Vetter Vorrichtungsbau GmbH unter neuer Geschäftsleitung

Die Mitarbeiter der „Vetter Vorrichtungsbau GmbH“ haben einen neuen Chef. Edmund Vetter (l.) hat den Betrieb an seinen Sohn Hans (daneben) übergeben. Familienhund Loa ist überall mit dabei.
Nach 15 Jahren hat Edmund Vetter seinen Betrieb „Vetter Vorrichtungsbau GmbH“ in Ostrach-Levertsweiler an seinen Sohn Hans übergeben. Der Ex-Chef freut sich auf den Ruhestand und seine Hobbys, der neue darauf, den gutgehenden Betrieb kontinuierlich weiter auszubauen. Aber: Niemals geht man so ganz. Das gilt auch für Edmund Vetter, der weiterhin „mit Rat und Tat“ mithelfen will.

OSTRACH-LEVERTSWEILER - 49 Jahre ist Edmund Vetter jetzt als Werkzeugmachermeister tätig. 2004 macht er sich selbstständig. Zusammen mit seiner Frau Jutta baut er seine Firma aus kleinsten Anfängen auf. „Ich habe praktisch als Garagenfräser auf 100 Quadratmetern angefangen“, erzählt er, „mit drei Fräsmaschinen, einer Schleif-, einer Dreh- und einer Bohrmaschine.“ Anfänglich lief noch nicht alles ganz rund. Vetter erinnert sich daran, wie „am Türsturz was rausgemeiselt werden musste, damit wir die Maschinen in den Raum reingekriegt haben“.

Blick in den Bürobereich.
Blick in den Bürobereich.
Aber die „Vetter Vorrichtungsbau GmbH“ wächst schnell, nach nur einem Jahr nimmt Vetter bereits einen Lehrling zu sich, nach zwei Jahren einen weiteren. Insgesamt hat Edmund Vetter in den zurückliegenden 15 Jahren elf Lehrlinge, auch im kaufmännischen Bereich, ausgebildet und allen angeboten, in der Firma zu bleiben. Fast alle sind dem Betrieb bis heute treu geblieben.

Mit wachsender Auftragslage braucht die junge Firma mehr Platz. Eine Halle des früheren landwirtschaftlichen Anwesens wird ausgeräumt. Die untergestellten Traktoren müssen weichen, stattdessen kommt der damals noch bescheidene Maschinenpark rein, der dann 2008 um die erste CNC-Maschine im Drehbereich ergänzt wird. Auf 200 Quadratmetern lässt es sich zunächst komfortabel produzieren. 2012 wächst die „Vetter Vorrichtungsbau“, die erst 2013 zur GmbH umfirmiert wird, erneut um eine 200- Quadratmeter-Halle, auch ein Schweißraum auf 80 Quadratmetern kommt noch dazu Auch ein Büro mit 60 Quadratmetern gehört zum Betrieb.

Im Fräsbereich steht auch ein moderner Maschinenpark mit der Möglichkeit von Drei- bis Fünfachs-Bearbeitung.
Im Fräsbereich steht auch ein moderner Maschinenpark mit der Möglichkeit von Drei- bis Fünfachs-Bearbeitung.
Diesen (Familien-)Betrieb hat Edmund Vetter nun seinem 21- jährigen Sohn Hans übergeben. Der geschäftsführende Gesellschafter Hans Vetter teilt die Verantwortung mit dem zweiten Geschäftsführer Hermann Haag., der den Konstruktionsbereich zum Konstruieren der Vorrichtungen und Sondermaschinen, sowie die CAM-Programmierung für die zentrale Programmerstellung eingeführt und ausgebaut hat.Die beiden führen 19 Mitarbeiter, darunter auch Hans’ Schwestern Silke und Kerstin. Die „Vetter Vorrichtungsbau GmbH“ konstruiert und fertigt Vorrichtungen und Betriebsmittel für Automobilzulieferer und den allgemeinen Maschinenbau im Landwirtschafts- und Behindertenbereich sowie in der Filtertechnik. Dazu kommen Einzelteile und Kleinserien. Zudem werden sämtliche Materialien bearbeitet, von Stahl über Aluminium bis hin zu Kunststoff. Auch die ganze Oberflächenbehandlung wie Plasmanitrieren gehört zum Portfolio der Firma. „Wir sind breit aufgestellt“, sagt der neue Chef Hans Vetter. „Kein Kunde von uns hat mehr als 20 Prozent Auftragsanteil.“

Der neue Chef Hans Vetter misst Bauteile aus.
Der neue Chef Hans Vetter misst Bauteile aus.
Das Prunkstück des Maschinenparks ist das fünfachsige Fräszentrum der Firma Hermle. Für Fräsarbeiten stehen zudem noch fünf dreiachsige CNC-Maschinen und eine konventionelle bereit. Dazu kommen zwei Drehbänke mit angetriebenen Werkzeugen, vier konventionelle Maschinen für den Drehbereich, eine Flachschleifmaschine und ein Bandsägen-Vollautomat. Gefräst wird über CAM. Damit können die ganzen Hochleistungsmaschinen zentral programmiert werden. Zudem schreibt Mitarbeiter Marco Senft Programme nach Kundenwunsch. So kann die Firma Vetter den Kunden von der Konstruktion bis zur Auslieferung alles aus einer Hand anbieten.

Marco Senft schreibt CAMProgramme, die vom Computer direkt auf die Fräsmaschinen übertragen werden.
Marco Senft schreibt CAMProgramme, die vom Computer direkt auf die Fräsmaschinen übertragen werden.
Eine weitere Stärke der Firma ist die große Flexibilität. „Wir können schnell reagieren und auch komplizierte Aufträge in kurzer Zeit durchführen“, sagt Hans Vetter. „Von Konstruktionsbeginn über Fertigung und Montage bis hin zum Fertigen von CNC-Programmen für den Kunden benötigen wir gerade mal acht bis zwölf Wochen. Bei Einzelteilen liegen wir je nach Auftragsumfang zwischen einer und vier Wochen."

Vetter Vorrichtungsbau GmbH

Hans Vetter, der eine Ausbildung zum Industriemechaniker in der Tasche hat und demnächst auch den Meister, will vor allem die Sparte Vorrichtungsbau weiter ausbauen, ohne aber die Einzelteile und Kleinserien zu vernachlässigen. Er freut sich extrem auf die neue Aufgabe. Familiärbetriebliche Unterstützung erhält er nicht nur von seinen Schwestern, sondern auch von seinem Vater. Edmund Vetter: „Ich bin ein alter Handwerker mit viel Erfahrung und wenn man mit wenig was anfangen und improvisieren muss, bin ich der Richtige.“ Ansonsten freut sich der Hobbyimker auf seine Bienen und die Landwirtschaft. CHRISTIAN SCHWARZ