Neues Franziskus-Gemeindehaus wird eingeweiht

Das neue Gemeindehaus in Burgrieden wird am kommenden Sonntag seiner Bestimmung übergeben. FOTO: KURT KIECHLE
Die katholische Kirchengemeinde Sankt Alban Burgrieden steht kurz vor einem großen Ereignis, das ein weiteres Kapitel in der langen Pfarrchronik markieren wird: Nach dreijähriger Planungs- und Bauphase kann das neue Franziskus-Gemeindehaus eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden.

BURGRIEDEN - Das Ereignis möchte die Bauherrin mit den Bürgern und allen anderen Gemeindemitgliedern der Seelsorgeeinheit (SE) „Unteres Rottal" in angemessener Form am Sonntag, 9. September, feiern. Eingeleitet wird der Festtag mit einem Gottesdienst, der vom gemischten Chor „Liederkranz" Burgrieden in der Kirche Sankt Alban mit ausgewählten Liedern mitgestaltet wird. Im Anschluss daran ziehen die Mitfeiernden gemeinsam mit musikalischer Begleitung des Musikvereins „Cäcilia" zum neuen Gebäude, das in Reichweite zur Pfarrkirche steht.

In feierlichem Rahmen wird das Haus seiner vielseitigen Nutzung übergeben und vom Leitenden Pfarrer der SE, Stefan Ziellenbach, gesegnet. Mit der Einweihung verbunden ist die traditionelle Pfarrhof-Hockete, allerdings diesem Mal direkt beim Franziskus-Gemeindehaus. Zur Mittagszeit werden Braten mit Spätzle und Pommes frites angeboten, ebenso werden die Besucher mit diversen Getränken und zum Nachtisch mit Kuchen und Kaffee versorgt.

Den ganzen Tag über besteht die Möglichkeit der Hausbesichtigung. Natürlich hat das Organisations- und Helferteam auch an die jüngsten Besucher gedacht.

Damit bei ihnen keine Langeweile aufkommt, stehen für sie einige Spielattraktionen bereit, betreut von den Ministranten. Man hofft zwar, dass auch das Wetter mitspielt, ansonsten soll kurzfristig ein Zelt aufgestellt werden.

An einer bewährten Gepflogenheit der vergangenen Jahre soll auch heuer festgehalten werden: Im Eingangsbereich steht eine große Milchkanne, jeder wirft dort seinen Obolus hinein, eine Preisliste für Essen und Trinken hilft für die Aufstellung der persönlichen Rechnung. Der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats (KGR) , Harald Seidel, bringt es auf den Punkt und rät: „Bleiben Sie großzügig, der Reinerlös kommt der weiteren Gestaltung unseres Hauses zugute." te

Ingenieurbüro Spleis

Der Blick zum Himmel ist frei

Das neue katholische Franziskus-Haus hat seine Türen zur Besichtigung weit geöffnet. FOTO: KURT KIECHLE
Das neue katholische Franziskus-Haus hat seine Türen zur Besichtigung weit geöffnet. FOTO: KURT KIECHLE
Das neue Haus, das den Namen des amtierenden Papstes bekommen hat, soll nach dem Willen des Kirchengemeinderats zu einem Haus der Begegnung werden, das allen Menschen der Seelsorgeeinheit offen steht und genutzt werden kann.

BURGRIEDEN - Bereits im Jahr 2014 wurden nach den Worten des Architekturbüros Gurland und Seher aus Biberach die ersten Grundüberlegungen mit Pfarrer Ziellenbach zum Bau eines katholischen Gemeindehauses praktisch gesetzt.

Es liegt in der Kirchstraße, südwestlich des neuen Friedhofs und oberhalb der Kirche. Entscheidend für den Entwurf waren die Topographie des Bauplatzes, die Lage zu den Himmelsrichtungen und der Blick vom höchsten Punkt der Gemeinde, vor allem zur Kirche.

Aus der Summe dieser Aspekte wurde ein Gebäude entwickelt, das einen quadratischen Saal als Mittelpunkt und drei kleinere Gruppenräume für Jung und Alt bekommen sollte.

Die Räume, konzipiert in Abstimmung mit dem Kirchengemeinderat und der Diözese Rottenburg-Stuttgart, werden über eine gemeinsame Außenterrasse gefasst. Das Haus ist eingeschossig, nicht unterkellert und hat einen trapezförmigen Grundriss mit Abmessungen von zirka 15,6 auf 26,2 Metern. Das asymmetrische Walmdach hat am obersten Punkt ein offenes Oberlicht erhalten, das vom Saal den Blick zum Himmel freigibt. te

Gurland + Seher Architekten BDA

Zurückhaltende Farbtöne

Die moderne Küche des neuen Gemeindehauses. FOTO: KIECHLE
Die moderne Küche des neuen Gemeindehauses. FOTO: KIECHLE
In dankbarer Erinnerung an die lange Zeit in Burgrieden segensreich tätige Ordensschwester Willigis erhält der Veranstaltungssaal als Zentrum des barrierefreien und rollstuhlgerechten Hauses den Namen Willigis-Saal.

BURGRIEDEN - Sorgsam behandelten die Architekten auch die Auswahl der Materialität von Dach und Wand. „Es soll den Gedanken dieses besonderen Hauses unterstreichen", lautet die Intension der Planer.

Die Holzschalung an den Außenwänden, an die sich die Beobachter allerdings noch gewöhnen müssen, besteht aus einer sägerauen, endbehandelten Boden-Deckelschalung mit 15-jähriger Garantie.

Die einfachen Baumaterialien haben einen zurückhaltenden grauen Farbton erhalten, der die Besonderheit des Gebäudes mit Holz-Alufenstern in schwarzbraunem Farbton im dörflichen Kontext unterstreichen soll. Korrespondierend dazu wurden Türen und Zargen ebenfalls in einem schwarzbraunen Ton gestrichen, die Wände und Decken in Weiß gehalten.

In den abgehängten Decken sind LED-Einbauleuchten installiert und große Teile des Gebäudes mit einer Fußbodenheizung ausgestattet worden. Zusätzlich sorgen Heizkörper und eine Lüftungsanlage für eine adäquate Wohlfühlatmosphäre im Willigis-Saal und in den Gruppenräumen.

Laut eigenem Bekunden stellte die planerische Entwicklung des Projekts für das Biberacher Architekturbüro Gurland und Seher eine ganz besondere Bauaufgabe dar. „In diesem Gemeindehaus soll ein wesentlicher Teil des kirchlichen Gemeindelebens stattfinden. Wir haben gerne die Hülle geschaffen und sind uns sicher, dass die Gemeinde nun das neue Franziskus-Haus mit Leben erfüllt." te