Allerheiligen: Tod und Sterben ins Bewusstsein rücken

Schon eine einzelne Rose auf dem Grab drückt Verbundenheit aus. FOTOS (2): NICOLE FRICK
Blumen und Gestecke schmücken die Gräber auf den Friedhöfen

REGION – In jedem Jahr wird Anfang November an Allerheiligen und Allerseelen der Verstorbenen aus Familie und Freundes- oder Bekanntenkreis gedacht. An diesen Totengedenktagen richten Hinterbliebene die Ruhestätten ihrer Liebsten besonders schön her. Und in den Blumengeschäften und den Gärtnereien in der Region sind dafür kreative Kränze, Grabbukette und Blumengestecke zu finden, die die Floristen auch gerne nach persönlichen Wünschen anfertigen.

Die Gefühle des Trauerns und des Gedenkens lassen sich besonders gut mit Blumen und Pflanzen ausdrücken. Und in einer Zeit, in der die meisten Blumen auf den Gräbern verblüht sind, bieten Gestecke oder Kränze einen schönen und gepflegten Anblick.

Bei klassischen Gestecken werde häufig Tannenreisig, Moos oder Wacholder verwendet und seit einigen Jahren sei zunehmend Grabschmuck in Herzform gefragt, sagen die Fachleute. Auch Kränze, deren Kreisform für den Kreislauf des ewigen Lebens steht, gehören zum klassischen Grabschmuck, genauso wie Bukette.

Informationen zu den Feiertagen

Allerheiligen und Allerseelen sind die Totengedenktage, die jedes Jahr im November begangen werden. Im Mittelpunkt der liturgischen Betrachtung steht an Allerheiligen das kommende Reich Gottes, Buße und Weltgericht. Sammelfeste für alle Heiligen hat es schon im christlichen Altertum gegeben, ursprünglich in der Zeit um Ostern. Seit dem 9. Jahrhundert wird das Allerheiligen-Fest in der westlichen Kirche am 1. November gefeiert. Dieser Termin sollte den beginnenden Winter markieren und gleichzeitig Jahresanfang sein. Die sterbende Natur symbolisiert dabei die Vergänglichkeit des Irdischen und macht die ewige Welt der Heiligen sichtbar.

Allerseelen ist der Gedenktag für alle Verstorbenen, der immer schon um Allerheiligen begangen wurde. Papst Benedikt XV. hat im Jahr 1915 für die ganze Kirche festgelegt, dass der 2. November der Allerseelentag sein soll. Die beiden Tage, also Allerheiligen und Allerseelen, sind bis heute tief im Volksbewusstsein verankert. Als Symbol der „Repräsentanz der Verstorbenen durch die Lebenden“ werden die Gräber festlich geschmückt und ein „ewiges Licht“ aufgestellt. In der Kerzenflamme verbirgt sich die Symbolik, dass die Seelen der Verstorbenen, die vor Gottes Gericht bestanden haben, vor ihrer Aufnahme in den Himmel im Fegefeuer gereinigt werden.

Rosenrot

Nach altem Volksglauben kommen die Verstorbenen an Allerseelen zurück auf die Erde, um die Hilfe der Lebenden, in Form von Messopfern, Gebeten oder Fasten, zu bekommen. Daraus haben sich die Friedhofsbesuche zu Allerheiligen und Allerseelen entwickelt und eingebürgert.

Der Grabbesuch an den Gedenktagen im November oder an den Todestagen der Verstorbenen verbindet Verwandte und Freunde. Der Friedhofsbesuch verschafft den Hinterbliebenen auch nach Jahren Zeit und Ort zu trauern und an den Verstorbenen zu denken. Außerdem kann der gemeinsame Grabbesuch an Allerheiligen Menschen miteinander verbinden, die sonst im alltäglichen Leben wenig Kontakt haben.

Das Schmücken der Gräber ist Ausdruck der Verbundenheit zu den Toten, um so mehr, wenn die Grabgestaltung auf den Verstorbenen abgestimmt ist. Bei der Herbstbepflanzung der Gräber erfreuen sich Alpenveilchen großer Beliebtheit. Die Farben ihrer Blüten reichen von weiß über rosa und rot bis zu violett. Weiße Alpenveilchen bieten beispielsweise mit violetten Erikastöckchen, bunten Astern oder Chrysanthemen ein reizvolles Blütenspiel. Auch das natürliche Blütenspiel von Stiefmütterchen, den Symbolblumen der Dreifaltigkeit, kann, kombiniert mit warmen Naturtönen wie Rostrot, Gelb oder Orange, einen schönen Anblick bieten.

Tristes Herbstwetter und die stillen Gedenktage im November, von Allerheiligen bis zum Volkstrauertag, rücken die oft verdrängten Themen Tod und Sterben bei vielen in den Vordergrund. Nicht nur der verstorbenen Angehörigen wird dann gedacht, auch die eigene Vergänglichkeit wird den Menschen bewusst. red