Ein bunter Mix

Seit über 20 Jahren ein Branchen-Mix der die Region belebt - der "Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Geiselharz Schauwies" - kurz ZIG genannt. FOTOS: P.PETER/P.BERNHARD/T.SCHITTENHELM
Die Gemeinde Amtzell hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem attraktiven Ort als Produktionsstätte und Lebensstandort entwickelt. Hier finden innovative Erfinder genauso einen Platz wie große Stahlhersteller, Werkzeugbauer oder Logistikunternehmen. 

AMTZELL – Seit vielen Jahren versucht man in Amtzell einen möglichst breitgefächerten Branchenmix anzusiedeln. Soweit die Gemeinde oder der Verband darauf Einfluss hat, wird diese Philosophie gelebt und auch vom ZIG übernommen. 
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„Aus meiner Sicht ergeben sich hier vor allem zwei große Vorteile daraus“, sagt Kämmerer Jürgen Gauß. „Zum einen ein möglichst breites Arbeitsplatzangebot aus Sicht der Qualifizierungen und zum anderen eine möglichst hohe Gewerbesteuerstabilität, da so branchenspezifische Schwankungen besser ausgleichbar sind.“ Gauß ist auch der Meinung, dass es den Verantwortlichen in Amtzell in den letzten 25 bis 30 Jahren in großem örtlichem Einvernehmen gelungen ist, alle gesellschaftsrelevanten Themen parallel sehr gut zu entwickeln.

„Dazu zählen für mich Gewerbe, Wohnen, Kinderbetreuung, zukunftsorientierte schulische Angebote, Freizeit- und Sporteinrichtungen, soziale Einrichtungen für Jung und Alt und deren Vernetzung. Wie etwa Vereinsräumlichkeiten, die Straßen- und Radweginfrastruktur, die entwässerungstechnische Erschließung des Außenbereichs mit Pumpendruckleitungstechnik, der Breitbandausbau bis hin zu den technischen und kulturellen Denkmälern, also praktisch alle harten und weichen Standortfaktoren, die eine Gemeinde attraktiv machen.“ Diese Entwicklung führte auch zu einer gewissen Eigendynamik, die sich u.a. in der Niederlassung neuer Betriebe und Dienstleister nicht zuletzt dann niederschlägt, wenn ein Unternehmen – schließen muss.
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„Ich denke, dass die Gemeinde Amtzell aus den genannten Gründen neben einem sehr hohen Standard auch ein sehr hohes Potential besitzt, sich auch in der Zukunft stabil und gesund weiterzuentwickeln“, versichert der Kämmerer. „Wenn alle, die von der Entwicklung der letzten Jahrzehnte profitiert haben, in dem Amtzell eigenen Gemeinschaftssinn weiter bauen könnten – sei es in physischer oder inhaltlicher Hinsicht – dann kann diese Gemeinde für alle Alters-, Bevölkerungs- und Berufsschichten ein besonders lebens- und liebenswerter Ort bleiben. Daran mitarbeiten zu können hat mir immer besondere Freude gemacht und meiner beruflichen Stellung eine besondere Vielfalt in der täglichen Arbeit verliehen.“

350 Gewerbebetriebe


Rund 750 Arbeitsplätze bietet das Gewerbegebiet mit 25 leistungsstarken Unternehmen. Zusätzlich zum ZIG sind auf der Amtzeller Gemarkung aktuell rund 350 Gewerbebetriebe angemeldet. FOTOS: P.PETERS/T.SCHITTENHELM
Rund 750 Arbeitsplätze bietet das Gewerbegebiet mit 25 leistungsstarken Unternehmen. Zusätzlich zum ZIG sind auf der Amtzeller Gemarkung aktuell rund 350 Gewerbebetriebe angemeldet. 
FOTOS: P.PETERS/T.SCHITTENHELM
Vor über 20 Jahren - 1997 - gründeten Wangen und Amtzell den "Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Geiselharz Schauwies", kurz ZIG genannt.

AMTZELL - Hierzu brachte die Stadt Wangen ihre Gewerbeflächen bei Schauwies ein, die Gemeinde Amtzell die Kanalisation und die gesamten ökologischen Ausgleichsflächen in Geiselharz. Vorsitzender des Zweckverbandes ist der Amtzeller Bürgermeister Clemens Moll, stellvertretender Vorsitzender ist der Oberbürgermeister der Stadt Wangen im Allgäu, Herr Michael Lang. Geschäftsführer ist Kämmerer Jürgen Gauß.

Auf den zwischenzeitlich 18 Hektar Gewerbefläche gibt es rund 750 Arbeitsplätze. Derzeit sind 25 Betriebe im Interkommunalen Gewerbegebiet Geiselharz-Schauwies angesiedelt. „Wir haben erfreulicherweise einen sehr breiten Branchenmix, wie im übrigen auch außerhalb des Interkommunalen Gewerbegebietes in Amtzell selbst“, erklärt Jürgen Gauß. Dieser reicht von kleineren und mittleren Handwerksbetrieben über Dienstleistungsunternehmen, lebensmittelverarbeitenden Unternehmen bis zu größeren Produktionsfirmen im industriellen Bereich und High-Tech-Entwicklungen.

Der Gewerbeverein Amtzell lädt zur Gewerbeschau am 19.Mai 2019 von 11 bis 18 Uhr in die Turn- und Festhalle in Amtzell

In diesem Mix können Arbeitsplätze im Spektrum von ungelernten Kräften bis zu hochspezialisierten Fachkräften und Ingenieuren angeboten werden. „Es ist immer schwierig, einzelne Betriebe als besonders erwähnenswert herauszugreifen, weil alle ,an ihrem Platz‘ einen wichtigen Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Erfolg in den beiden Verbandsgemeinden Wangen und Amtzell leisten. Tatsächlich sind aber Betriebe darunter, die in ihrem Segment europa- oder gar weltweit Marktführer sind oder mit besonders innovativen Produkten weit über unsere Grenzen hinaus bekannt sind“, so Gauß.

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Im Frühjahr 2018 hat der ZIG sein letztes noch freies Gewerbegrundstück an einen bereits ansässigen Betrieb für dessen Unternehmenserweiterung veräußert. „Dies ist nach ziemlich genau 20 Jahren einerseits eine schöne Erfolgsmeldung und ein Zeichen für eine nachhaltige und wohlüberlegte Flächenbelegung, andererseits aber auch ein Signal: Insbesondere für spätere Erweiterungen beziehungsweise Eigenentwicklungen bestehender Betriebe aber auch für zahlreiche, immer wieder an den ZIG herangetragene Ansiedelungswünsche regionaler Betriebe oder Neugründungen wäre die Rekrutierung weiterer Gewerbeflächen dringend nötig“, bemerkt der Kämmerer.

Flächenmäßig und topographisch sind freie Kapazitäten vorhanden. „Auch bauplanungsrechtlich und von den erschließungstechnischen Voraussetzungen her wäre eine Erweiterung aus meiner Sicht denkbar“, sagt Gauß. „Dem ZIG war und ist aber immer auch eine einvernehmliche Politik beim Grunderwerb ein wichtiges Anliegen, übrigens ist gerade auch dies Teil der bisher so erfolgreichen Geschichte des Verbandes.

Dies bedeutet eben auch: ohne Zustimmung der betroffenen Grundstückseigentümer zum Erwerb weiterer Gewerbeflächen bzw. von Flächen für einen adäquaten ökologischen Ausgleich ist keine Erweiterung möglich.“

„Der große Branchen-Mix und die immense Dynamik die hier vertreten ist ermöglicht es, mögliche Auf und Ab´s in den einzelnen Branchen aufzufangen und Arbeitnehmer so bei Bedarf in anderen Firmen unterzubringen,“ ergänzt Bürgermeister Clemens Moll.

Das Gewerbegebiet Geiselharz-Schauwies ist aber nicht der einzige Standort in der Gemeinde Amtzell wo Firmen die Möglichkeit gefunden haben sich niederzulassen. In den kleineren Gebieten in Korb, Hummelau und Schattbuch, dessen Anfänge in den 80er Jahren liegen, findet man weitere Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region.