Messe in der Gigelberghalle

Das messe aktiv50plus Orgateam (v. l.): Gertraud Koch, Klaus Zell,Dietmar Babion, Karl-Heinrich Gils, Christian Walz, Dietmar Patent,Hermann Hagel, Thomas Münsch und Thomas Opitz. Uli Prestle und Ingrid Oschwald fehlen wegen anderen Terminen. FOTO: C. SCHNEIDER
Die Menschen werden im Durchschnitt immer älter. Insofern wird die zweite Lebenshälfte immer länger und immer wichtiger. Die messe aktiv50plus am Freitag, 17. Mai, in der Biberacher Gigelberghalle und der Stadtbierhalle informiert über die unterschiedlichsten Themen, die Menschen in dieser Lebensphase beschäftigen. Es geht um Themen wie Mobilität und Reisen, Gesundheit und Freizeit, barrierefreies Wohnen und die Möglichkeiten, mithilfe der Digitalisierung den Alltag zu erleichtern. Von 9.30 bis 17 Uhr können Besucherinnen und Besucher Informationen an Messeständen oder in Vorträgen aus erster Hand bekommen.

Die messe aktiv50plus richte sich keineswegs nur an Seniorinnen und Senioren, sagt Karl-Heinrich Gils, Mitglied des zehnköpfigen Organisationsteams. Er erklärt: „Sie richtet sich bereits an Menschen in der Lebensmitte. Die wollen wir auch begeistern und einladen, sich mit dem Älterwerden auseinanderzusetzen.“

59 Aussteller aus Ehrenamt, Sozialverwaltungen, Institutionen für Gesundheit und Pflege, Handwerksbetrieben und Finanzdienstleistern sind vor Ort und möchten mit den Besuchern ins Gespräch kommen. Gils sagt: „Die Messe baut Hemmschwellen ab. Man lernt mögliche Ansprechpartner für Themen, auf die man sich vorbereiten möchte, schon mal kennen.“ Dank der Unterstützung des Aktivpartners Volksbank Ulm-Biberach kann die Messe in dieser Form, ohne Eintrittspreis und mit kostenlosen Vorträgen, bereits zum 19. Mal stattfinden.

An vielen Ständen kann man etwas (aus-)probieren wie Hör-, Seh-, Blutzucker- und Venentest, Bewegungstrainer, Fahrradsimulator, technische Alltagshilfen und mehr. Die neu aufgelegten Seniorenwegweiser der Stadt Biberach und des Landkreises Biberach können mit nach Hause genommen werden. Die Plätze im Vortragsraum sind auf 30 begrenzt. Kostenlose Eintrittskarten für die Vorträge gibt es am Infopoint in der Gigelberghalle. In der Stadtbierhalle bieten Schüler der Bischof-Sproll-Schule ein preiswertes Mittagessen an, in der Gigelberghalle gibt es kostenlos Kaffee und Zopfbrot. Vor den Hallen kann kostenlos geparkt werden. Wer mit Bus oder Bahn anreist, kommt kostenlos mit dem Kleinbus zwischen 8.41 und 17 Uhr alle 15 Minuten vom Marktplatz über den Bahnhof (ZOB Steig 1) zum Gigelberg und zurück. (cs)

messe aktiv50plus

Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Leserinnen und Leser,

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seit bald 20 Jahren findet die Messe aktiv50plus in Biberach statt. Die Messe ist in dieser Zeit zu einer festen und beliebten Größe im Biberacher Veranstaltungskalender geworden. Auffallend ist auch, wie sich die Messe in dieser Zeit verändert hat und vor allem gewachsen ist.

Die Messe aktiv50plus hat seit acht Jahren ihr festes Zuhause auf dem Gigelberg gefunden. In beiden Hallen, aber auch im Bereich vor den Hallen, präsentieren sich über 60 Aussteller. Das Besondere an dieser Messe ist, was sie gerade nicht ist: die Messe aktiv50plus ist keine Verkaufsmesse, sondern eine reine Beratungs- und Informationsmesse.

Mittlerweile vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über den demografischen Wandel berichtet wird. Häufig geht es dabei um die Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Zeiten des Fachkräftemangels. Doch Älterwerden bedeutet viel mehr als nur Pflegebedürftigkeit oder Krankheit. Das Alter bringt zugleich neue Möglichkeiten und Chancen mit sich, zur aktiven Freizeitgestaltung oder für ein neues ehrenamtliches Engagement. Es freut mich, dass sich diese Vielfalt auch im Programm der Messe und bei der Auswahl der Aussteller widerspiegelt.

Egal ob Sie sich über ein ehrenamtliches Engagement, Mobilität oder Hilfen im Alter informieren möchten, auf der Messe finden Sie wichtige Anregungen. Hierzu gehört auch, dass der neue Seniorenwegweiser der Stadt Biberach, „Älterwerden in Biberach und Umgebung“, ausliegt.

Nutzen Sie die Möglichkeit, liebe Leserinnen und Leser, sich unverbindlich auf der Messe zu informieren – egal ob über vorsorgende Verfügungen wie die Patientenverfügung, das Angebot verschiedener Selbsthilfegruppen oder Umbaumaßnahmen im eigenen Zuhause. Die Messe bietet eine tolle Möglichkeit, mit Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen.

Den Organisatoren, allen Ausstellern und den ehrenamtlichen Helfern gilt mein herzlicher Dank für die Ausrichtung der Messe aktiv50plus und für das interessante Programm. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Besuch der Messe, anregende Gespräche und viele Ideen für eine aktive zweite Lebenshälfte.

Ihr

Norbert Zeidler

Oberbürgermeister

Zwei neue Hilfsmittel mit Spaßfaktor

Die OrCam liest Dr. Andreas Hub die Zeitung vor (l.). Redakteur Christoph Schneider testet den AddSeat in Mittelbiberach . FOTOS: CS
Die OrCam liest Dr. Andreas Hub die Zeitung vor (l.). Redakteur Christoph Schneider testet den AddSeat in Mittelbiberach . FOTOS: CS
Manche Menschen müssen mit starken Einschränkungen leben, die sich auch auf ihren Alltag und ihr Sozialleben auswirken. Aber es gibt Hilfsmittel, die ihnen mehr Selbständigkeit und eine bessere Teilhabe am sozialen Leben ermöglichen. Wir haben zwei getestet: eine Brillenkamera, die vorliest, und ein ganz besonderer „Rollstuhl“.

Dr. Andreas Hub ist Inklusions- und Technologieberater in Mittelbiberach. Er befestigt ein fingergroßes schwarzes Kästchen an einer Lesebrille und schaltet es ein. Dann hebt er mit der linken Hand die Zeitung an, tippt mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf einen Artikel und das schwarze Kästchen beginnt, den Artikel vorzulesen. Hub setzt die Brille ab und erklärt: „Diese OrCam ist ein Hilfsmittel für Personen mit Blindheit und Seheinschränkungen. Sie liest gedruckte Texte aus Büchern und Zeitungen aber auch von Bildschirmen und Displaytafeln vor. Außerdem erkennt das Gerät antrainierte Gesichter, Produkte und Geldscheine und kann Barcode lesen.“ Handschriftliche Texte erkenne das Gerät noch nicht. Aber der Hersteller entwickle die Software kontinuierlich weiter.

Die OrCam kann mehrere Sprachen, standardmäßig sind Englisch, Französisch und Deutsch eingestellt. „Aber es gibt auch andere Sprachpakete. Programmupdates stellt der Hersteller über das Internet zur Verfügung“, sagt Hub. Außerdem lässt sich das Gerät via Bluetooth mit Hörgeräten oder Headsets mit Knochenlautsprechern verbinden – eine Erleichterung, für Menschen, die neben einer Seh- auch eine Höreinschränkung haben.

Für mobilitätseingeschränkte Menschen gibt es den Add-Seat. Das ist ein umgebauter Segway Personal Transporter. Anders als beim Ursprungsfahrzeug, das stehend gesteuert wird, fährt man den Add-Seat sitzend. Das Steuern des zweirädrigen Gefährts erfolgt durch Gewichtsverlagerung. Das verlangt eine kurze Eingewöhnung, man hat den Bogen aber sehr schnell raus, wie ein Selbsttest des Redakteurs zeigt.

Hub erklärt: „Der Add-Seat wurde in einigen Fällen bereits über Krankenkassen finanziert. Je nach Art der geplanten Nutzung und Zulassung fährt er bis zu 20 km/h. Die maximale Reichweite beträgt rund 35 Kilometer.“ Der Sitz ist durch eine Luftfederung in der Höhe verstellbar, sodass der Fahrer anders als im herkömmlichen Rollstuhl nahezu auf Augenhöhe kommunizieren kann.

Weitere Vorteile gegenüber dem herkömmlichen „Rolli“ listet Hub auf: „Er trainiert die Muskulatur, weil man ihn durch Gewichtsverlagerung des Oberkörpers steuert. Außerdem ist er äußerst wendig, man kann im Fahrstuhl drehen und viel näher an Objekte heranfahren. Der Add-Seat ist zudem viel geländegängiger als ein vierrädriger Rollstuhl. Er ermöglicht also eine ganz andere Teilhabe an der Gesellschaft. Darüber hinaus macht es einfach allen Spaß, ihn zu fahren.“ (cs)

Nachhaltig und sozial: Tragwerk und Trag’s weiter

Katja Bart und Bernhard Fischer leiten das Biberacher Sozialkaufhaus Tragwerk (l.). Petra Wolf (rechtes Bild, v. l.) leitet das Trag’s weiter seit 2014, Hannah Rottko absolviert hier ein FSJ, und Brigitte Freudig engagiert sich hier zusammen mit rund 30 weiteren Ehrenamtlichen FOTOS: CS
Katja Bart und Bernhard Fischer leiten das Biberacher Sozialkaufhaus Tragwerk (l.). Petra Wolf (rechtes Bild, v. l.) leitet das Trag’s weiter seit 2014, Hannah Rottko absolviert hier ein FSJ, und Brigitte Freudig engagiert sich hier zusammen mit rund 30 weiteren Ehrenamtlichen FOTOS: CS
Was der eine wegwirft, kann der andere noch brauchen. Denn längst nicht alles, was man loswerden will, ist Müll. Im Tragwerk und im Trag’s weiter bekommt Gebrauchtes eine zweite Chance.

Katja Bart und Bernhard Fischer sind die hauptamtlichen Leiter des Tragwerks in der Biberacher Weberberggasse 43 im ehemaligen Billwiller. Die Sozialarbeiterin Bart beschreibt das Geschäft so: „Wir sind eine Art Sozialkaufhaus. Wir haben Kleidung von klein bis groß, Kinderspiele und -Bücher, Schmuck, Schuhe, Möbel, Haushaltsartikel und Geschirr.“ „Man kann sich bei uns komplett ausstatten“, sagt Fischer. Bart erklärt: „Bei uns darf jeder einkaufen. Die Preise sind für alle gleich.“

Das Tragwerk ist Teil eines Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekts für Langzeitarbeitslose, das Diakonische Bezirksstelle, wohnungslosenhilfe biberach und bfz Biberach miteinander stemmen. Im Kleiderbereich sind aber zugleich auch Ehrenamtliche engagiert.

Der linke Flügel des Hauses beherbergt die „Kleiderabteilung“. Rund 15 Ehrenamtliche sorgen stundenweise bis halbtags dafür, dass der Laden läuft: Sie kassieren, organisieren das Lager oder sortieren die Kleiderspenden. „Ihre Arbeit ist unverzichtbar und wer Lust hat, mitzumachen meldet sich im Laden“, sagt Bart.

In der „Haushalts- und Möbelabteilung“ im rechten Flügel sorgt das Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojektsfür helfende Hände. „Das Ziel des Projekts ist, die Langzeitarbeitslosen wieder an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen“, sagt Fischer. Seine Kollegin Bart sagt: „Ich habe schon im Tragwerk Menschen getroffen, die hier wegen des Projekts gearbeitet haben und die dann tatsächlich Jobs im ersten Arbeitsmarkt gefunden und behalten haben.“

Kleiderspenden nimmt das Tragwerk, Weberberggasse 43, zu den Öffnungszeiten an. Fischer sagt: „Wenn Sie gut erhaltene Möbel oder Haushaltswaren spenden möchten, dann rufen Sie bitte bei der Wohnungslosenhilfe Biberach unter Tel. 07351/ 188 28 11 an. Dort wird mit Ihnen ein Besichtigungstermin vereinbart und brauchbare Ware wird dann direkt bei Ihnen zu Hause abgeholt. Bitte stellen Sie keinesfalls Möbel oder Haushaltswaren einfach so vorm Tragwerk ab.“

Das Trag’s weiter in der Biberacher Bürgerturmstraße 3/5 ist eine Second-Hand-Mode-Boutique. Petra Wolff, die hauptamtliche Ladenleiterin sagt: „Wir führen hochwertige Markenware.“ Die Boutique wird von der Laupheimer Arbeitsgemeinschaft Missions- und Entwicklungshilfe, der katholischen Gesamtkirchengemeinde Biberach und der Diakonie Biberach betrieben. Mit dem Erlös des Kleiderverkaufs finanzieren die Träger soziale Projekte.

Ehrenamtliche wie Brigitte Freudig sortieren in der Bürgerturmstraße Kleiderspenden. Wolff und die FSJlerin Hannah Rottko organisieren zusammen mit den Ehrenamtlichen den Laden. Wolff sagt: „Wir suchen immer neue Kolleginnen und Kollegen. Melden Sie sich gerne im Landen.“ (cs)