Achstetten-Bronnen: 30 Jahre Firma Utikal

Der Firmengründer Richard Utikal freut sich über das Jubiläum. FOTO: ZARTBITTER DESIGN
30 Jahre ist es her, seit Richard Utikal sich nach seinem Studium, im Jahr 1989 selbstständig gemacht hat. 2017 wurde aus dem Ingenieurbüro Richard Utikal die Utikal Automation GmbH & Co. KG. Die Firma Utikal entwickelt Software für Maschinen, die alles zum Glänzen bringen, also für Galvanikanlagen beziehungsweise Maschinen für die Oberflächenbehandlung.

ACHSTETTEN-BRONNEN - In der vergangenen Woche wurde das Firmenjubiläum zum 30- jährigen Bestehen an zwei Tagen gebührend gefeiert. Dazu gehörten ein Galaabend im „Laupheimer Hof“ und eine zweitägige Veranstaltungsreihe mit aktuellen und interessanten Vorträgen am Unternehmensstandort in Achstetten-Bronnen.

Begonnen habe alles mit seiner Neugierde und seinem Basteldrang, erzählt Richard Utikal. Als Teenager habe er schon in seiner Freizeit versucht, der Elektrizität auf die Spur zu kommen, Schaltungen gebaut und das Kribbeln gespürt, wenn es nicht sofort so richtig geklappt hat. Somit sei für ihn schon früh klar gewesen, dass seine beruflichen Schwerpunkte in der Elektrotechnik und Informationstechnologie liegen würden. „Probleme waren für mich immer schon Herausforderungen, die es zu lösen galt.“ Am 1. Mai 1989 eröffnete Richard Utikal, nach seinem Ingenieursstudium der technischen Informatik an der Fachhochschule Ulm, ein eigenes Ingenieurbüro in Ulm.

Sein Jubiläum habe er unter das Motto „30 glänzende Jahre" gestellt, sagt Utikal. Dies beziehe sich aber nicht auf ein ewig glanzvolles Dasein mit vollen Auftragsbüchern und immer nur dankbaren und wertschätzenden Kunden. Wie jede Firma habe auch die Firma Utikal Höhen und Tiefen durchlebt, so der Geschäftsinhaber. „Die glänzenden Jahre beziehen sich vielmehr auf die Software Galv-Con, die wir bereits von den Anfängen an entwickelt und über die Jahre stetig weiterentwickelt haben – technisch und auch optisch.“ Eine Software für Maschinen, die alles zum Glänzen bringen, also Galvanikanlagen beziehungsweise Maschinen für die Oberflächenbehandlung. Die Steuerung der Firma Utikal Automation berechnet und optimiert Abläufe der Warenträger einer Galvanikanlage in Echtzeit und berücksichtigt dabei die unterschiedlichen Prozessvorgaben eines jeden einzelnen Artikels. „Sei es für eine Trommel- oder eine Gestellanlage für Eloxal-, Verzinkungs-, Phosphatier-, Brünier-, Nickel- oder Chromanlage, um nur einige Beispiele für die unterschiedlichsten Beschichtungsverfahren und Anwendungen zu nennen“, erklärt Utikal.

Barcodescanner, eine innovative und intuitive Bedienung mittels Touchscreen würden das Bedienen einer Galvanoanlage ungemein erleichtern, Fehler verhindern, und es könnten die unterschiedlichsten Chargengrößen wirtschaftlich produziert werden. „Der Anlagenbetreiber kann mittels detaillierter Protokolle den Prozessablauf dokumentieren und aus den bei jedem Arbeitsschritt gemessenen Daten überprüfen und kontrollieren“, sagt der Geschäftsmann und ist überzeugt: „Die Utikal-Oberfläche war die erste in diesem Bereich, die mit einer Maus bedienbar war. Sie war und ist nach wie vor überlegen, durch die Unabhängigkeit von SPS-Herstellern und die Bedienbarkeit von unterschiedlichen Betriebssystemen aus.“ 

Die Firma präsentiert sich auf Messen. FOTO: ZARTBITTER DESIGN
Die Firma präsentiert sich auf Messen. FOTO: ZARTBITTER DESIGN
Die Auftragslage entwickelte sich sehr gut, und 1992 stellte Richard Utikal den ersten Mitarbeiter, Anton Hadbawnik, ein. Dieser trägt bis heute, als Projektleiter und PC-Programmierer, zum Erfolg der Firma Utikal Automation bei.

Das Unternehmen wuchs stetig, mit dem Ziel, die Software stabil für die Kunden zu machen und ein zuverlässiger Partner für diese zu sein. Weitere Mitarbeiter wurden eingestellt. 1993 stand der erste Umzug auf dem Programm. Das Team zog von Ulm nach Burgrieden.

Auch die vergangenen vier Jahre waren richtungsweisend. Manuela Schmied-Wolfsbauer stieg als kaufmännische Leiterin in das Unternehmen ein und unterstützt seitdem Richard Utikal. „Erfreulicherweise hat die Firma ein gesundes Wachstum erfahren, gleichzeitig wurde viel verändert, und es wurden die Voraussetzungen geschaffen, sattelfest in die Zukunft zu gehen“, sagt Schmied-Wolfsbauer. „In den vergangenen Jahren hat sich der Kundenstamm der Firma stetig erweitert.“ Neue nationale und internationale Kooperationsverträge wurden geschlossen.

„Bei uns wird viel in die Förderung von Nachwuchskräften investiert und Zug um Zug ein jüngeres, dynamisches Team aufgebaut. Es werden neue, innovative Perspektiven angedacht, geprüft und in die Unternehmensvision eingebunden“, so die Prokuristin. Seit 2015 sei das Unternehmen ISO 9001:2015 zertifiziert, um damit das Qualitätsmanagementsystem darzustellen und den hohen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Zu den Kunden gehören etwa die Automobil- oder Luft- und Raumfahrtindustrie. Aber auch in anderen Branchen werden Kunststoff- und Metalloberflächen bearbeitet und veredelt, wie in der Schmuckindustrie, der Medizintechnik und der optischen Industrie. Die Utikal-Steuerung kommt zudem in der Armaturenbranche und in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz. Unterschiedlichste Galvanik-Anlagen werden in der Lohnfertigung und in firmeninternen Produktionsstraßen eingesetzt.

Da die Räumlichkeiten in Burgrieden zu klein wurden und Platz gesucht wurde für die firmeneigene Vorführgalvanik-Anlage, zog das Unternehmen im Sommer 2017 in das neue, modern eingerichtete Büro in Achstetten-Bronnen, Erwin-Halder-Straße 7, um.

Mit seinen 55 Jahren denke er noch lange nicht über seinen Ruhestand nach, sagt Richard Utikal. Er mache sich aber nach 30- jähriger Firmengeschichte Gedanken über die Ausrichtung der nächsten Jahre. „Mein Wunsch ist es, weiterhin die hohe Stabilität der Software Galv-Con über Jahre hinweg garantieren zu können, den Kunden mit weitreichendem Know-How in Sachen Elektrotechnik, E-Planung und Schaltschrankbau für Galvanoanlagen zur Seite zu stehen und nach wie vor kurzfristig für meine weltweiten Kunden als zuverlässiger Partner erreichbar zu sein.“ Dabei lege er viel Wert auf die Umsetzung von bedeutenden Ideen und die Einführung von richtungsweisenden Standards. „Ich und mein Team freuen uns auf die Zukunft - wir sind gut aufgestellt und bereit, neuen, spannenden Herausforderungen zu begegnen und diese bestens zu meistern.“ son