Nach einem Unfall richtig reagieren

Wer weiß, was nach einem Unfall zu tun ist, kann bei einem Zusammenstoß umsichtig und souverän reagieren.                                   FOTO: WELLNHOFER DESIGNS/FOTOLIA/ITZEHOER/TXN
Jeder Autofahrer kann von einem Moment auf den anderen in einen Unfall verwickelt werden. Wer dann richtig reagiert, vermeidet Rechtsstreitigkeiten und rettet vielleicht sogar Leben.

Unfallstelle absichern!

Am wichtigsten ist, die Unfallstelle abzusichern. Das heißt: Warnblinker einschalten, Warnweste anlegen und das Warndreieck aufstellen. Mitfahrer sollten das Fahrzeug verlassen und sich in einem sicheren Bereich neben der Straße aufhalten.

Wenn nötig über 112 einen Notruf absetzen! FOTO:TXN
Wenn nötig über 112 einen Notruf absetzen! FOTO:TXN
Wann muss die Polizei gerufen werden? Thiess Johannssen von den Itzehoer Versicherungen empfiehlt, nicht zu zögern, falls Unklarheiten bestehen: „Wenn die Schuldfrage nicht eindeutig ist, die Fahrzeuge größere Schäden haben oder es Verletzte gegeben hat, sollte immer die Polizei benachrichtigt werden.“ Vor allem wenn jemand verletzt wurde, ist besonnenes Verhalten wichtig. Zunächst gilt es, über 112 einen Notruf abzusetzen. Die Leitstelle informiert dann meist auch gleich die Polizei. Bis zum Eintreffen der Retter ist jeder verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Wer dies unterlässt, macht sich strafbar. Bei Bagatellschäden wie kleinen Parkremplern reicht es oft, wenn die Unfallgegner die notwendigen Angaben austauschen. Dazu gehören Anschrift, Name, Personalausweisnummer und Kennzeichen der Unfallbeteiligten, aber auch die Versicherungsnummer und die Kontaktdaten eventueller Zeugen.

Damit nichts vergessen wird, empfiehlt es sich, entsprechende Vordrucke von Versicherungen oder Automobilverbänden griffbereit im Fahrzeug zu haben. txn

Schaden-App speichert

Im Fall der Fälle hilft eine Schaden-App, dem Versicherer schnell alle wichtigen Informationen zu übermitteln. FOTO:CATHY YEULET/123RF.COM/ BARMENIA/TXN
Im Fall der Fälle hilft eine Schaden-App, dem Versicherer schnell alle wichtigen Informationen zu übermitteln. FOTO:CATHY YEULET/123RF.COM/ BARMENIA/TXN
Beim Einparken wird ein anderes Fahrzeug gestreift oder die teure Vase des Bekannten fällt auf den Boden – in Fällen wie diesen zahlt in der Regel die Kfz-Haftpflicht- beziehungsweise die private Haftpflichtversicherung.

Damit dies reibungslos funktioniert, muss der Betroffene den Schaden innerhalb einer Woche richtig melden. Was viele Verbraucher nicht wissen: Das geht ganz leicht über eine sogenannte Schaden-App vom Versicherer. „Mit der App lassen sich Fotos vom Schaden, die Visitenkarte des Unfallgegners, aber auch das Polizeiprotokoll ganz einfach übermitteln“, sagt Hermann-Josef Coenen von den Barmenia Versicherungen.

Besonders praktisch ist die integrierte Dokumentensammlung in der App. Hier sind wichtige Papiere wie die Fahrerlaubnis und der Kfz-Schein hinterlegt, sodass sie sofort abrufbar sind. Über eine Suchfunktion kann zudem der nächstgelegene Berater ausfindig gemacht werden. Zusätzlich sind die wichtigsten Telefonnummern vom Notruf im In- und Ausland gespeichert. txn

Ein Parkrempler 

Ein unachtsamer Moment, schon ist es passiert: Das Auto in der Parkbucht nebenan wurde touchiert.

Wer jetzt einfach weiterfährt, macht sich strafbar. „Es drohen empfindliche Strafen wie Bußgeld, Punkte in Flensburg, Führerscheinentzug oder der Verlust des Versicherungsschutzes“, weiß Thiess Johannssen von den Itzehoer Versicherungen. Und auch ein Zettel an der Windschutzscheibe reicht nicht aus, um den Ort des Geschehens straffrei verlassen zu können.

Wichtig: Der Unfallverursacher muss eine angemessene Zeit warten. Ist der Geschädigte nach etwa einer halben Stunde nicht wieder aufgetaucht, darf der Verursacher weiterfahren – nachdem er den Unfall der nächsten Polizeidienststelle gemeldet hat. Dabei sind Kennzeichen, Marke, Typ und Farbe sowie Standort des beschädigten Fahrzeugs zu nennen. Wer einen Schaden am eigenen Auto entdeckt und auf dem Parkplatz keinen Verursacher feststellen kann, sollte ebenfalls sofort die Polizei verständigen. Wird der Täter gefasst, kommt seine Haftpflichtversicherung für den Schaden auf. txn