Achtung Reifenwechsel! Der ADAC-Test zeigt: Premium liegt nicht immer vorn

Der ADAC testet die Winterreifen gelegentlich auch unter krassen Bedingungen wie auf diesem Bild, das im vergangenen Dezember im finnischen Ivalo entstanden ist. FOTO: WOLFGANG GRUBE, ADAC
REGION (ADAC, cs) - Der ADAC hat aktuelle Winterreifen getestet. In diesem Herbst legen die Münchner Autospezialisten ihr Augenmerk auf Winterreifen für Kleinwagen und für die Kompaktklasse.

Ein Winterreifen soll auf Schnee, Eis und Nässe sicheren Grip haben und gleichzeitig möglichst wenig Sprit verbrauchen. Das ist der klassische Zielkonflikt, den ein Reifen im ADAC Winterreifentest bewältigen muss – neben etlichen anderen Herausforderungen wie Aquaplaning, Fahrstabilität und Haltbarkeit. Im aktuellen Test haben das in der Kleinwagendimension (175/65 R14) Continental und Dunlop „gut“ geschafft, in der Kompaktklasse (205/55 R 16) neben Continental und Dunlop auch noch Goodyear.
Schlusslicht der zwölf Reifen in der Klasse für Renault Twingo, Ford Fiesta oder VW up ist der chinesisch-taiwanesische Nankang, der wegen deutlicher Schwächen auf nasser und schneebedeckter Fahrbahn ein „mangelhaft“ kassiert. Denn das Gesamturteil wird abgewertet, wenn ein Reifen in den Einzelprüfungen Trocken, Nass, Schnee, Eis, Verbrauch, Verschleiß und Schnelllauf nur „befriedigend“, „ausreichend“ oder „mangelhaft“ abschneidet.

In der Dimension für Kompaktfahrzeuge wie Ford Focus, Mercedes A-Klasse oder VW Golf fällt auf, dass teuer nicht gleich gut sein muss: Der Michelin Alpin 5 und der Pirelli Cinturato Winter bewegen sich beide in der Premiumpreisklasse, rangieren in der Testtabelle (16 Modelle) jedoch nur im mittleren oder hinteren Bereich. Am Tabellenende landet der Laufenn (Zweitmarke des bekannteren Hankook) mit einer nur „mangelhaften“ Performance vor allem bei Nässe.
Vorsicht übrigens beim Online-Kauf: Nicht immer bekommt der Verbraucher ein fabrikneues Produkt. Die Vielzahl der Reifenformate zwingt den Handel zu rationeller Lagerhaltung – dies hat zur Folge, dass auch gut abgelagerte Reifen über den Tresen gehen. Tests des ADAC aber haben gezeigt: Frischer Gummi greift am besten, älter als drei Jahre sollte ein Reifen beim Kauf nicht sein. Das Produktionsdatum lässt sich auf der Reifenseitenwand ablesen: Die ersten beiden Ziffern der vierstelligen Nummer im Oval zeigen die Produktionswoche, die letzten beiden Ziffern das Produktionsjahr.

Generell gilt: „Vor dem Kauf sollte sich jeder zunächst fragen, wo die persönlichen Präferenzen bei einem Winterreifen liegen – eher beim Grip auf Eis und Schnee oder eher beim Verbrauch bzw. Verschleiß. Dann lohnt sich ein genauer Vergleich, denn unser Test zeigt, dass Premiummarken nicht automatisch durchweg gute Ergebnisse erzielen“, erklärt Dr. Reinhard Kolke, Leiter des ADAC Technikzentrums.

Eine falsche Bereifung hat unangenehme Konsequenzen

Die „Ausrüstung ist den Witterungsverhältnissen anzupassen“, heißt es in der Straßenverkehrsordnung. FOTO: HAGEN LEHMANN COBUG
Die „Ausrüstung ist den Witterungsverhältnissen anzupassen“, heißt es in der Straßenverkehrsordnung. FOTO: HAGEN LEHMANN COBUG
REGION (ots, cs) - Der Winter steht vor der Tür und spätestens jetzt sollten Autofahrer über ihre Winterreifen nachdenken. Zwar gibt es keine verbindliche Winterreifenpflicht, dennoch sollte man jetzt handeln, denn die Straßenverkehrsordnung (§2 Absatz 3a der StVO) fordert von Verkehrsteilnehmern, ihre „Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen“. Und mittlerweile hat der Gesetzgeber diese freie Formulierung auch konkretisiert: Autofahrer müssen bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte Winterreifen aufgezogen haben.

Was einen Reifen zum Winterreifen macht? Sein Profil und seine Lauffläche sind so konstruiert, dass er bei Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften als ein Sommerreifen hat. Technische Details müssen Autofahrer beim Kauf nicht kennen. Es genügt, auf ein Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) zu achten. Neu ist, dass Reifen mit der Kennzeichnung M+S nicht mehr in jedem Fall genügen. Und um als wintertauglich zu gelten, müssen sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sein. Diese Ausnahmeregelung hat bis zum 30. Dezember 2024 Bestand. Wer die Winterreifenregelung missachtet, riskiert ein Bußgeld und Punkte in Flensburg. Einen Punkt und ein Bußgeld von mindestens 60 Euro kassieren alle, die die Polizei bei Winterwetter mit Sommerreifen antrifft. Wird der Verkehr durch die falschen Reifen gefährdet, werden 80 Euro Bußgeld und ein Punkt fällig. Und: Bisher musste nur der Fahrer mit Konsequenzen rechnen, neuerdings auch der Halter, der die Fahrt zulässt. Ihm drohen jetzt ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro und ein Punkt.

Konsequenzen beim Versicherungsschutz sind bei einem Unfall nicht auszuschließen. Das gilt insbesondere dann, wenn Schneematsch schon wochenlang für Behinderungen auf den Straßen gesorgt hat. Natürlich reguliert die Kfz-Haftpflichtversicherung eines Unfallverursachers immer den Schaden des Opfers. Allerdings kann sie den eigenen Versicherungsnehmer, der ohne Winterreifen unterwegs war, im Nachgang mit bis zu 5.000 Euro in Regress nehmen.

Aber auch beim Unfallopfer kann falsche Bereifung durchaus zum Problem werden: Lässt sich nachweisen, dass dessen fehlende Winterausrüstung ursächlich für den Unfall war - weil sich zum Beispiel der Bremsweg drastisch verlängert hat - muss das Unfallopfer mit einer Mithaftung rechnen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers ersetzt den Schaden dann nicht mehr komplett, sondern nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz. Besonders prekär kann sich das bei Personenschäden auswirken, wenn es um Schmerzensgeld, Verdienstausfall oder Rentenzahlungen geht. Aber auch Kasko-Versicherten, die sich ins Auto setzen, ohne Winterreifen losfahren und ihr eigenes Fahrzeug beschädigen, kann es passieren, dass die Kasko-Versicherung nur einen Teil des Schadens ersetzt und sie den anderen selbst bezahlen müssen.

Fazit: Sommerreifen und Schnee passen nicht zusammen. Wer das ignoriert, riskiert neben den Folgen beim Versicherungsschutz auch rechtliche Konsequenzen, insbesondere, wenn durch den Unfall Personen verletzt wurden. Und noch etwas ist wichtig, die Profiltiefe der Winterreifen. Mindestens 1,6 Millimeter schreibt der Gesetzgeber vor. Experten empfehlen zur eigenen Sicherheit aber 4 Millimeter.

Warum sich ein Räder-Check beim Reifenwechsel lohnt

Beim Räder-Check prüft der Fachmann, ob die Alufelge Kratzer, Kerben oder Korrosionsschäden hat. FOTO: SYDOW - DER FOTOGRAF
Beim Räder-Check prüft der Fachmann, ob die Alufelge Kratzer, Kerben oder Korrosionsschäden hat. 
FOTO: SYDOW - DER FOTOGRAF
REGION (djd, cs) - Theoretisch gilt für Winterreifen die „Obis-O-Regel“: Von Oktober bis Ostern sollten Autos auf Winterpneus unterwegs sein. In der Praxis rüsten viele Autofahrer aber erst dann um, wenn der erste Schnee gefallen oder in Sicht ist. Eine gesetzliche Regelung für den Zeitpunkt des Wechsels gibt es nicht. Doch wer bei winterlichen Verhältnissen auf Sommerreifen unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld rechnen. Ärgerlich und teuer kann’s auch für diejenigen werden, die mit beschädigten Alufelgen unterwegs sind. Denn aus Fahrsicherheitsgründen steht die HU-Plakette auf dem Spiel. Bei Leasingrückläufern werden die Leichtmetall-Schmuckstücke gerne durch teure Originalteile ausgetauscht. Daher lohnt beim Winterreifenwechsel in der Werkstatt auf jeden Fall der Räder-Check.

Bei der Werkstattwahl im Zusammenhang mit der Felgenreparatur ist genaues Hinsehen gefragt. Denn nicht jeder Betrieb führt diese Reparatur fachgerecht aus. Für eine sichere sowie professionelle Aufbereitung sorgen beispielsweise Fachbetriebe, die mit dem Wheel-Doctor arbeiten. Dieser ist TÜV-zertifiziert und wurde vom Smart-Repair-Spezialisten Cartec Autotechnik Fuchs GmbH entwickelt. Mit ihm werden Kratzer, Kerben oder Korrosionsschäden bis zu einem Millimeter Tiefe im Rotationsschleifverfahren beseitigt und anschließend entsprechend lackiert. Über 90 Prozent aller Felgenfarben sind so im Originalton wieder herstellbar. Auch die feine Drehriefenstruktur glanzgedrehter Modelle ist mit der speziell entwickelten, nicht spanabhebenden Strukturpadtechnik reproduzierbar. So oder so: Nach der Reparatur, die ab 100 Euro pro Rad kostet, sieht die Alufelge wieder wie neu aus. Und die Fahrsicherheit ist auch wiederhergestellt. Mehr Informationen zum Hersteller und Verfahren gibt es unter www.cartec-systems.de, Adressen der über 600 zertifizierten Partnerwerkstätten unter www.smartrepair-verzeichnis.de.

Bei der Alufelgenaufbereitung müssen im Übrigen bestimmte Richtlinien eingehalten werden. So ist etwa nur die Entfernung von Beschädigungen bis zu einem Millimeter Tiefe im Grundmetall erlaubt. Geschweißte oder rückverformte Alufelgen dürfen nicht mehr zurück auf die Straße. Auch die sogenannten spanabhebenden Verfahren mittels CNC-Maschinen stehen aus Fahrsicherheitsgründen in der Kritik. Das WheelDoctor-Verfahren beispielsweise stellt kein spanabhebendes Verfahren dar.