Farbenfroher Herbst auf dem Friedhof 

Herbststimmung auf dem Friedhof: Durch das Zusammenspiel von Licht und den sich verfärbenden Blättern entsteht eine besondere Atmosphäre. FOTO: DJD/GESELLSCHAFT DEUTSCHER FRIEDHOFSGÄRTNER, BONN
REGION (cs, djd) - Der Herbst ist da und mit ihm der Feiertag Allerheiligen. Besonders jetzt sind Friedhöfe Orte des Erinnerns und der Besinnung.

Warm, erdig und leuchtend – die Farben des Herbsts halten auch auf dem Friedhof Einzug. Besonders farbenfroh und formenreich geht es dabei auf den Gräbern zu: Astern, Sedum, Chrysanthemen, Enzian, Hebe, Christrosen und Alpenveilchen sind ebenso wie Gestecke und Sträuße sichtbare Zeichen des Gedenkens, der Dankbarkeit und der Verbundenheit. Auch Ziergräser als Symbol für das Getreide oder Zierkürbisse als Stellvertreter für die vielen verschiedenen Früchte vom Feld gehören dazu.

Die Friedhofsgärtnerin Birgit Ehlers-Ascherfeld möchte auf keine Jahreszeit verzichten, aber den Herbst mag sie besonders gern. Sie sagt: „Das dominante Grün des Sommers tritt nun etwas in den Hintergrund. Durch das Zusammenspiel von Licht und den sich verfärbenden Blättern entsteht eine besondere Atmosphäre, die wir Friedhofsgärtner mit in unsere gestalterische Arbeit aufnehmen.“ Was die Bepflanzung auf den Gräbern angehe, gebe es im Herbst fast keine Grenzen. „In diesem Jahr ist Enzian besonders angesagt“, sagt sie. Enzian gebe es in vielen Arten, eine davon ist der sogenannte Herbstenzian, lateinische Bezeichnung Gentiana scabra. Von August bis November trägt er aufrechte, blaue, glockenförmige Blüten, die einzeln angeordnet sind. Die Friedhofsgärtnerin erklärt: „Enzian lässt sich wunderbar mit Heide, Gräsern, Alpenveilchen und anderen Herbstpflanzen kombinieren. Zudem steht Enzian der symbolischen Bedeutung nach für Treue und Liebe.“

In Gestaltungsfragen sind Friedhofsgärtner immer auf dem neuesten Stand und wissen, wie sie Neuheiten und aktuelle Trendpflanzen geschmackvoll in die Grabgestaltung integrieren können. Mehr Informationen gibt es im Netz unter www.grabpflege.de. Die Friedhofsgärtner beraten und übernehmen auf Wunsch auch die saisonal wechselnde Neubepflanzung und die dauerhafte Grabpflege. Fachgerecht umsorgt präsentiert sich die letzte Ruhestätte das ganze Jahr über attraktiv.

Hamp Grün Erleben

Der Wald spendet Trost 

Den Baum zu berühren, an dessen Wurzeln ein lieber Mensch bestattet ist, gehört zu den schönsten Trauerritualen in freier Natur. FOTO: DJD/FRIEDWALD
Den Baum zu berühren, an dessen Wurzeln ein lieber Mensch bestattet ist, gehört zu den schönsten Trauerritualen in freier Natur. FOTO: DJD/FRIEDWALD
REGION (cs, djd) - Wenn ein geliebter Mensch gestorben ist, gibt es verschiedene Phasen und Rituale des Abschiednehmens. Eine repräsentative Studie im Auftrag des Unternehmens Fried-Wald zeigt, wie wichtig den Deutschen eine Beisetzung mit individuellem Charakter ist. Dabei ist die Nachfrage nach Alternativen zum klassischen Friedhof in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Der Wald spielt beim Nachdenken über eine letzte Ruhestätte eine ganz besondere Rolle – vor allem als Trostspender.

Ein Ort, an dem man trauern und immer wieder neu Abschied nehmen kann – das ist laut einer Studie für drei Viertel (76 Prozent) der Hinterbliebenen ganz wichtig. Denn die Menschen lernen erst allmählich, den Verlust auszuhalten und zu akzeptieren, um dann ihr Leben wieder neu zu gestalten. Darin hat die Trauer nach wie vor ihren Platz – mit gezielten Trost- und Gedenkritualen. Die Natur und vor allem der Wald spielen in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Nicht umsonst ist in den letzten Jahren die Nachfrage zur naturnahen Bestattung als Alternative zum klassischen Friedhof deutlich gestiegen.

Menschen, die eine letzte Ruhestätte an einem Baum wünschen, schätzen den Wald als einen Ort, an dem sie sich schon zu Lebzeiten wohl fühlen. Ihnen gefällt der Gedanke daran, hier einmal ihre letzte Ruhe zu finden – ein Ausblick, der schon bei der Vorsorge tröstlich und vertraut ist. Unter den Bäumen und an den Baumgräbern finden Angehörige einiges, was ihnen hilft, die Erinnerung an Verstorbene aufrechtzuerhalten. Wie Christoph Schmitz, der an seine Frau Antje denkt, die in einem Fried-Wald beigesetzt wurde, er sagt: „Es war eine schöne Beisetzung, das kann man wirklich so sagen. Ich kehre immer wieder gerne an unseren Baum zurück, auch wenn ich dafür eine Entfernung von 300 Kilometern überbrücken muss.“ Sein besonderes Ritual, um jeden Tag eine Erinnerung bei sich zu haben: Bei jedem Besuch nimmt er ein Blatt des Baumes mit, an dem seine Frau ruht. Dieses Blatt trägt er immer bei sich, bis es sich in seine Einzelteile auflöst: „Dann weiß ich: Es ist wieder Zeit für einen Besuch.“