Vielfältige Semerenger Fasnet

Das Bräuteln um den Sigmaringer Marktbrunnen am Fasnetsdienstag ist das Herzstück der VetterGuser-Fasnet. FOTO: SCHWARZ

In Sigmaringen regiert zur Fünften Jahreszeit die Narrenzunft Vetter Guser. Mit der Hanfertäler Eulenzunft und den Semerenger Riedhexen gibt es aber zwei weitere närrische Vereinigungen in der Stadt.

Hanfertäler Eulen. FOTO: FRICK 
Hanfertäler Eulen. FOTO: FRICK 
Semerenger Riedhexe FOTO: PR 
Semerenger Riedhexe FOTO: PR 

SIGMARINGEN - Herzstück der Vetter-Guser-Fasnet ist das „Historische Bräuteln“ am Fasnetsdienstag, 5. März um den Marktbrunnen vor dem Rathaus. Diese Tradition geht Jahrhunderte zurück. Um 9.30 Uhr stellen sich Narrenzunft, Narren und Bräutlinge vor der Stadthalle auf und ziehen dann gemeinsam zum Marktplatz, wo ab 10 Uhr grüne Hochzeiter und Hochzeitsjubilare sowie Neubürger, die auswärts geheiratet haben, sich vor den zahlreichen Zuschauern auf der Stange der Bräutlingsgesellen zu präsentieren.

Narrenruf Eulenzunft: Zapfa – Räs!

Ein weiterer Höhepunkt der Vetter-Guser-Fasnet ist die Saalfasnet. Dieses Jahr stehen die Vetter-Guser-Bälle am Fasnetssamstag, 2. März (14 und 19.45 Uhr) in der Stadthalle unter dem Motto „Cabaret“. In aller Regel bieten die Akteure eine rauschende Ballnacht mit zahlreichen Programmhöhepunkten. Wer noch nie einen Vetter-Guser-Ball besucht hat: Unbedingt mal hingehen. Karten gibt es über die Homepage www.vetter-guser.de.

Narrenruf Riedhexen: Arradia – hee!

Die Hanfertäler Eulenzunft veranstaltet am Fasnetsfreitag, 28. Februar, ab 14 Uhr einen Kinderball im Gemeindehaus St. Fidelis in Sigmaringen. Es gibt Spiel, Spaß und Unterhaltung für die Nachwuchsnarren. Die Semerenger Riedhexen haben keine eigenen Veranstaltungen. CHRISTIAN SCHWARZ


Wenn Laiz zu Balkenheim wird ...

Laizer Bauern sollen einmal versucht haben, zu kurz geratene Brückenbalken durch kräftiges Ziehen an beiden Enden zu verlängern. Die heutigen Laizer machen das in der „Loizer Fasnet“ nach. Rechts ein Balkenstrecker der Maskengruppe. FOTOS: KORN-AMANN / FRICK
Laizer Bauern sollen einmal versucht haben, zu kurz geratene Brückenbalken durch kräftiges Ziehen an beiden Enden zu verlängern. Die heutigen Laizer machen das in der „Loizer Fasnet“ nach. Rechts ein Balkenstrecker der Maskengruppe. FOTOS: KORN-AMANN / FRICK
In der Fünften Jahreszeit wird der Sigmaringer Teilort Laiz zu „Balkenheim“. Die Narrenzunft Balkenstrecker veranstaltet, wie der „große Bruder“ in Sigmaringen, eine Hausfasnet, die sich „von“ schreiben darf.

LAIZ - Am Auseliga Donnschdig, 28. Februar, befreien die Balkenstrecker ab 9.30 Uhr die Schüler und ab 11.11 Uhr die Kindergärten. Ab 13.30 Uhr wird der Narrenbaum vor dem Rathaus gestellt und um 19 Uhr geht der Hemedglonkerumzug ab Backhaus auf die närrische Piste. Am Fasnetssamstig, 2. März steigt dann ab 19.31 Uhr der Bürgerball mit buntem Programm „in der närrischen Festhalle zu Balkenheim“.

Narrenruf: Balka – Strecker!

Vielfältige Semerenger Fasnet Image 1
Am Fasnetssonntig, 3. März sind dann die KInder dran. Um 15 Uhr beginnt der KInderball mit ebenfalls buntem Programm in der Festhalle.

Am Fasnetsmentig, 4. März, explodiert die Balkenheimer Fasnet dann in ihrem eigentlichen Höhepunkt – dem traditionellen Bräuteln ab 10 Uhr beim Rathaus. Um 14 Uhr schließt sich der Fasnetsmentigsumzug mit auswärtigen Zünften durch Balkenheim an. Ab 15.30 Uhr wird der Narrenbaum in der Festhalle verlost.

Am Fasnetsdienstig wird dann ab 19 Uhr am Backhaus die Fasnet verbrannt. CHRISTIAN SCHWARZ

Umzug am Fasnetsdienstag

Beim Umzug in Meßkirch bräuteln die Bräutlinge der Krauchenwieser Zaunhölzlezunft eine junge Frau. Die Zunfträte dahinter sehen’s mit Wohlgefallen. Unten: Beim eigenen Umzug am Fasnetsdienstag versprühen die „Zaunhölzles“ pure närrische Lebensfreude. FOTOS: MUSOLF /KUHLMANN
Beim Umzug in Meßkirch bräuteln die Bräutlinge der Krauchenwieser Zaunhölzlezunft eine junge Frau. Die Zunfträte dahinter sehen’s mit Wohlgefallen. Unten: Beim eigenen Umzug am Fasnetsdienstag versprühen die „Zaunhölzles“ pure närrische Lebensfreude. FOTOS: MUSOLF /KUHLMANN
Die Krauchenwieser Zaunhölzlezunft mit den Gruppen Zunftrat, Gardemädchen, Bräutling und ZaunhölzleGoischt sowie dem Fanfarenzug haben noch zwei Tage Hausfasnet vor sich – den Schmotzigen Donnerstag und den Fasnetsdienstag.

Narrenruf: Hölzle – Goischt!

KRAUCHENWIES – Am Schmotzigen Donnerstag, 28. Februar, trifft sich der Zaunhölzle-Zunftrat um 9 Uhr beim Wurstwagen vor dem Krauchenwieser Rathaus.

Zwischen 10.30 und 11 Uhr wird dann das Rathaus gestürmt und der Bürgermeister abgesetzt. Auch der Narrenbaum wird gestellt. Um 13.30 öffnen die Narren den Waldhornsaal, wo um 14 Uhr der Kinderball beginnt. Ende ist so gegen 17 Uhr.

Am Fasnetsdienstag, 5. März lädt die Zaunhölzle-Zunft alle Narren, die’s noch machen können, zum großen Umzug durch Krauchenwies ein. Beginn ist um 14 Uhr, 27 Gruppen mit rund 1400 Hästrägern werden durch die bunten Krauchenwieser Straßen ziehen. CHRISTIAN SCHWARZ

Zaunhölzle-Zunft

Die Zaunhölzle-Zunft nennt sich nach einem Waldstück in Krauchenwies, wo der Sage nach ein Geist sein Unwesen trieb. Das Hölzle ist ein Waldgebiet zwischen Krauchenwies und Hausen a.A. Dort soll vor langer Zeit besagter Geist mit Wanderern, Beeren- und Holzsuchern seine Späße getrieben haben. Der Hölzlegoischt ist ein gutmütiger, kinderfreundlicher Geist der immer zu Späßen aufgelegt. ist aber, wenn er gereizt wird, derb reagieren kann.

Spitzbuben werden verurteilt

Ein Hemadglonker der Gammertinger Narrenzunft Horig begeistert die kleinen Zuschauer am Umzugsweg. FOTOS: OBSER /SCHWARZ
Ein Hemadglonker der Gammertinger Narrenzunft Horig begeistert die kleinen Zuschauer am Umzugsweg. FOTOS: OBSER /SCHWARZ
Die Hausfasnet der Gammertinger Narrenzunft Horig bietet zahlreiche närrische Höhepunkte, darunter Bürgerball, Narrengericht und Umzug.

GAMMERTINGEN - Am Fasnetssamstag, 2. März findet ab 19.30 Uhr der Bürgerball in der Alb-Lauchert-Halle statt. An der Abendkasse für acht Euro sind noch viele gute Plätze zu bekommen. Durch das vielseitige Programm führt Irene Bögle alias Bontschie.

Am Fasnetssonntag, 3. März findet dann ab 14 Uhr (Einlass 13 Uhr) der traditionelle Kinderball in der Alb-LauchertHalle statt. Dann präsentieren die Kindergärten und kleine und große Sportler/-innen aus verschiedenen TSV-Gruppen und dem Club Dan den Zuschauern allerlei Darbietungen. Das Rahmenprogramm wird ebenfalls von Irene Bögle moderiert und lädt alle Kinder zum Mitmachen ein. Die Jugendlichen ab 16 Jahren zieht es dann ab 19.30 Uhr zur Hemadglonker-Party in die Elitebar. Die DJs legen Dance Music auf und es herrscht ausgelassene Fasnets-Discostimmung bei den Gästen, egal ob verkleidet oder nicht.

Der Ursprung der Gammertinger Fasnet liegt in der Katzenmusik. Diese hat ihren Auftritt am Rosenmontag, 4. März frühmorgens, ab 5 Uhr. Dabei ziehen Narren in Nachthemden und mit Musikinstrumenten, Rätschen und in Begleitung der Hanswurste mit ihren Saublatern durch die Gassen und wecken die Bevölkerung. Für die „Verpflegung“ unterwegs gesorgt. Wer mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen. Ab 14 Uhr findet das historische Narrengericht auf dem Schlossplatz statt. Ernst blickende „Richter“ in Roben und mit weißer Perücke verurteilen zuvor hochoffiziell geladene Mitbürger, die sich in ihren Augen Verfehlungen geleistet haben. Der Brolde sorgt mit seinem Säbel dafür, dass sich die Verurteilten nicht vor der Strafe drücken. Dabei kommt die verhängte Strafe natürlich zumeist der Narrenzunft zugute.

Narrenruf: Horig, horig – horig isch dia Katz!

Höhepunkt und krönender Abschluss der Gammertinger Fasnet ist der Umzug am Fasnetsdienstag, 5. März ab 14 Uhr. Durch die eigens dafür gesperrten Straßen führt ein Umzug mit vielen Maskenträgern, Umzugswagen und Musikgruppen.

Danach herrscht im Ort buntes Treiben. Nach der Prämierung diverser Gruppen ziehen die Narren abends vom Hotel Kreuz zum Narrenbaum, der an Ort und Stelle feierlich verbrannt wird. Wer dann noch nicht genug gefeiert hat, lässt den Abend in den noch offenen Lokalitäten und Bars ausklingen. CHRISTIAN SCHWARZ