„Wir brauchen mehr Macher als Akademiker“

„Das Handwerk blickt im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbereichen positiv in die Zukunft“, sagt Edgar Horn, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ostalb. FOTO: MELANIE SCHIELE
Edgar Horn, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (KHS) Ostalb, spricht im Interview mit Melanie Schiele über eine Karriere im Handwerk und die Zukunft der „Wirtschaftsmacht von nebenan“, wie die Imagekampagne des deutschen Handwerks wirbt.

Während der Bewerbungsprozess in der Industrie und im Handel in der Regel bereits abgeschlossen ist, kann man sich fürs kommende Ausbildungsjahr um eine Ausbildung im Handwerk noch bewerben. Wie viele offene Lehrstellen gibt es auf der Ostalb noch?

Jährlich stellen die Handwerksbetriebe auf der Ostalb 750 bis 800 Ausbildungsplätze zur Verfügung, allerdings können davon nur rund 600 besetzt werden. Sie könnten mehr ausbilden, als Nachfrage vorhanden ist.

In welchen Berufsgruppen wird dringend noch Nachwuchs gesucht?

Das zieht sich durch das gesamte Handwerk. Es gibt einige Berufe, die gerne mehr Auszubildende hätten wie im im Bauund im Nahrungsmittelhandwerk, sprich Metzger, Bäcker, Konditor und Verkäufer.

Welche Ausbildungen sind hingegen sehr beliebt?

Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Friseur, Zimmerer und Anlagenmechaniker zählen zu den beliebtesten Ausbildungsberufen.

Im Gesamtgebiet der Handwerkskammer Ulm verzeichneten die Handwerksbetriebe zum Jahresende 2018 ein Plus bei den Ausbildungszahlen, doch im Ostalbkreis wurden mit 592 Auszubildenden 4,3 Prozent weniger Ausbildungsverhältnisse im Vergleich zum Vorjahr abgeschlossen. Woran liegt das?

In 2017 hatten wir wesentlich mehr neue Auszubildende, womit wir im Kammergebiet vorne dabei waren. Im vergangenen Jahr haben weniger eine Ausbildung begonnen. Das sind statistische Effekte, man muss die Zahlen interpretieren. Auf die Jahre gesehen haben wir sogar ein leichtes Plus.

Was unternehmen die Betriebe vor Ort, um Nachwuchs zu finden?

Da gibt es verschiedene Ansatzmöglichkeiten. Angefangen bei uns Organisationen, wie den Innungen und der Kreishandwerkerschaft, wir sind bei den Ausbildungsplatzmessen vertreten – sowohl bei den größeren in Aalen, Schwäbisch Gmünd und Ellwangen, als auch zum Teil bei den etwas kleineren Messen. Bei Gewerbeschauen in den Gemeinden sind in der Regel die Betriebe da, die von uns bei Bedarf Unterstützung erhalten. Wir stellen kostenlos Informationsmaterial und Equipment wie Broschüren, Flyer oder Roll-ups zur Verfügung. Des Weiteren haben die Landes- und Bundesverbände eigene Webseiten mit Informationen über die einzelnen Ausbildungsberufe. Für einen wichtigen Ansatz halte ich die Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und örtlichen Betrieben. Hier gehen Auszubildende in die Klassen, um von ihren Aufgaben und Erlebnissen in der Ausbildung zu erzählen. Das kommt gut an. Wir wünschen uns, dass noch mehr Betriebe Bildungspartnerschaften übernehmen und noch mehr Lehrlinge sich zu Azubi-Scouts ausbilden lassen. Doch wir müssen uns noch mehr um Nachwuchs bemühen.

Inwiefern?

Es steht schon ziemlich genau fest, wie viele die Schule in den nächsten Jahren verlassen werden. Die Statistik zeigt, dass der Nachwuchs nicht mehr wird. Und Konkurrenz gibt es in Form des Studiums. Die jungen Leute gehen aufs Gymnasium oder andere höhere Schulen und glauben dann, dass sie mit einer akademischen Weiterbildung besser fahren. Die Abiturientenquote im Handwerk ist im Ostalbkreis zwar leicht gestiegen, von zwölf Prozent in 2016 auf 14 Prozent in 2018, doch über die Hälfte des Abschlussjahrgangs entscheidet sich für ein Studium. Allerdings beträgt die Akademikerquote im Ost-albkreis nur 17 Prozent. Daher wird es für den einen oder anderen Studierten schwierig werden, im Anschluss eine Anstellung zu finden, selbst wenn die Quote ein wenig ansteigt. Im Handwerk hat man nach der dualen Ausbildung hingegen einen sicheren Arbeitsplatz. Wir brauchen mehr Macher als Akademiker.

Wo punktet eine Karriere im Handwerk noch?

Nach der Ausbildung stehen einem alle Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Man kann den Meister oder Techniker machen, den Betriebs- oder Fachwirt absolvieren und sogar studieren. Beispielsweise können gelernte Schreiner ein Studium der Holztechnik aufnehmen und das ganz ohne Abitur. Grundsolide berufliche Basis und Praxiserfahrung fehlt den akademischen Berufen. Die Ausbildung an Hochschulen findet oftmals zwar mit Praxisanteilen statt, doch die betrieblichen Abläufe richtig kennengelernt hat nur der Azubi.

Was kann man nach einer Weiterbildung machen?

Die Arbeitsmöglichkeiten sind vielfältiger. Man kann in größeren Betrieben Betriebsleiter werden, in die Forschung und Entwicklung gehen oder bei einer Behörde arbeiten. Ein Studium kommt jedoch nicht für jeden in Frage, es soll ja auch nicht jeder, der eine Ausbildung gemacht hat, Ingenieur werden. Unser Wunsch ist, dass die jungen Leuten in den Betrieben bleiben. Doch jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und das Handwerk bietet dafür die besten Chancen.

Oft werden Schulabgänger von einer Ausbildung im Handwerk durch die geringe Bezahlung und die schwere körperliche Arbeit abgeschreckt. Ist das denn überhaupt noch der Fall?

In den letzten Jahren gab es unheimlich viele Entwicklungen, die die körperliche Arbeit reduzierten. Nicht jeder möchte Zeit seines Lebens in einer Fabrik stehen. Das Handwerk bietet Abwechslung, je nach Beruf verschiedene Einsatzorte und Umgang mit Menschen. Der Schreiner beispielsweise muss Ideen mit dem Rohstoff Holz umsetzen, er muss zum Kunden fahren und dort die Produkte einbauen. Er muss sich also entsprechend verhalten und muss kommunizieren können. Die Anforderungen im Handwerk sind recht hoch, was eine Ausbildung aber auch interessant macht. Die Mitarbeiter sollen von der boomenden Handwerkskonjunktur profitieren und für gute Arbeit gutes Geld verdienen. Das wird in immer mehr Betrieben so gesehen.

Welche Voraussetzungen benötigen Bewerber?

Das handwerkliche Interesse muss vorhanden sein. In manchen Berufen wie Goldschmied oder Friseur werden auch gestalterische Fähigkeiten benötigt.

Welche Themen beschäftigen das Handwerk in den nächsten Jahren neben dem Fachkräftemangel?

Das Handwerk blickt im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbereichen positiv in die Zukunft. Die Handwerker haben einen sehr hohen Auftragsbestand und es gibt einen hohen Nachholbedarf in Sachen Bauen. Deutschland will die Energiewende, ältere Häuser müssen also energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Das sind alles zukünftige Aufträge. Doch um diese aufgrund des Fachkräftemangels überhaupt abwickeln zu können, sucht das Handwerk nach technischen Möglichkeiten, Prozesse zu vereinfachen und schneller zu machen.

Über die KHS

Die Kreishandwerkerschaft Ostalb ist ein Dienstleistungsunternehmen innerhalb des freiwillig organisierten Handwerks. Ihr angeschlossen sind 27 Innungen, die wiederum 1000 Mitgliedsbetriebe repräsentieren. Als Partner der Handwerksunternehmen möchte sie ihre Mitglieder kompetent beraten und aktiv unterstützen. Edgar Horn hat nach einer Schreinerlehre den Betriebswirt absolviert und ist seit 22 Jahren KHS-Geschäftsführer.

Was macht ein Anlagenmechaniker?

Ohne den Anlagenmechaniker wären Energiesparverordnungen nur leere Worte. FOTO: COLOURBOX 
Ohne den Anlagenmechaniker wären Energiesparverordnungen nur leere Worte. FOTO: COLOURBOX 
Der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ist ein Beruf mit Zukunft, denn ohne ihn wären Energiesparverordnungen nur leere Worte. Als Anlagenmechaniker setzt man die Pläne und Ideen zur Umsetzung von erneuerbaren Energien in die Tat um. Der Mechaniker baut Wasser- und Luftversorgungssysteme sowie Heizungssysteme um und installiert zum Beispiel Solaranlagen oder energiesparende Pelletöfen in Privathäusern oder Firmengebäuden, um eine optimale Energienutzung sicherzustellen.

Bevor man bei einem Kunden ankommt, steht die Planung an. Wenn ein Auftrag lautet, in einem Neubau die Heizungsanlage zu montieren, sollte man sich zunächst vor Ort einen Überblick verschaffen. Anhand von technischen Zeichnungen, Bauzeichnungen und gegebenenfalls Rohrleitungs- und Kanalplänen, die man von seinem Auftraggeber, dem Bauunternehmen, erhalten hat, plant man die Arbeitsschritte. Dazu stimmt sich der Mechaniker mit Kollegen und anderen Handwerkern ab. Der Bedarf an Bauteilen und Materialien sollte genau berechnet werden. Nachdem alles, was benötigt wird, beschafft wurde, kann es losgehen.

Der erste Schritt ist es, den Kessel im Keller aufzustellen und die Heizkörper zu montieren. Anschließend müssen Leitungen für den Heiz- und Wasserkreislauf installiert werden. Dazu sind handwerkliche Fähigkeiten gefragt. Die Rohre müssen auf die gewünschte Länge zugesägt werden. Anschließend werden sie gebogen und montiert. Rohrteile schweißt, lötet oder klebt man zusammen. Dabei ist besonders wichtig, dass sie zu 100 Prozent dicht sind. Das kontrolliert man mithilfe von Mess- und Prüfgeräten. Sind die Rohre montiert und miteinander verbunden, kann das Rohrnetz an den Kessel angeschlossen werden. Bei einer computergesteuerten Heizungsanlage müssen Mess-, Steuerungs- und Regelungseinrichtungen eingebaut und programmiert werden. Zum Schluss kontrolliert man die verschiedenen Funktionen der Anlage, weist den Kunden in die Bedienung ein und händigt ihm die Betriebsanleitung aus.

Die heutigen versorgungstechnischen Systeme werden so konstruiert, dass eine Kopplung mit regenerativen Energiequellen, wie zum Beispiel einer Solaranlage, möglich ist. Solaranlagen werden zur Brauchwassererwärmung genutzt. Die Sonnenkollektoren müssen über ein Baugerüst auf das Dach des Kunden angebracht werden. Das erfordert gute Teamarbeit, Kraft und Genauigkeit. Wenn Bauteile und elektrische Anschlüsse beschädigt sind oder Verschleißerscheinungen aufweisen, kontrolliert man sie und stellt anhand von Mess- und Prüfmethoden Fehler und Störungen fest. Zur Reparatur muss die Anlage vorerst außer Betrieb gesetzt werden. Bevor der Mechaniker mit der Reparatur beginnt, sollte er den Kosten- und Zeitaufwand einschätzen, mit dem Kunden Absprache halten und gegebenenfalls weitere Handwerker einbeziehen.

In der Berufsschule bekommt man die technischen, physikalischen, mathematischen und rechtlichen Grundlagen des Berufs vermittelt. Der Auszubildende lernt, wie man Metall bearbeitet und Metallverbindungen herstellt, wie technische Zeichnungen gelesen und angefertigt werden. Er wird in physikalische Grundgesetze und in die Bauphysik eingeführt. Außerdem lernt man berufsspezifische Tätigkeiten, wie die Fertigung von Bauelementen sowie die Installation von Sanitär-, Heizungs- und Klimaanlagen. Immer wichtiger wird auch das Thema der nachhaltigen Energie- und Wasserversorgungstechnik. Der Ausbildungsbetrieb sichert die Umsetzung der Theorie in die Praxis. Quelle: aubi-plus.de

Sie haben ihren Beruf gefunden

Bei den Auszubildenden der Kliniken Ostalb herrscht stets gute Stimmung. FOTO: KLINIKEN OSTALB 
Bei den Auszubildenden der Kliniken Ostalb herrscht stets gute Stimmung. FOTO: KLINIKEN OSTALB 
Die Kliniken Ostalb beschäftigen an ihren drei Standorten Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd rund 3000 Mitarbeiter, darunter über 250 Auszubildende. Im Interview erzählen die Auszubildenden Sarah Stiller vom Ostalb-Klinikum Aalen und Annabell Singer aus dem Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd von ihrer Lehrzeit.

Sarah, welche Ausbildung machst du und in welchem Ausbildungsjahr bist du? Ich lerne Gesundheits- und Krankenpfleger im 3. Ausbildungsjahr.

Wie bist du zu deinem Ausbildungsberuf gekommen?

Ich habe mich damals informiert und auch Tests vom Arbeitsamt gemacht, um den richtigen Beruf für mich zu finden – es kam immer Gesundheits- und Krankenpflegerin heraus. Nachdem ich dann ein Praktikum und ein Freies Soziales Jahr im Krankenhaus gemacht habe, wusste ich, das ist der Beruf, den ich machen möchte.

Was sollte man aus deiner Sicht für diesen Job mitbringen?

Viel Empathie. Flexibilität, aufgrund des häufigen Schichtwechsels, Interesse an der Medizin, damit das Lernen auch leichter fällt. Es ist ein sehr anstrengender Beruf, der teilweise auch psychisch belasten kann, deshalb ist Spaß an dem Beruf sehr wichtig.

Ist ein Schnupperpraktikum sinnvoll?

Auf jeden Fall. Das ist denke ich in jedem Beruf sinnvoll, aber ganz besonders in der Pflege. Man stellt es sich häufig anders vor und da kann ein Praktikum helfen, Klarheit zu bekommen. Vor allem, weil man auch mit Angestellten reden kann und offene Antworten bekommt.

Was gefällt dir in der Ausbildung am Besten?

Das Gefühl, wenn Patienten wieder gesund nach Hause können. Und die Stimmung auf der Station. Man verbringt Feiertage, Nächte in den Nachtschichten und schlimme Ereignisse zusammen und deshalb ist das Verhältnis auf den Stationen, meistens zumindest, ziemlich familiär. Da macht es gleich mehr Spaß, arbeiten zu gehen.

Annabell, wie bist du zu dem Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin gekommen und warum hast du dich dafür entschieden?

Während meines Bundesfreiwilligendienstes an der Stauferklinik wurde mir schnell klar, dass ich die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin machen möchte. Da ich mich durch das BFD gut in der Klinik auskannte und ich viel Gutes von den Schülern der Krankenpflegeschule gehört hatte, habe ich mich dafür entschieden, die Ausbildung in Mutlangen zu machen. Das breite Tätigkeitsfeld macht diesen Beruf für mich sehr interessant. Es gibt vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten. Man ist nicht an einen bestimmten Arbeitsplatz gebunden und kann zum Beispiel nach der Ausbildung im ambulanten Pflegedienst arbeiten. Während der Ausbildung erlernt man das pflegerische Fachwissen. Dazu werden medizinische und pflegerische Inhalte vermittelt, welche zusammen die Grundlage für eine professionelle und qualitative Pflege bilden.

Was motiviert dich bei deiner täglichen Arbeit?

Ich möchte die Patienten unterstützen und pflegen und somit ihr Wohlbefinden während des Krankenhausaufenthaltes steigern. Es ist ein sehr verantwortungsvoller und vor allem wichtiger Beruf. Im Krankenhaus ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von großer Bedeutung. Die Pflege bildet die Kommunikationsbrücke zwischen Ärzten, Patienten, Angehörigen und Therapeuten.

Würdest du dich mich nochmal beim Stauferklinikum bewerben?

Ja, würde ich. Mir hat sofort die warme Atmosphäre in der Krankenpflegeschule gefallen. Die Lehrer sind alle sehr freundlich und haben bei Problemen immer ein offenes Ohr. Der Unterricht wird sehr abwechslungsreich von den Lehrern gestaltet und wird mit den Schülern regelmäßig reflektiert. Der Unterricht wird von den Lehrern praxisnah, abwechslungsreich und mit praktischen Übungen gestaltet.

Wie findest du die Lernsituation deiner Ausbildung?

Die Lernsituationen sind alle ähnlich aufgebaut, sodass man sich sehr gut in ihnen zurechtfindet. Die Anleiter auf Station sind kompetente Ansprechpartner. Während der Ausbildung wird man auf unterschiedlichen Stationen eingesetzt. Dadurch wird es möglich, sich einen besseren Gesamteindruck über den Pflegealltag zu machen. Die Fachschule für Gesundheitsund Krankenpflege befindet sich auf demselben Gelände wie die Klinik. Einen weiteren Pluspunkt sehe ich in der Möglichkeit, während der Ausbildung im Personalwohnheim zu wohnen. Meine Entscheidung, die Ausbildung an der Fachschule für Gesundheitsund Krankenpflege am Stauferklinikum begonnen zu haben, bereue ich nicht. Ich würde es jederzeit wieder tun.

Weitere Informationen und Kontakt

Ostalb-Klinikum Aalen
Schulleitung Bettina Seidel
bettina.seidel@klinikenostalb.de

St. Anna-Virngrund-Klinik Ellwangen
Schulleitung Joana Ruf
joana.ruf@kliniken-ostalb.de

Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd
Schulleitung Ulrike Schleich
ulrike.schleich@klinikenostalb.de
www.kliniken-ostalb.de

„Lückenjahr“ im Ausland

Auslandsaufenthalte sind der Traum vieler junger Menschen. FOTO: EDUCATION FIRST 
Auslandsaufenthalte sind der Traum vieler junger Menschen. FOTO: EDUCATION FIRST 
Während der Schulzeit ein Jahr in Übersee verbringen und dort die Lebensweise in einer Gastfamilie entdecken oder erst nach dem Abi im Ausland Erfahrungen sammeln, bevor eine neue Lebensphase beginnt? Beide Varianten haben ihre Vorzüge – in jedem Fall garantieren sie Reiselustigen, über sich selbst hinaus zu wachsen.

In andere Kulturen eintauchen, Fremdsprachenkenntnisse erweitern und internationale Freundschaften knüpfen – für junge Menschen bietet der Aufenthalt im Ausland eine tolle Möglichkeit, ihren Horizont zu erweitern und selbstständiger zu werden. Ein internationaler Schüleraustausch an einer High School oder ein Gap Year im Ausland zwischen Schule und Studium sind heute angesagter denn je – Zeit für einen Vergleich.

Das High School Year – die Schule im Ausland

Eine gängige und beliebte Variante für den Auslandsaufenthalt ist der Schüleraustausch. Dabei verbringen Teenager ein ganzes oder ein halbes Schuljahr an einer ausländischen Schule, meist an einer High School, wie beispielsweise in den USA oder Großbritannien. Die Schüler erhalten dort Gelegenheit, ihre Fremdsprachenkenntnisse zu perfektionieren, Gleichaltrige zu treffen und ihr Bewusstsein für andere Kulturen zu stärken. Während des Aufenthaltes wohnen die Jugendlichen in der Regel bei einer Gastfamilie. Niklas Kukat ist Geschäftsführer des Bildungsunternehmens EF Education First, das seit über 50 Jahren Schüler über Kulturaustauschprogramme und Sprachreisen in die ganze Welt vermittelt. Aus seiner Erfahrung weiß er: „Gastfamilien geben ihren Schützlingen Rückhalt, unterstützen sie dabei, sich in dem fremden Land zurechtzufinden und trösten, wenn doch einmal Heimweh aufkommt. Nicht selten wird aus der Gastfamilie eine zweite Heimat. Kontakt bleibt meist auch über das Austauschjahr hinaus bestehen“. Zudem bieten erfahrene Anbieter von Austauschprogrammen häufig ein Rundum-sorglos-Paket an, das Schüler bei der Reiseplanung im Vorfeld und während der Reise unterstützt – das gibt auch den Eltern, die zu Hause bleiben, ein sicheres Gefühl.

Das Gap Year – alles andere als ein Lückenfüller

Gegenüber dem High School Year bietet das Gap Year, zu Deutsch: „Lückenjahr“, eine große Auswahl an Optionen: von der Sprachreise über Work and Travel, von Au Pair bis hin zum Auslandspraktikum. Kein Wunder, dass diese Variante bei jungen Menschen immer mehr an Beliebtheit gewinnt. Auch sind die meisten Abiturienten aufgrund der G8-Regelung heute jünger und nutzen daher vermehrt den Zeitraum zwischen Schule und Studium, um sich über den eigenen Lebensentwurf klar zu werden und Ziele zu definieren.

Spezialisierte Reiseveranstalter bieten organisierte Programme zum Gap Year an und ermöglichen auf Wunsch auch eine ganzheitliche Betreuung, wie etwa bei der Planung einer Sprachreise: Von der Sprachschule über die Gastfamilie bis hin zum Auslandspraktikum – alles wird organisiert. „Eine Sprachreise muss nicht nur wenige Wochen dauern. Vor allem ein ganzes Jahr ist bei vielen jungen Erwachsenen im Trend. Sie sammeln dort nicht nur Fremdsprachenkenntnisse, sondern auch wertvolle Schlüsselkompetenzen,“ so Kukat. „Zudem machen sich Sprachzertifikate oder Zeugnisse von Auslandspraktika auch nach der Reise hervorragend im Lebenslauf.“ Wen das Fernweh gepackt hat, der findet weitere Informationen zum Gap Year und High School Year auf www.ef.de.

Kiener Maschinenbau GmbH