Bauschäden durch Klimawandel

Extreme Wetterlagen wie Sturm und Hagel gefährden Gebäude.
Sturm und Hagel, Starkregen, Hochwasser und Schneefälle: Extreme Wettersituationen nehmen auch in Deutschland entschieden zu. Meist treten sie nur kleinräumig auf, haben aber bei Menschen, Natur und Gebäuden in der betroffenen Region erhebliche Auswirkungen. Allein durch den Starkregen verzeichnete die Versicherungswirtschaft im Jahr 2016 Schäden in Höhe von insgesamt 800 Millionen Euro an Häusern, Hausrat, Gewerbe- und Industrieanlagen.

Anhand verfügbarer Schadendaten hat das Institut für Bauforschung (IFB) im Auftrag der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) untersucht, wie sich Schäden an Gebäuden durch Extremwetter in den letzten zehn bis 15 Jahren entwickelt haben.

Die gute Nachricht ist: Schadenhäufigkeit und der Durchschnitt der Schadenhöhe lassen bisher keine direkten Rückschlüsse auf den prognostizierten Klimawandel zu. Dennoch sehen die Autoren der Studie „Bauschäden durch Klimawandel“ Indizien dafür, dass die Schäden an Gebäuden durch Wetterereignisse und die Kosten für ihre Beseitigung künftig ansteigen werden. Die ausgewerteten Daten zeigen zum Beispiel, dass Starkregen- und Flutereignisse den Durchschnitt der Schadenhöhe nach oben treiben.

Durch die vorherrschende massive Bauweise sind viele Häuser in Deutschland vergleichsweise gut gegen extreme Wettersituationen gewappnet. FOTOS: DJD/BAUHERREN-SCHUTZBUND
Durch die vorherrschende massive Bauweise sind viele Häuser in Deutschland vergleichsweise gut gegen extreme Wettersituationen gewappnet. 
FOTOS: DJD/BAUHERREN-SCHUTZBUND
Der BSB weist darauf hin, dass Vorsorge zu allen untersuchten Schäden durch Sturm, Hagel, Rückstau, Starkniederschlägen, Überschwemmung oder Schneedruck möglich und sinnvoll sei. Planerische und bauliche Maßnahmen können hier ebenfalls angebracht sein. Die Studie bietet Bauherren und Hausbesitzern hierzu umfangreiche Empfehlungen, sie kann unter www.bsb-ev.de – Studien kostenlos heruntergeladen werden. Als weiteren wichtigen Punkt nennt BSB-Geschäftsführer Florian Becker das Thema Baumängel. Denn die Erfahrung der Gebäudeversicherer, die in der Studie ausgewertet werden, zeigen deutlich: Ein Großteil der wetterbedingten Schäden ist auch auf Mängel am Bau zurückzuführen, weil etwa technische Regelwerke nicht beachtet wurden oder durch Mängel in der Bauausführung. Auch fehlende Anpassungen an den Stand der Technik und Mängel bei der Wartung, Instandhaltung und -setzung werden genannt. Mehr Schutz vor Baumängeln im Neubau oder bei Modernisierungen bietet eine baubegleitende Qualitätskontrolle durch einen unabhängigen Bauherrenberater. Ein Gebäude- oder Modernisierungscheck mit einem unabhängigen Sachverständigen zeigt Schwachstellen beim Erhaltungszustand des Gebäudes auf. djd

Versicherungsschutz gegen Elementarereignisse

Mit Versicherungen lässt sich Vorsorge gegen Elementarschäden treffen. Allerdings gibt es laut der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) verschiedene Punkte zu beachten. So ist zum Beispiel bereits vor dem Kauf einer Immobilie darauf zu achten, ob sie überhaupt versicherbar ist. Problematisch kann dies zum Beispiel bei Objekten sein, die in Hochwassergebieten liegen. Im Bestand lohnt es sich, von Zeit zu Zeit Höhe und Umfang des bestehenden Versicherungsschutzes zu kontrollieren und eventuelle Deckungslücken zu schließen. Auf www.bsbev.de gibt es mehr Infos zum sicheren Bauen, Wohnen und Modernisieren. djd