Kolbenhub im Kompressor geregelt. Mehrere Temperatursensoren, Sonnenstandsensoren und Kohlendioxidsensoren bei einer Klimaautomatik sorgen für ein perfektes Klima an jedem Platz im Auto.

Das bisherige Kältemittel R134a soll über kurz oder lang durch das Kältemittel R1234yf ersetzt werden. Vor allem deutsche Autohersteller weigern sich, weil es bei Crashtest vermehrt zu Fahrzeugbränden gekommen ist und bei der Verbrennung gefährliche Flusssäure entsteht. Außerdem ist das Kältemittel um ein vielfaches teurer.

Autohaus Biberach GmbH
ACB Auto Center Biberach

Vorsicht bei günstigen Ersatzteilen aus dem Internet

Vorsicht bei Ersatzteilen aus dem Netz

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Es gibt (fast) alles im Internet. Vor allem auch manchmal verführerisch günstig. Aber oft auch mit kapitalen Folgen. Unglaublich, zu welchen Preisen Autoersatzteile im Internet zu finden sind. Ein Beispiel: Ein Radführungsgelenk für 3,81 Euro. Das verbindet die lenkbaren Vorderräder mit den an der Karosserie befestigten Streben. Beim Bremsen, Lenken oder auch beim Beschleunigen muss es gewaltige Kräfte übertragen: spiel- und geräuschlos, über viele tausend Kilometer. Bricht es, klappt das Vorderrad urplötzlich zur Seite weg – Lenken unmöglich.

Damit das nicht passiert, lassen die Autohersteller die wichtigen Bauteile wie Gelenkkugel und -pfanne aus hochwertigem Stahl schmieden, schleifen und polieren. Bei einem Gelenk für 3,81 Euro ist dieser Aufwand natürlich nicht möglich. Denn solche Low-Budget-Teile werden nicht mit dem Fokus auf maximale Sicherheit produziert, sondern für maximalen Profit. Weshalb das beschriebene Gelenk auch nicht geschmiedet ist, sondern lediglich aus simplem Gusseisen besteht. Dass dieser Werkstoff nur ein Sechstel der Festigkeit von geschmiedetem Stahl besitzt, wird in Kauf genommen. Denn bricht dieses lebenswichtige Bauteil bei hohem Tempo auf der Autobahn, kann sich anschließend selten noch jemand beschweren.
  
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Noch krimineller wird es, wenn solche Teile als angebliche Markenware angeboten werden, oft mit dem Logo des ahnungslosen Herstellers. Diese so genannte Produkt-Piraterie ist im Internet sehr weit verbreitet und umfasst alle möglichen Kfz-Teile. Doch wie kann sich der Endverbraucher davor schützen und sicherstellen, dass er gute Qualität erhält? Ganz einfach: Auf die Lieferkette Hersteller-Teilehandel-Meisterwerkstatt vertrauen. Letztere wird sich ohnehin weigern, mitgebrachte Teile zweifelhafter Qualität einzubauen „Im Rahmen der Vertragsfreiheit hat die Werkstatt das Recht, einen Kundenauftrag abzulehnen‚ so auch das Einbauen eines mitgebrachten Ersatzteils oder das Einfüllen von mitgebrachtem Öl“, sagt ZDK-Rechtsexperte Ulrich Dilchert.

Vorgaben des Herstellers sind verpflichtend

Denn die Werkstatt ist grundsätzlich verpflichtet, Reparatur und Wartung nach den Vorgaben des Automobilherstellers durchzuführen. Wenn sich im Falle eines Falles später erweist, dass das mitgebrachte Ersatzteil oder der Schmierstoff nicht die Freigabe des Automobilherstellers hat, droht der Verlust der Garantie, wenn zum Beispiel ein Motorschaden auf falsches Öl zurückgeführt werden kann. Wenn die Herkunft von mitgebrachten Ersatzteilen oder Motoröl nicht eindeutig zu klären und auch nicht sicher ist, ob die Freigabe des Automobilherstellers besteht, kann ein Kfz-Meisterbetrieb die Sachmängelhaftung dafür nicht übernehmen.

Wer als Autofahrer auf Nummer sicher gehen will und sich sonst bei allen Wartungs- und Reparaturarbeiten auf die Qualitätsarbeit der Werkstatt des Vertrauens verlasse, sollte auch bei Motoröl und Ersatzteilen genau prüfen, ob er vermeintlich preiswerte Kompromisse eingehen will, so der Experte.