Schwäbische Auto - Technik Tipp

Liegen geblieben: Auch im Pannenfall sind Autofahrer auf hilfsbereite Verkehrsteilnehmer angewiesen. Foto: dpa 
Sie ist bei jedem Autofahrer gefürchtet und lässt sich dennoch meist nicht verhindern: Eine Autopanne sorgt für einen unfreiwilligen Stopp.

Eine solche Unterbrechung kann aber nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich werden. Insbesondere auf der Autobahn können Zwischenfälle schnell problematisch werden, aber auch im Stadtverkehr oder auf der Landstraße sollte man sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer schützen.

Doch wie verhält man sich richtig bei einer Autopanne? Mit den Tipps des AvD sind Autofahrer auch im Ernstfall gut vorbereitet.

Vorbereitung: Die beste Strategie hilft nicht, wenn sie nicht umgesetzt werden kann. Deshalb sollten Autofahrer darauf achten, dass sowohl Warnwesten für alle Insassen als auch eine verschlossener Erste-Hilfe-Kasten immer griffbereit im Fahrzeug aufbewahrt wird. Eine Taschenlampe, ein Abschleppseil und ein Starthilfekabel gehören ebenfalls zur Standardausrüstung.

Verkehrslage stabilisieren: Eine Autopanne kann viele Gründe haben, oft streikt der Motor oder ein Reifen platzt. Wichtig ist nun, in diesen Situationen nicht panisch zu reagieren. Wo möglich sollte das Fahrzeug in die nächste Nothaltebucht oder auf den Seitenstreifen gefahren und abgestellt werden. Unbedingt die Warnblinkanlage einschalten.

Hermann Menton GmbH & Co KG, Menton Automobilcenter

Insassen sichern: Vor dem Verlassen des Fahrzeugs sollten alle Insassen ihre Warnwesten anlegen. Beim Aussteigen auf den Verkehr achten und das Warndreieck mitnehmen. Wer auf dem Standstreifen hält, sollte nur über die rechte Fahrzeugseite aussteigen. Die Mitfahrer möglichst hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen.

Warndreieck positionieren: nun muss der Fahrer des Pannenfahrzeugs dafür sorgen, dass andere Verkehrsteilnehmer die Situation rechtzeitig erkennen. Dafür muss das Warndreieck vor der Pannenstelle aufgestellt werden, bei schnellem Verkehr sollte die Entfernung mindestens 100 Meter, auf der Autobahn sogar 150 Meter betragen. Ist das Auto hinter einer Kuppe oder einer Kurve liegen geblieben, sollte man darauf achten, dass das Fahrzeug auch hier früh genug erkannt werden kann.

Sich selbst in Sicherheit bringen: Nachdem das Warndreieck aufgestellt ist, sollte sich der Fahrer selbst ebenfalls in Sicherheit bringen und die Fahrbahn verlassen. Versuche, die Autopanne selbst zu beheben, können gefährlich sein, insbesondere auf der Autobahn könnte man im schnellen Verkehr übersehen und von anderen Fahrzeugen erfasst werden. Schon ein einfacher Reifenwechsel kann da bereits lebensbedrohlich sein.

Notruf wählen: Per Telefon oder an einer Notrufsäule können Sie Hilfe rufen. Der AvD bietet seinen Mitgliedern bei einer Autopanne mit dem Pannen- und Unfallservice zum Beispiel eine schnelle Unterstützung. Bei einem Unfall sollten Sie zudem die Polizei und gegebenenfalls Rettungskräfte informieren.

In Sicherheit auf Hilfe warten: Gemeinsam mit den anderen Insassen in Sicherheit auf Hilfe warten und sofern nötig Verletzte durch Erste-Hilfe-Maßnahmen unterstützen.

Foto: dpa Markus Scholz
Foto: dpa Markus Scholz
Welche sind die häufigsten Ursachen für eine Autopanne

Das Auto ist aus der schnelllebigen und ultra mobilen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Entsprechend groß ist die Verzweiflung, wenn das Fahrzeug streikt. Doch was sind die wichtigsten Ursachen für den Ausfall eines Wagens?

Die Autobatterie ist eine der häufigsten Pannenursachen.

Nach Erhebungen des ADAC ist die Batterie die größte Schwachstelle und häufigste Pannenursache für Kfz. Der Grund liegt nach Ansicht von Experten unter anderem am hohen Strombedarf moderner Komfortsysteme wie beispielsweise Sitz-, Lenkrad-, Heckscheiben-, oder Außenspiegelheizungen. Die für die Klimaanlage notwendige Lüftung benötigt ebenfalls Energie wie die Beleuchtung, das Radio oder das Navigationssystem. Durch die Vielzahl der elektrischen Systeme steigt auch grundsätzlich die Fehleranfälligkeit. So können defekte Bauteile Fehlerströme verursachen, die die Batterie unbemerkt sogar nach Abzug des Zündschlüssels entladen. Schließlich kann es bei jeder Batterie auch ohne Fehler zur Selbstentladung kommen. Die Selbstentladung kann je nach Bauart täglich bis zu ein Prozent der Nennkapazität betragen. Sie hängt ab vom Säurestand, dem Alter und dem äußeren Zustand der Batterie. Neuwertige, wartungsfreie Starterbatterien in gefülltem Zustand haben nach rund zwei bis drei Monaten Standzeit bei Raumtemperatur einen Ladezustand von unter 40 Prozent. Gebrauchte Batterien erreichen diesen Wert entsprechend früher. Im Schnitt hält eine Autobatterie vier bis fünf Jahre, wobei man durch Vermeidung schädlicher Einflüsse die Lebenserwartung erhöhen kann, denn obwohl meist mit dem Begriff "wartungsfrei" geworben wird, gibt es einige Dinge, die Batterien gar nicht mögen. Dazu gehört die Tiefentladung durch lange Standzeit oder nicht abgeschaltete Verbraucher (z.B. das Abblendlicht).

Einspritzung und Zündung

Kann man verschlissene Zündkerzen mit Fachwissen, passendem Werkzeug und Geschick in der Regel noch selbst tauschen, sind Probleme mit der Einspritzanlage außerhalb einer Fachwerkstatt meist nicht zu beheben. Die hohen Drücke machen das System anfällig für kleinste Störungen. Defekte oder verschlissene Kraftstofffilter können zu Problemen mit der Einspritzanlage führen. Da sie in der Regel erst nach ca. 60.000 Kilometern gewechselt werden müssen, besteht die Gefahr, den Austausch zu vergessen. Ein Lapsus der sich früher oder später als Panne niederschlägt.

Die Reifen sind die einzige Verbindung des Autos zur Straße.

Nach einer Umfrage eines Versicherers im Jahr 2014 hatten 24 Prozent aller befragten Autofahrer schon mal mit einem Reifenschaden zu kämpfen. Nach Einschätzung von Pannenhelfern hat menschliches Fehlverhalten einen großen Anteil daran. So werden eckige Bordsteine oder Kanten überfahren, der Luftdruck nur sporadisch geprüft und die Mindestprofiltiefe nicht eingehalten. Auch das Alter des Reifens spielt eine wichtige Rolle, weil das Gummi porös wird. Reifen, die älter als acht Jahre sind, sollten durch neue ersetzen. Prüfen Sie den Luftdruck regelmäßig (ideal sind 14 Tage) und befüllen Sie die Reifen entsprechend den Herstellerangaben.

Motorschaden

Echte Schäden am Motor sind zum Glück selten, doch zu Ausfällen kommt es dennoch immer wieder. So geben 23 Prozent der befragten Autofahrer an, schon einmal mit Motorproblemen liegengeblieben zu sein. In der Regel ist damit die Überhitzung des Aggregates gemeint, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Zu wenig Kühlmittel durch Unachtsamkeit ist zwar denkbar, aber in der Regel nicht der Grund. Weitaus häufiger sind ein defekter Thermostat oder Lüfter verantwortlich.

Defekte Elektronik

Ein modernes Auto ist vollgestopft mit Elektronik, die misst und reguliert, aber unter Umständen auch ausfällt. Ob nun das ABS, das ESP oder die Lambdaregelung des Katalysators betroffen ist, spielt für den Autofahrer meist keine Rolle, denn das Ergebnis ist immer gleich: Das Auto verweigert den Dienst.

Leerer Tank

Auch wenn es banal klingt: fünf bis zehn Prozent aller Einsätze von Pannenhelfern entstehen, weil der Tank leer ist. Prüfen Sie daher den Kraftstofffüllstand regelmäßig. Dieser wird im Armaturenbrett entweder digital oder mittels Zeiger dargestellt. Da sich ein Zeiger auch verklemmen kann, sollten Sie die Plausibilität der Anzeige aber stets im Hinterkopf behalten. Im Übrigen ist das Liegenbleiben ohne Sprit nicht nur ärgerlich, sondern kann unter Umständen auch ein Bußgeld und Punkte in Flensburg nach sich ziehen. Tanken Sie also lieber rechtzeitig. Wer dennoch in die missliche Lage gerät, nicht genügend Kraftstoff dabei zu haben, sollte sich wie nach einem Unfall verhalten und Ruhe bewahren. Schalten Sie die Warnblinkanlage ein und schieben Sie das Auto nach Möglichkeit aus dem Verkehr. Erlaubt die Situation dies nicht, muss das Fahrzeug mit einem Warndreieck in ausreichendem Abstand markiert werden.