Lauchheim: Feierliche Eröffnung des Stadtparks

Regina Gloning (rechts), Vorsitzende des Vereins „Bürgerschaftliche Regionalentwicklung Jagstregion“, übergibt eine Erinnerungsplakette an Bürgermeisterin Andrea Schnele. Landrat Klaus Pavel und Architekt Andreas Walter (l.) freuen sich mit ihr. FOTOS: FRANZ MAYER
Die Jagst entspringt bei Walxheim, macht in Lauchheim ein Knie und fließt dann schnurstracks nach Ellwangen. Das haben Lauchheimer Schulkinder im Fach Heimatkunde vor über 60 Jahren auswendig gelernt. Möglicherweise lernen sie heute, dass dieses Wort „schnurstracks“ – es stammt aus dem Wortschatz des ehemaligen, legendären Volksschullehrers Josef Haas und meint „geradlinig“ – gar nicht so gut für die Natur ist.

LAUCHHEIM (fm) - Auch Architekt Andreas Walter hat am Sonntag bei der Segnung des von ihm geplanten Stadtparks und eines renaturierten Stücks der Jagst an das Knie als den „südlichsten Punkt des Flusses“ erinnert. Er befand, dass mit dem Stadtpark ein öffentlicher und sicherer Zugang zum Fluss erreicht worden und die Jagst dadurch erlebbarer geworden sei. Durch einen barrierefreien Ausbau der Wege, die zur Altenresidenz beim Oberen Tor münden, sei ein generationenübergreifendes Projekt geschaffen worden, stellte er fest. Und Bürgermeisterin Andrea Schnele appellierte an die Bürger: „Dies ist ein Ort für jeden Einzelnen, auch ein Treffpunkt für Vereine, Gruppen und Institutionen.“

Wo sich jetzt ein Fußgängersteg über den Fluss spannt und die alte Stadt fußläufig mit dem Siedlungsgebiet Rotes Feld verbindet und Hüpfsteine eine Furt gewähren, waren bis vor 50 Jahren noch alte „Gumpen“, also Überreste der einst mäandernden Jagst zu finden. Diesen ökologischen Ausbau hat man flussabwärts an einem Teilstück erreicht. Ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Gewässerökologie war der Abbruch des Wehrs bei der Jagstbrücke am Hettelsberger Weg. Dieses diente zur Wasserversorgung des Wasserrades der Banzenmühle, wohin es in einem offenen Kanal gelangte. Bis kurz vor dem Zweiten Weltkrieg war dort das Lauchheimer Freibad. Dieses verlor seine Anziehungskraft, als in Westhausen ein komfortableres Bad errichtet wurde. Der trockene Sommer 2018 habe die Rekordbauzeit von nur einem halben Jahr begünstigt, sagte Andreas Walter. Weiter hob er die besondere Zuverlässigkeit der ausführenden Betriebe hervor. Im Stadtpark war es die Firma Zäh aus Wassertrüdingen und bei der Renaturierung die Aalener Firma „Grünanlagen Schwarz“.