Die Wahl des Berufs - wichtige Station im Leben eines Menschen

Bereits zum achten Mal hat Waldemar Schalt den Regionalen Ausbildungstag organisiert. FOTOS: BURGHART
Waldemar Schalt, Stadtrat in Munderkingen und seit acht Jahren Hauptorganisator des „Regionalen Ausbildungstags“ in Munderkingen, erklärt, wie wichtig die Berufsausbildung für Jugendliche ist. Fragen an den Messe-Organisator.

MUNDERKINGEN - „Die Wahl des Berufs oder einer weiterführenden Schule, gehört sicher zu den ganz wichtigen Stationen im Leben eines Menschen“, sagt Waldemar Schalt.

Was brauchen junge Menschen auf dem Weg in die Arbeitswelt?

Beim Regionalen Ausbildungstag gibt’s ausführliche Infos an vielen Ständen. FOTOS: BURGHART
Beim Regionalen Ausbildungstag gibt’s ausführliche Infos an vielen Ständen. FOTOS: BURGHART
Der Weg in die Arbeitswelt ist für junge Menschen eine große Herausforderung. Der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt ist eine entscheidende Schlüsselstelle für die gesellschaftliche Integration von Jugendlichen. Berufliche Perspektiven sind entscheidend für die persönliche Entwicklung eines jungen Menschen. Daher ist es sehr wichtig die Jugendlichen und Schüler fördernd auf den Weg in die Berufswelt zu begleiten. Negative Auswirkungen eines misslungenen Starts in das Berufsleben sind später meist verbunden mit sozialen Problemen.

Wie wichtig ist die Berufswahl?

Die Wahl eines Berufes oder einer weiterführenden Schule, gehört sicher zu den ganz wichtigen Stationen im Leben eines Menschen.Und trotzdem ist diese Entscheidung keine endgültige. Sie ist aber eine erste, wichtige Weichenstellung.

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Was können Sie leistungsschwächeren Schülern raten?

Schlechte Schulnoten sind kein Kriterium des Untergangs. Bewerber mit nicht besonders guten Noten haben ebenfalls gute Chancen einen Ausbildungsplatz zu finden. Im Vorfeld können sie durch Praktika oder Ferienarbeit ihre Motivation und ihre praktischen Begabungen verdeutlichen und zeigen, dass sie andere Stärken haben. Bei jedem Menschen sind die Handlungskompetenzen anders ausgeprägt. Hier sollte man den Schülern und Jugendlichen mit einem Überzeugungsgespräch eine Hilfestellung geben. Das ist beim Regionalen Ausbildungstag, an dem Betriebe und Institutionen vor Ort sind, möglich. Aber auch Eltern, Lehrer oder Mitmenschen aus dem privaten Bereich müssen vor allem leistungsschwächere Schüler auf ihrem bevorstehenden Weg in die Berufsbildung unterstützen.

Viele Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt. Was kann man dagegen tun?


Die Bundeswehr informiert in der Munderkinger Donauhalle.
Die Bundeswehr informiert in der Munderkinger Donauhalle.
Hier kann ich keine plausible Antwort geben, denn die Verantwortlichen in der Politik, in den Arbeitgeberverbänden und Institutionen, wie etwa der Industrie- und Handelskammer, den Handwerkskammern, aber auch in vielen Unternehmen, haben auch keine Lösung parat. Unbesetzte Ausbildungsplätze stellen für die Betriebe ein ernstzunehmendes Problem dar. Die Gefahr besteht, dass die Unternehmen daraus Konsequenzen ziehen und sich eventuell aus der betrieblichen Ausbildung zurückziehen oder ihr Ausbildungsangebot reduzieren. Die hilfesuchenden Betriebe tun ihr Möglichstes, um an Nachwuchskräfte zu kommen. Denen kann man nur gut zureden, dass sie ihre intensiven Bemühungen, die natürlich auch Kosten verursachen, nicht auf zugeben und ihre intensive Nachwuchsarbeit fortsetzen.

Welche Anregungen und Tipps können Sie für einen Messebesuch geben?Hier kann ich keine plausible Antwort geben, denn die Verantwortlichen in der Politik, in den Arbeitgeberverbänden und Institutionen, wie etwa der Industrie- und Handelskammer, den Handwerkskammern, aber auch in vielen Unternehmen, haben auch keine Lösung parat. Unbesetzte Ausbildungsplätze stellen für die Betriebe ein ernstzunehmendes Problem dar. Die Gefahr besteht, dass die Unternehmen daraus Konsequenzen ziehen und sich eventuell aus der betrieblichen Ausbildung zurückziehen oder ihr Ausbildungsangebot reduzieren. Die hilfesuchenden Betriebe tun ihr Möglichstes, um an Nachwuchskräfte zu kommen. Denen kann man nur gut zureden, dass sie ihre intensiven Bemühungen, die natürlich auch Kosten verursachen, nicht auf zugeben und ihre intensive Nachwuchsarbeit fortsetzen.

Welche Anregungen und Tipps können Sie für einen Messebesuch geben?

Intensive Gespräche mit Auszubildenden. 
Intensive Gespräche mit Auszubildenden.
 
Am meisten können die Schüler und Jugendlichen von einem Messebesuch profitieren, wenn sie sich in der Phase der intensiven Berufsorientierung befinden. Also konkret nach Ausbildungsstellen oder weiterführenden Schulen, aber auch nach Praktika-Stellen suchen und dazu Informationen wollen. Der wichtigste Tipp ist sicher: Gut vorbereitet zum Ausbildungstag kommen. Im Vorfeld also Gedanken machen, in welcher Richtung die Ausbildung gehen könnte, aber auch mit alternativen Möglichkeiten auseinandersetzen. Die Eltern können dabei unterstützend mithelfen.

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Wie können Eltern unterstützen?

Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder und sollten das Thema der Berufswahl offen mit ihnen ansprechen. Der Satz „Das musst Du selbst entscheiden", ist zwar im Grundsatz richtig, aber vermittelt den Kindern das Gefühl, dass sie mit ihren Fragen und Problemen alleingelassen werden. Eltern können Anregungen geben, Vorschläge machen, Fragen stellen. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit den Kindern auf die Anforderungen im Berufsleben vorzubereiten. In diesen Gesprächen ist es wichtig, den Jugendlichen keine Wünsche auszureden, aber ein realistisches Bild vom Berufsleben zu vermitteln. Auch die Begleitung der Jugendlichen zum Regionalen Ausbildungstag wird den ihnen sicher eine große Unterstützung sein.

Der dualen Berufsausbildung fehlt oft die Akzeptanz. Können Sie Argumente für das duale System nennen?Wie können Eltern unterstützen?

Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder und sollten das Thema der Berufswahl offen mit ihnen ansprechen. Der Satz „Das musst Du selbst entscheiden", ist zwar im Grundsatz richtig, aber vermittelt den Kindern das Gefühl, dass sie mit ihren Fragen und Problemen alleingelassen werden. Eltern können Anregungen geben, Vorschläge machen, Fragen stellen. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit den Kindern auf die Anforderungen im Berufsleben vorzubereiten. In diesen Gesprächen ist es wichtig, den Jugendlichen keine Wünsche auszureden, aber ein realistisches Bild vom Berufsleben zu vermitteln. Auch die Begleitung der Jugendlichen zum Regionalen Ausbildungstag wird den ihnen sicher eine große Unterstützung sein.

Der dualen Berufsausbildung fehlt oft die Akzeptanz. Können Sie Argumente für das duale System nennen?

Technik zum Anfassen. 
Technik zum Anfassen. 
Auch von der Polizei gibt’s Informationen.
Auch von der Polizei gibt’s Informationen.
Ja, selbstverständlich. Ich komme selbst aus dieser Schiene und würde heute denselben Weg gehen, wenn ich wieder in die Elektro- und Metall-Arbeitswelt einsteigen würde. Schule und Betrieb vermitteln im dualen System gemeinsam und nach den Vorgaben abgestimmter Bildungspläne die Kenntnisse und Fertigkeiten an die Auszubildenden. Zugleich lernen und erfahren die Auszubildenden betriebswirtschaftliche Prozesse und Zusammenhänge, die richtungsweisend in einem Unternehmen stattfinden. Um dieses duale System beneidet man uns weltweit. Die duale Berufsausbildung ist und bleibt ein Garant für einen sicheren und auch gut bezahlten Beruf nach der Ausbildungszeit.

Erfolgreicher Ausbildungsabschluss - was dann?

Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist das Fundament für ein erfolgreiches Arbeitsleben. Hier sind für die jungen Erwachsenen alle Wege und Chancen offen. Sie können in ihrem Ausbildungsbetrieb bleiben und einen guten Arbeitsplatz besetzen. Aber sie haben auch die Chance die berufliche Karriereleiter fortzusetzen, beispielsweise auf einer Meister- oder Technikerschule. Oder sie beginnen ein Studium. Eines ist natürlich klar: Man muss die geforderten Leistungen bringen.