Eröffnung der Schau-Brennerei Mößlang in Emeringen

Gewissenhaft prüft Elmar Mößlang die Qualität des Brandes. FOTOS: BURGHART
Am Freitag, 12. Oktober, wird Elmar Mößlang in Emeringen seine Schau-Brennerei mit einem Festabend eröffnen. „Der Festabend ist zugleich ein Dankeschön an alle, die an diesem Projekt beteiligt waren“, sagt er. Mit der Schau-Brennerei hat sich Elmar Mößlang nicht nur einen lange gehegten Wunsch erfüllt, sondern schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe: Er kann die Ernte seiner Streuobstwiesen nutzen, sie damit erhalten und seine einstigen landwirtschaftlichen Gebäude haben eine neue Nutzung bekommen.

EMERINGEN – Wenn Elmar Mößlang seine Schau-Brennerei in der Bäckerstraße 1 in Emeringen am Samstag, 13. Oktober, und am Sonntag 14. Oktober, der Öffentlichkeit jeweils von 13 Uhr bis 18 Uhr vorstellt, kann er bereits mehrere Brände und Geiste anbieten.

Um einen guten Schnaps zu bekommen, sei gutes Obst nötig, erklärt der Fachmann. „Mein Obst wird handverlesen, alle Stiele werden entfernt und es kommen keine fauligen Früchte in die Maische“. Das Obst, aus dem Elmar Mößlang seine Schnäpse brennt, stammt von seinen 64 Obstbäumen auf den eigenen Streuobstwiesen.
So wird der Alkoholgehalt des Schnapses gemessen.
So wird der Alkoholgehalt des Schnapses gemessen.
„Emeringen wurde früher das Dorf der 1000 Obstbäume genannt“, sagt er und betont, dass er bereits vor Jahren darüber nachdachte Schnaps aus seiner Obsternte zu brennen. Dann lernte Elmar Mößlang einen bekannten Schnapsbrenner am Bodensee kennen und beschloss, den einstigen Stall seines landwirtschaftlichen Anwesens in Emeringen zur Schau-Brennerei umzubauen.

Aufwändige Umbauarbeiten waren notwendig, um den bisherigen, ungenutzten Schweinestall in eine moderne Brennerei zu verwandeln. Parallel zu den Bauarbeiten musste Elmar Mößlang das sogenannte Brennrecht beantragen und besuchte einen Lehrgang für Klein- und Obstbrenner an der Universität Hohenheim. Besonders freut ihn, dass auch seine älteste Tochter vor kurzem den Brenner-Lehrgang an der Universität in Hohenheim besucht hat.

Am Samstag und Sonntag wird er sein erlangtes Fachwissen unter Beweis stellen und beispielsweise erklären, was der Unterschied zwischen einem „Brand“, einem „Geist“ und einem „Likör“ ist . „Ein Brand“, so Mößlang, „entsteht in dem Maische aus Obst gebrannt werde. Im Brenngerät steigt der Alkoholdampf auf, kondensiert, landet schließlich über das sogenannte Geistrohr im Kühler und dann läuft unten der Alkohol raus“. Für einen „Geist“ werde nicht nur Obstmaische, sondern ein Gemisch aus Frucht und reinem Alkohol gebrannt, erklärt Mößlang.

Probeweise hat Elmar Mößlang Mirabellen gebrannt. „Aus hundert Kilo Mirabellen ergab mein erster Brand gut drei Liter reinen Alkohol und später rund sechs Liter trinkfertigen Mirabellen-Schnaps“, sagt er. Rund zwei Stunden dauert ein Brand. Um einen guten Schnaps zu bekommen, sei der richtige Zeitpunkt, zu dem der Vorlauf und zum Schluss der Nachlauf vom eigentlichen Brand abgetrennt werde, wichtig, erklärt der Experte. „Den erkennt der Brenner am Geruch und am Alkoholmeter“, so Mößlang. „Wer gute Qualität will, trennt großzügig ab. Das gibt dann aber weniger Liter“. Später werde der Alkohol mit Wasser verschnitten. „Ein Brand muss zwischen 38 und 42 Prozent haben. Um das genau zu bestimmen, kommt die amtliche Alkoholtafel zum Einsatz“, erklärt Elmar Mößlang. „Und natürlich muss jeder Brand vorher angemeldet und genehmigt werden“.

Am Wochenende wird er die Besucher natürlich seine ersten selbstgebrannten Destillate probieren lassen. Und wenn am Samstag, 13. Oktober, und Sonntag, 14. Oktober, die jährliche Ausstellung der Schmuckwerkstatt seiner Frau Elisabeth Mößlang steigt, wird auch die Schau-Brennerei geöffnet sein. An beiden Ausstellungstagen wird Elisabeth Mößlang nicht nur verschiedene Unikate aus ihrer Schmuckwerkstatt, sondern auch exklusive und einzigartige Edelsteine und Perlen zeigen. Außerdem werden weitere Aussteller nach Emeringen kommen, um beispielsweise Holzdekorationen oder Drucksachen zu zeigen. „Und natürlich werden regionale Köstlichkeiten angeboten“, sagt Elisabeth Mößlang. Die Ausstellung und die Schau- Brennerei können am Samstag und Sonntag jeweils von 13 Uhr bis 18 Uhr besucht werden. Karl-Heinz Burghart