Rund ums Heiraten: Mit Herz und Verstand

FOTO: PATRICK PLEUL

Ein erinnerungswürdiger Tag ist der Hochzeitstag in jedem Fall. Damit es einer der schönsten im Leben wird, sollten Paare gut planen. Und dabei souverän und rational bleiben, denn die großen Gefühle hängen von anderen Dingen ab als der Farbe der Platzkärtchen.

REGION – Die Termine sind längst fixiert, Freunde und Verwandte über das Datum informiert, nun geht es an die Details. Wer in diesem Jahr heiratet, hat jetzt zahlreiche Hochzeitsmessen und -austellungen zur Auswahl.

Es gibt viel zu organisieren und zu entscheiden. Dabei können die Gespräche mit Fachleuten, nützliche Checklisten und Ratgeber manches erleichtern. Als erstes sollten Paare jedoch die Frage miteinander besprechen, wie sie sich „ihren Tag“ vorstellen.

Welche Bilder haben Braut und Bräutigam im Kopf? Welche Herzenswünsche gibt es? Im zweiten Schritt sind die Wünsche dann an das Budget anzupassen.

Keine leichte Aufgabe, angesichts der zahlreichen Highlights und aufeinander abgestimmten Details rund um das Hochzeitsfest, die die Hochzeitsplaner anpreisen. „Weniger ist manchmal mehr“ gilt auch in diesem Fall.

Das Brautpaar muss es nicht allen Recht machen, sich nicht in aktuellen Trends verlieren und sich nur mit den Details befassen, die für die beiden Hauptpersonen wirklich wichtig sind. SORU

So war es füher

Bis in das 18. Jahrhundert war die Ehe eine pragmatische Anlegenheit. Die Frau suchte materielle Absicherung, der Mann erwartete Nachkommen.

Auch wirtschaftliche und politische Interessen der Familien spielten eine Rolle. Die Hochzeitszeremonie passte sich je nach Stand der Brautleute diesen Notwendigkeiten an.

Erst das aufstrebende Bürgertum belegte die Ehe mit romantischen Vorstellungen wie Liebe und Zärtlichkeit. Es entwickelte sich die freie Wahl des Partners/der Partnerin. Sie ist, geschichtlich betrachtet, ein sehr junges Privileg unserer Zeit.

Heute ist die romantische Liebe , mit all ihren Idealen und Vorstellungen, die Ausgangsbasis für die Ehe. soru

Die erwachsene Prinzessin

FOTOS: KLEEMEIER
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REGION (dpa) Verspielt, aber zugleich erwachsen – so lässt sich die Brautmode 2019 beschreiben. Sie bedient sich dem kindlichen Prinzessinnen- Stil, aber so dezent, dass er Frauen steht.

Genauso hält sie es mit Weiß - „Dirty-White“ nennt sich der neue Farbtrend. REGION - Royale Hochzeiten beeinflussen oft die Hochzeitsmode im darauffolgenden Jahr.

2018 gab es gleich einige davon: Allen voran die von Prinz Harry und der jetzigen Herzogin Meghan in London. Aber auch die von Prinzessin Eugenie mit Jack Brooksbank. Die Kleider der beiden Frauen hatten eines gemein: die A-Linie. Und die findet sich auch vornehmlich in den Kollektionen der Brautmoden-Hersteller für die Saison 2019.

Bei der A-Linie liegt das Oberteil eng an, der Rock ist ausgestellt – wie der großgeschriebene Buchstabe A. Den meisten Frauen steht dieser Schnitt, und es ist auch der Klassiker unter den Brautkleidern.

Zugleich werden Dekolleté und die Taille betont.

Die aktuelle Brautmode farbig zu nennen, wäre übertrieben. Zwar finden sich immer mal rote oder schwarze Kleider in den Kollektionen, aber die mit Abstand große Mehrheit der Brautmode ist und bleibt weiß. Wobei Weiß ja auch Schattierungen hat.

Reines Weiß ist schon längst in Richtung Beige und Eierschalenfarbe gewandert. Das steht den meisten Menschen besser als das strahlende Reinweiß. Neu in diesem Jahr ist eine noch stärkere Tendenz hin zu hautschmeichelnden Tönen – „allen voran Dirty-White, also Nude-Töne wie ein leichtes Cappuccino, wozu goldene Schuhe hervorragend passen“, erklärt die Chefredakteurin des Magazins „Braut & Bräutigam“, Susan Lippe-Bernard. Leichte Blush-Töne ergänzen das Bild.


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Das englische Wort „blush“ steht für erröten, dazu gehören also klassische Rougefarben wie Apricot und Rosé. „Lavendel und Rauchblau spielen ebenso eine große Rolle, die ganz zart unter den vielen Tülllagen zum Vorschein kommen“, ergänzt Kerrin Wiesener vom Bund deutscher Hochzeitsplaner.

„Außerdem sind Gold-, Bronze- und Silbertöne ein Trend.“ Die Designer spielen mit Vorliebe mit dem Element Spitze. Ohne sie kommt kaum ein Brautkleid aus. Auch die gehäkelte Spitze aus dem Boho genannten Hippie-Look ist beliebt. Oft werde sie mit viel Tüll kombiniert, „aber auch wieder mit schwerem, royalem Seidensatin“, ergänzt Wiesener. „Das Kleid von Meghan Markle hat inspiriert.“ Das Gute an der Mode ist inzwischen, dass sie immer alles bietet. Neben dem ALook auch den Boho, der mit locker sitzendem Schnitt weiterhin beliebt bleibt. dpa