Schüler informieren sich über Handwerksberufe

Fotos: V. Benz
Über 600 Schüler der achten und neunten Klassen aus dem gesamten Landkreis Lindau lernten Ende Februar bei der sechsten Handwerksoffensive im Club Vaudeville 28 Gewerke des Handwerks kennen.

Von Viktoria Benz

LINDAU - Welche Handwerksberufe gibt es überhaupt? Was verdiene ich während der Ausbildung? Wie sind meine Chancen nach der Lehre? Welche Inhalte hat die Ausbildung? All diese Fragen konnten den rund 600 Schülern auf der diesjährigen Handwerksoffensive im Club Vaudeville beantwortet werden. Aber nicht nur das, sie konnten mit den Handwerksexperten erste Kontakte knüpfen und ganz wichtig für die Berufsorientierung- sie konnten sich im Hobeln, Frisieren, Parkett verlegen, Schneidern, Löten, Malern, Maurern und vielem mehr, selbst ausprobieren und einen ersten Eindruck von 28 Handwerksberufen gewinnen.

Fotos: V. Benz
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Im 30-Minuten-Takt wechselten die Schüler die Berufsstände, die sie vorab auswählen mussten. So erhielten sie die Möglichkeit vier Handwerksberufe genauer kennenzulernen. Hierfür nahmen sich die Handwerker viel Zeit, um den Schülern den Beruf näher zu bringen.

Fotos: V. Benz
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Spätestens an diesem Tag erkannten auch die Schüler, die aus den Real-, Mittel- und Integrationsschulen sowie aus dem Gymnasium kamen, dass Handwerksberufe vielseitig sind und tolle Weiterbildungsmöglichkeiten bieten. Das bestätigt auch Kreishandwerkermeister, Uli Kaiser und sagt: „Wie in allen Branchen herrscht auch im Handwerk ein Nachwuchsmangel. Die Berufe im Handwerk und die Perspektiven werden heutzutage total unterschätzt.“ So könne im Anschluss der Ausbildung eine Weiterbildung zum Meister absolviert werden, der dem Bachelor gleichgestellt ist und zusätzlich die Möglichkeit bietet an einer Hochschule zu studieren. Aber schon allein mit dem Meister-Abschluss bestehe die Möglichkeit sich selbstständig zu machen oder einen Betrieb zu übernehmen, so Kaiser. Speziell hier werde sich in der Zukunft einiges tun. Denn das Durchschnittsalter vieler Unternehmer liege bei 47 Jahren, weshalb in den nächsten Jahren mehrere Betriebsübernahmen anstehen werden. Handwerksberufe bieten aber nicht nur hervorragende Chancen, sich selbstständig zu machen, sie lassen sich auch gut mit einer Familie vereinbaren. Hinzu komme der steigende Verdienst und der wachsende Bedarf an Fachkräften - auch international. Dass Handwerksberufe nicht nur für Frauen interessant sein können, hat sich im Wandel der Zeit schon längst bemerkbar gemacht. „Immer mehr Frauen erlernen einen handwerklichen Beruf. Sie eignen sich genauso gut für die Branche wie Männer und sind besonders wertvoll für das Betriebsklima.“

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Berufe vor Ort

• Anlagenmechaniker für Sanitär-,Heizung- und Klimatechnik
• Bäcker, Bäckereifachverkäufer
• Elektroniker div. Fachbereiche
• Fliesenleger
• Glaser
• Informationstechniker
• KFZ Mechatroniker
• Maler und Lackierer
• Maurer
• Mediengestalter
• Metallbauer
• Parkettleger
• Raumausstatter
• Schneider
• Schreiner
• Spengler
• Steinmetz
• Veranstaltungstechnik
• Zweiradtechniker
• Zimmerer
• Handwerk allgemein
• Bootsbauer
• Buchbinder
• Fleischer
• Ofenbauer
• Orthopädieschuhmacher