Integrierte Leitstelle für Rettungsdienst bekommt neue Technik

Sie freuen sich, dass die ILS modernisiert ist (v. l.): Peter Haug und Michael Mutschler (Geschäftsführer DRK-Kreisverband Biberach), Kreisbrandmeisterin Charlotte Ziller, Peter Schneider (Präsident des DRK-Kreisverbandes Biberach), Barbara Bosch (Präsidentin des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg), Landrat Dr. Heiko Schmid, Hans-Joachim Seuferlein, (stv. Geschäftsführer der AOK Ulm-Biberach) und ILS-Leiter Edgar Quade. FOTOS: THOMAS WARNACK, OH
Es gibt einen Ort in Biberach, an dem im Notfall sehr viele Fäden zusammenlaufen: die Integrierte Leitstelle (ILS). Genauer gesagt, die Integrierte Leitstelle für Rettungsdienst, Feuerwehr und Bevölkerungsschutz, die seit 1999 im Rot-Kreuz-Weg zu finden ist. Sie ist in den vergangenen sechs Monaten parallel zum laufenden Betrieb aufwändig modernisiert und ertüchtigt worden und zeigt sich nun auf dem neuesten Stand der Technik.

BIBERACH - Rund 1,8 Millionen Euro wurden in die ILS investiert. Nun gibt es mehrere zusätzliche Arbeitsplätze, auch für Flächen- und Großschadenslagen, ein neues Kommunikations- und Einsatzleitsystem, neue Computer und eine neue Serverlandschaft, rund 4000 Meter neue Leitungen, außerdem Klimatechnik und Vorkehrungen für eine Notstromversorgung.

Peter Schneider ist der Präsident des DRK-Kreisverbands Biberach. Er lobte die DRK-Fachkräfte in der Leitstelle: „Mit Ihrer zuverlässigen und qualitativ fundierten Arbeit garantieren Sie die Sicherheit. Und Sie sorgen auch dafür, dass die Leistungen der ehren- und hauptamtlichen Formationen in allen Lagen hervorragend ineinandergreifen.“ Er blickte auf die Bemühungen des DRK zurück, den Standort der Leitstelle zu sichern: „Mir ist es seit jeher ein persönliches Anliegen, dass unsere Leitstelle sich auf höchstem technischem Niveau bewegt.“ Nur so könne sich die Schaltzentrale für Sicherheit und Gefahrenabwehr im Landkreis Biberach auch bei größeren Schadenslagen beweisen.

Landrat Heiko Schmid sagte: „Wir freuen uns sehr, dass der Umbau der Leitstelle so gut funktioniert hat. Und das, während in denselben Räumen Notrufe entgegengenommen und Einsätze disponiert worden sind – das ist schon eine bemerkenswerte Leistung aller Beteiligten.“ Der Landkreis Biberach ist gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Träger der Leitstelle. Schmid betonte: „Auf dieser Leitstelle wurde bisher und wird sicher auch künftig hervorragende Arbeit geleistet. Da denke ich nicht zuletzt auch an die Hochwassereinsätze vor drei Jahren, die von hier aus klug und umsichtig gesteuert wurden.“
So sieht ein Disponentenplatz in der runderneuerten ILS aus.
So sieht ein Disponentenplatz in der runderneuerten ILS aus.
Seit 1999 ist die Leitstelle bereits am Standort im Rot-Kreuz-Weg angesiedelt. Vor 13 Jahren wurde sie zuletzt umfassend modernisiert. Seither hat sich bei der Technik und bei gesetzlichen Vorschriften und Vorgaben einiges getan. Entsprechend lang war die Liste dessen, was bei der Modernisierung alles erledigt werden musste. „In der Summe war das jetzt ein Meilenstein und mit den vorherigen Ertüchtigungen nicht zu vergleichen“, sagte der DRK-Geschäftsführer Michael Mutschler.

Im Betriebsraum der Leitstelle gab es früher drei Arbeitsplätze für Disponenten. Nun sind es vier, die mit identischer Ausstattung und Leistungsfähigkeit universell genutzt werden können. Sollte ein großes Unglück geschehen und sollten in kurzer Zeit sehr viele Notrufe eingehen, lassen sich zusätzlich bis zu vier Abfragestellen ergänzen, an denen man telefonieren kann. Weitere zwei Arbeitsplätze werden im Alltag für die Systembetreuung genutzt, auch sie können im Notfall für Notrufe umfunktioniert werden. Auf der neuen Medienwand im Betriebsraum können sich die Disponenten Informationen anzeigen lassen, die für die Bearbeitung der Einsätze hilfreich sind. Bei einem großen Einsatz wie einer Hochwasser-Katastrophe wären das beispielsweise Landkarten, Bilder der Einsatzstellen oder Informationen über den Zustand von Fahrzeugen. Denn ganz egal, wer wo in Not ist, von Biberach aus wird die Hilfe für den gesamten Landkreis organisiert. Die ILS koordiniert Rettungsdienst, Feuerwehr und Krankentransporte. Wenn nötig, auch das Technische Hilfswerk und den Katastrophenschutz, Rettungstaucher und die Notfallseelsorge. Zu den alltäglichen Aufgaben gehört es zudem, den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst und den DRK-Hausnotruf zu koordinieren.

Der Server-Raum ist das Herzstück. Er wurde neu gestaltet und eingerichtet. Hochleistungsrechner wurden installiert und Datenbanken mit Massen von Daten und Informationen gefüttert. Rund 4000 Meter Kabel sind innerhalb des Gebäudes verlegt worden. Von den Servern aus werden die Arbeitsplätze verknüpft und mit einem Einsatzleitsystem versorgt. Hier wird auch das KommunikationsManagement-System gesteuert, das die gesamte Telefonie abbildet, den Analogfunk und künftig den Digitalfunk.

Unter den Gratulanten war Hans-Joachim Seuferlein von der Geschäftsführung der AOK Ulm-Biberach. Er dankte für die gute Zusammenarbeit rund um den Umbau, dessen Kosten die AOK mitträgt. Dankende Worte fand auch Leitstellenleiter Edgar Quade: „Das gesamte Team der Leitstelle hat in den letzten Monaten unter erschwerten Rahmenbedingungen hervorragende Arbeit geleistet.“ (cs, Benjamin Hopp)