Bodnegg: Kindergarten und Dorfgemeinschaftshaus fertiggestellt

Bürgersaal (Kopfbild)
Der fertiggestellte Neu- und Umbau des Dorfgemeinschaftshauses und Kindergartens in Bodnegg im Kaplaneiweg 2 ist eine wahre Augenweide und fasziniert sowohl von außen als auch innen. Zur Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür laden die Gemeinde und die katholische Kirchengemeinde am Samstag, 12. Januar, herzlich ein.

Spielplatz
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Treppenhaus
Treppenhaus
Von links: Kiga-Leiterin Corinna Bielau, Bürgermeister Christof Frick, 2.Vorsitzende des Kirchengemeinderats Roswitha Boneberg-Behling, Architektin Dagmar Lorentz und Pfarrer der Seelsorgeeinheit Vorallgäu Michal Stork, ein Teil des Erzieherinnen-Teams
Von links: Kiga-Leiterin Corinna Bielau, Bürgermeister Christof Frick, 2.Vorsitzende des Kirchengemeinderats Roswitha Boneberg-Behling, Architektin Dagmar Lorentz und Pfarrer der Seelsorgeeinheit Vorallgäu Michal Stork, ein Teil des Erzieherinnen-Teams
Bodnegg: Kindergarten und Dorfgemeinschaftshaus fertiggestellt Image 1
Hausmeister, der immer hilft und alles kann: Jürgen Geßler und die Außenansicht des Gebäudes. FOTOS: ROSA LANER
Hausmeister, der immer hilft und alles kann: Jürgen Geßler und die Außenansicht des Gebäudes. FOTOS: ROSA LANER
Bodnegg: Kindergarten und Dorfgemeinschaftshaus fertiggestellt Image 2
Von Rosa Laner

BODNEGG - An diesem Tag können sich die Besucher selbst ein Bild machen, was in zwei Jahren Bauzeit geschaffen wurde. Man ist als Besucher begeistert von dem vielen Holz, der großzügigen Bauweise und zugleich dem Gefühl der Geborgenheit. Bauherr ist die Gemeinde Bodnegg. Bodneggs Bürgermeister Christof Frick sagt: „Hier gab es vorher ein altes Bestandsgebäude, das die Gemeinde gekauft hat. Ursprünglich sollte ein Bürger- und Rathaus daraus werden, doch nach einem Bürgerentscheid 2012 sind nun das Dorfgemeinschaftshaus und die beiden Kindergärten in dem neu- und umgebauten Gebäude untergebracht.“ Eine sinnvolle Nutzung und eine ideale Verbindung – So wurden hier der Kindergarten St. Martinus und der Kindergarten St. Elisabeth zusammengelegt und sind jetzt auf einer größeren Nutzfläche von 820 qm unter einem Dach zuhause. Zusätzlich stehen öffentliche Räume im Dachgeschoss zur Verfügung: ein Bürgersaal mit 200 qm und ein neuer Multifunktionsraum mit 65 qm. Von hier aus hat man einen wundervollen Blick bis zu den Alpen. Entstanden ist im Untergeschoss eine Tiefgarage, im Erdgeschoss befinden sich Verteilerküche mit separater Anlieferung und Essbereich, sanitäre Anlagen, Garderoben und Personalräume, im 1. Stockwerk sind Gruppen- und Schlafräume. Der barrierefreie Zugang und das gemeinsame Foyer sind auf den Lindenplatz ausgerichtet. Mit Bezug zur landestypischen Bauart bestehen die Fassaden aus Holzlamellen, das Satteldach orientiert sich an den traditionellen Bauernhäusern.

Bürgermeister Christof Frick ist voll des Lobes: „Das Dorf hat einen neuen Mittelpunkt erhalten mit Blick auf die Kirche und in die Berge. Von der Lage her hat Bodnegg praktisch eine neue Nase im Gesicht. Das Bauwerk ist top umgesetzt und hat eine tolle Ästhetik, bemerkenswert die Fassade, die Außengestaltung und auch der Abenteuerspielplatz. Hier ist immer Bewegung.“ Finanziell ist es das größte Projekt seit vielen Jahren, das die Gemeinde zu stemmen hatte und es wurden rund vier Mio. Euro investiert, mit verschiedenen Zuschüssen. Mit Sicherheit wäre eine Umsetzung am Ortsrand einfacher gewesen, doch der Gemeinde lag der zentrale Standort am Herzen.

Die Freie Architektin Dagmar Lorentz aus Grünkraut war mit der Durchführung beauftragt, mit Unterstützung projektbezogener Fachplaner. „Von früher kennen wir den traditionellen Dreiklang Gotteshaus-Rathaus-Wirtshaus. Ein Ensemble aus mehreren Gebäuden wie Lindenschule, Altes Rathaus, Kolping- und Jugendhaus wurde durch die Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses mit einem 4-gruppigen Kindergarten ergänzt. Dabei wurde Wert gelegt auf eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Bauweise. Die bürgerfreundliche Gesinnung der Gemeinde spiegelt sich hier wider. Spannend war die Auseinandersetzung mit dem Bestand, dieser wurde in den Neubau so weit als möglich integriert.“ Wenn man sich im Gebäude bewegt, spürt man keinen Unterschied, Altbestand und Neubau fließen harmonisch ineinander über. Zur Frage, weshalb das ganze Bauvorhaben nötig war, erklärt Dagmar Lorentz: „Beide Kindergärten hätten für die Ganztagesbetreuung erweitert und saniert werden müssen. Der bestehende Bürgersaal im Dorfgemeinschaftshaus entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen an Brandschutz und Barrierefreiheit . Die unübersichtliche Erschließung wurde von der Gartenseite auf die Südseite verlegt.“

So wurde hier ein barrierefreies Haus erstellt mit Orientierung vom Haupteingang zum Lindenplatz. Zugleich gibt es nun Räume im eingebundenen Dorfgemeinschaftshaus für die Gemeinde, Kirchengemeinde, den Kulturverein [boku], bei Bedarf für den Kindergarten und auch zur privaten Nutzung. Küche und Kühlmöglichkeiten sind vorhanden.

Räume nach pädagogischem Konzept

Hier können sich die Kleinen entfalten und zugleich geborgen fühlen. FOTOS: ROSA LANER
Hier können sich die Kleinen entfalten und zugleich geborgen fühlen. FOTOS: ROSA LANER
Im neuen Kindergarten soll, als Fortführung zum Papperlapapp, nach einem „offenen Konzept“ gearbeitet werden, was bedeutet, dass die Kinder nicht mehr auf bestimmte Gruppen verteilt sind, sondern selbst entscheiden, wo und mit wem sie spielen möchten.

Von Rosa Laner

BODNEGG - Die Verteilung der verschiedenen Aktivitäten auf einzelne Funktionsräume ermöglichen den Kindern besser, ihren Interessen und ihrem eigenen Rhythmus zu folgen. Räume und Materialien sollen die Sinne der Kinder anregen. Dafür gibt es einen Kreativraum, Kinderküche, Ruhe- und Vorleseraum, einen Raum für Elterngespräche und sogar ein kleines, technisches Museum. Den Kreativbereich mit Werkbereich gibt es sowohl innen als auch im Freien, was der Katholischen Kirchengemeinde, dem Kindergarten-Träger, sehr wichtig war. Kletterwald und Hangrutsche auf hügeligem Gelände oder auch eine Sitzinsel unter Bäumen und freiem Himmel dürfte jedes Kinderherz erfreuen. Die Ganztagesbetreuung wurde ausgebaut. Das Essen wird angeliefert von der örtlichen Schule.

Funktionsräume entsprechend dem pädagogischen Konzept ermöglichen einen eigenen Rhythmus für die Kinder.
Funktionsräume entsprechend dem pädagogischen Konzept ermöglichen einen eigenen Rhythmus für die Kinder.
Nachhaltigkeit
Auf Nachhaltigkeit wurde größter Wert gelegt. Dagmar Lorentz zählt einige Punkte auf:

Umsetzung Nahwärmenetz mit Blockheizkraftwerk, Heizzentralen aus den umliegenden gemeindeeigenen Gebäuden wie DGH, Kindergarten, Lindenschule, Altes Rathaus, Jugend- und Kolpinghaus wurden im Zuge der Maßnahme zusammengefasst und über erdverlegte Wärmeleitungen von einer Zentrale aus versorgt.

Engagierte Handwerker
Bürgermeister und Architektin: „Wir hatten tolle Handwerker dabei, die sich sehr engagiert haben. Fast alle sind aus der Region.“ Die Architektin hat schon viele positive Rückmeldungen erhalten. „Die meisten sind beeindruckt von den drei Seiten des Gebäudes. Die Holzverschalung ist aus Weißtanne, auch hier war Nachhaltigkeit ein großes Thema.“

Bürgermeister Frick: „Sogar eine extra Bushaltestelle wurde direkt am Kindergarten errichtet. So sind die umliegenden 96 Weiler an den Ortskern besser angebunden. Es ist schön, dass das Busunternehmen Schuler dies so konstruktiv mitträgt.“

Ein lebenswerter Ort mit einem lebendigen Dorfzentrum, eine Ortsmitte, die bürgerliche Aktivität ermuntert.

Einweihung

Samstag, 12. Januar von 10.30 bis 16 Uhr

● 10.30 Uhr Ansprachen von Bürgermeister Christof Frick, Architektin Dagmar Lorentz, Pfarrer Michael Stork und 2. KGR-Vorsitzender Roswitha Boneberg-Behling.
● Anschließend Segnung des Gebäudes durch Pfarrer Michael Stork.
● Ab 11.30 Uhr Mittagsimbiss und die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu besichtigen. Für Kaffee und Kuchen sorgen in bewährter Weise die Damen des Frauenbundes.
● 20 Uhr Kulturprogramm [boku]: Mike Jörg – „Wa(h)r was?“ – satirischer Jahresrückblick. Über Ihr Kommen freuen sich die Gemeinde und die katholische Kirchengemeinde.