Kreismusikfest in Hohentengen

Am kommenden Wochenende wird das Kreismusikfest in der Göge gefeiert. Schauen Sie vorbei - es lohnt sich! FOTO: MANDY UND BASTI FOTOGRAFIE
Nun ist es endlich soweit. Nach drei Jahren Vorbereitungszeit wird das Kreismusikfest und das 200-jährige Vereinsbestehen am kommenden Wochenende vom Musikverein 1819 Göge-Hohentengen gebührend gefeiert.

HOHENTENGEN (nici) - Unter dem Motto „Zamma feschda" wollen es die Musiker von Freitag, 17. Mai bis Montag, 20. Mai als Veranstalter des Kreismusikfests so richtig krachen lassen. Da muss natürlich auch der Freitagabend als Festeröffnung entsprechend ausfallen.



Mit der Stimmungsband „Albsound“ geht die Party am Samstag so richtig los. FOTO:VERANSTALTER 
Mit der Stimmungsband „Albsound“ geht die Party am Samstag so richtig los. FOTO:VERANSTALTER 
Deshalb haben die Musiker die Fäaschtbänkler verpflichtet, die einen „unvergesslichen Abend“ in Aussicht stellen. Für den Freitagabend gibt es keine Karten mehr und es wird auch keine Abendkasse geben. „Der Vorverkauf ist mega gelaufen“, so Alexander Nassal vom Verein. Das wird ein „Jahrhundertereignis“ meinen die drei Projektleiter vom Fest. „Wir sind in der einmaligen Situation, dieses 200-jährige Jubiläum mitzuerleben, mehr noch: mitzugestalten. Und das, was wir den Gästen bieten werden - sowas hats in ganz Oberschwaben noch nicht gegeben“ so Andreas Rothmund, einer der Projektleiter. Nun muss nur noch das Wetter mitspielen und alles ist in trockenen Tüchern. „Was mir in den ganzen drei Jahren immer wieder Mut gemacht hat, war, wie alle das Festmotto „zamma schaffa, zamma helfa - zamma feschda“, verinnerlicht haben.


200 Jahre Musikverein 1819 Göge-Hohentengen - beim Programm der Musikanten ist für jeden etwas dabei. Die Fäaschtbänkler spielen am Freitag im ausverkauften Festzelt. Bitte beachten - es gibt am Freitagabend leider keine Abendkasse mehr! FOTOS (2): VERANSTALTER
200 Jahre Musikverein 1819 Göge-Hohentengen - beim Programm der Musikanten ist für jeden etwas dabei. Die Fäaschtbänkler spielen am Freitag im ausverkauften Festzelt. Bitte beachten - es gibt am Freitagabend leider keine Abendkasse mehr! FOTOS (2): VERANSTALTER

Viele Helfer unterstützen

„Wir sind wirklich sehr überwältigt von der großen Unterstützung aus der gesamten Göge. Wir bedanken uns schon im Voraus bei allen Unterstützern - es ist wirklich inzwischen die ganze Göge im Festmodus. Für uns ist dies ein tolles Zeichen von ZAMMA etwas auf die Beine zu stellen", so der Vorsitzende weiter.

Nun werden ab Freitag vier Tage in der Göge gefeiert. Mit einem Festprogramm bei dem für jeden etwas dabei ist. Online findet man das Fest unter: #zammafeschda oder www.KMF2019.de.

Internationales Oberschwaben-Tattoo

Military brass bands „Spasskaya Tower
Military brass bands „Spasskaya Tower" . FOTO: VERANSTALTER 
Beim Kreismusikfest in Hohentengen hat sich der Musikverein 1819 Göge-Hohentengen über vier Tage musikalische Leckerbissen für die Gäste ausgedacht. Ein Highlight jagt das andere. Um nachher mitreden zu können, sollten Sie unbedingt dort gewesen sein. Unvergessliche Stunden werden Sie erleben können.

HOHENTENGEN (nici) - Spektakulär ist das Programm von Freitag bis Montag auf dem Festgelände in Hohentengen.

Erstes internationales Oberschwaben-Tattoo

Mitwirkende aus Großbritannien, Deutschland, Schweiz und Österreich zeigen im Rahmen des Kreismusikfestes in Hohentengen am Samstag 18. Mai 2019 ein internationales Tattoo, das es in dieser Größenordnung in Oberschwaben noch nie gegeben hat.

Das Publikum erwartet eine Musikshow der Extraklasse mit Klängen, die nicht nur ins Ohr, sondern auch unter die Haut gehen. Wir versprechen Ihnen schon heute eine abwechslungsreiche Show gespickt mit exzellenter Blasund Dudelsackmusik, grandiosen Choreographien und bunten Tänzen. Über 600 Mitwirkende aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien werden aufmarschieren - inklusive der beiden Bürgerwehren aus Mengen und Saulgau.

Doch was ist ein Tattoo? Tattoo kommt vom niederländischen „tap toe" (Zapfen zu) und bedeutet Zapfenstreich. Gleichzeitig ist dies auch die internationale Bezeichnung großer Militär- und Blasmusik-Shows. An der Abendkasse gibt es noch Karten für Stehplätze.

Sonntag ist der Musikantentag

Am Sonntag finden die Wertungsspiele statt. „Durch die große Anzahl an Teilnehmer mussten wir es aufteilen und so spielen manche Vereine in Mengen und manche in der Göge-Halle“, so Katharina Rothmund. Die Wertungsspiele beginnen am Samstag um 8.30 Uhr und am Sonntag bereits um 7 Uhr. Am Sonntag werden die Wertungsspiele in Mengen und Hohentengen ausgetragen. Der Eintritt ist hier frei und alle sind herzlich eingeladen. Der Gewinner wird am Sonntagabend bekannt gegeben.

Der Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael findet um 9.30 Uhr statt und anschließend gibt es ab 10.30 Uhr den Frühschoppen im Festzelt mit dem Musikverein Kressbronn.

Um 13.30 Uhr findet der Gesamtchor im Göge-Stadion statt. Um 14 Uhr beginnt dann nahtlos der Festzug durch Hohentengen. Danach wird der Musikverein Ertingen im Festzelt für die Gäste spielen.

Gegen 16.30 Uhr wird der Fahneneinmarsch stattfinden, um 17.30 Uhr die Bekanntgabe der Wertungsspielergebnisse. Ab 18 Uhr spielt der Musikverein Eichberg aus der Schweiz zum Festausklang auf. Deren Dirigent ist kein Geringerer als Andy, der Frontmann der Fäaschtbänkler!

Montag „schwäbisch guat“

11.30 Uhr Zeltöffnung
12 Uhr Mittagstisch
15 Uhr Nachmittagsunterhaltung mit dem Kreisseniorenorchestern aus Sigmaringen, Biberach, Ravensburg und dem Bodenseekreis. Um 19 Uhr spielen die Seniorenorchester gemeinsam einige Stücke bevor dann die Zuckerschnuten aus der Göge kabarettistisch für den ein oder anderen Lacher sorgen werden. Anschliessend wird die Gruppe Ob8Blech bis in die frühen Morgenstunden das Fest ausklingen lassen.

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200 Jahre Vereinsgeschichte

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Der Musikverein 1819 Göge-Hohentengen kann auf stolze 200 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Als einer der größten Musikvereine im süddeutschen Raum hat der Verein ein aktives und abwechslungsreiches Vereinsleben.

Nach einem aus dem Jahre 1819 stammenden Dokument, gründete Josef Kieferle aus Hohentengen im Jahre 1819 die „Hohentenger Blechmusikgesellschaft“. Die Tätigkeit bestand anfangs aus Aufspielen bei Hochzeiten, Volksbelustigungen und anderen Tänzen in der Göge und im benachbarten Hohenzollern. Zur damaligen Zeit gab es auch in weiteren kleinen Örtchen der späteren Gemeinde Hohentengen eigene Musikgesellschaften, die immer wieder vor der Auflösung und Neugründung standen. Die Gesellschaft in Hohentengen hatte aber bestand, so wird in den späten Jahren des 18. Jahrhunderts von etlichen Konzerten, kirchlichen Festen und weiteren Auftritten außerhalb Hohentengens berichtet.

Der erste Weltkrieg ist leider nicht spurlos an den Musikern vorübergegangen. Die Musikgesellschaft wurde bedeutend geschwächt, aber nie ganz eingestellt. Im Jahre 1923 schritt man zu einer Neugründung einer Musikgesellschaft mit neuen Statuten. 1926 wurde die Musikgesellschaft vom Landtagsabgeordneten Sommer zum Musikverein erweitert.

Ein Vereins-Höhepunkt war der dritte Volksmusiktag im Mai 1935 in Hohentengen. Am Wertungsspiel nahmen 42 Gastvereine teil, die zum Abschluss einen Massenchor auf dem Festplatz bildeten. Die Kriegs- und Nachkriegszeit brachten einen tiefen Einschnitt in das Vereinsleben. Am 8. Mai 1949 fand daher in der „Krone“ in Beizkofen die Neugründung statt. Verbunden mit der Weihe der neuen Vereinsfahne richtete der Musikverein Hohentengen 1959 selbst das Kreismusikfest des Kreises Saulgau aus.

Schon in den späten 1950er Jahren wurde damit begonnen, Nachwuchsmusiker auszubilden. Anfang der 1980er Jahre beschritt der Verein dann neue Wege in der Jugendausbildung. 1983 wurde die Bläserschule des Musikvereins Hohentengen gegründet. Diese qualifizierte Nachwuchsförderung bewährt sich bis heute. Mit viel Engagement und Idealismus wird die Förderung des Nachwuchses vorangetrieben. Steigende Schülerzahlen, gute Ergebnisse bei den D-Prüfungen und Jugendkritikspielen sowie die sehr erfolgreichen Jugendkonzerte sind ein Beweis dafür. Die Zahl der aktiven Mitglieder stieg stetig an – so wurde im Jahr 2012 auch die Grenze von 100 aktiven Musikern überschritten.

Die aktive Kapelle wächst weiterhin stetig an und kann das musikalische Niveau immer weiter ausbauen. Bezeichnend ist hierbei die Kunst, Musiker im Alter von 15 bis 68 Jahren gleichermaßen zu begeistern und zusammen zu halten. Eine gesunde Mischung aus Unterhaltungsmusik und Konzertmusik auf hohem Niveau bescheren dem Musikverein auch weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus gute Zeugnisse.