50 Jahre Ingenieurbüro Hans Moll

Neubau Rechenzentrum aus dem Jahr 1989
Hans Moll gründete vor 50 Jahren ein Ingenieurbüro für technische Gebäudeausstattung. Nach und nach entwickelte sich daraus das aufstrebende Unternehmen „dtm group“ für Kommunikationsverkabelungen und Netzwerklösungen. Gründer Hans Moll berichtet, welche Meilensteine zum Erfolg geführt haben.

Was haben sie gemacht, bevor Sie das Unternehmen gegründet haben?

Nach meiner Schulzeit habe ich eine Ausbildung zum Elektroinstallateur gemacht und im Anschluss eine Weiterbildung zum Elektroingenieur.

Was war die Gründungsidee hinter dtm Datentechnik Moll? Worin hat es seinen Ursprung?
Messestand aus dem Jahr 1990 (Hans Moll rechts im Bild)
Messestand aus dem Jahr 1990 (Hans Moll rechts im Bild)
Während meiner Lehrzeit habe ich schnell bemerkt, dass ich eine eigene Firma eröffnen möchte und habe mich 1968 mit einem Ingenieurbüro für technische Gebäudeausstattung selbständig gemacht. In dieser Tätigkeit habe ich verschiedenste Industrieanlagen von Ferienanlagen über Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen, bis hin zu komplexen Industriegebäuden verwirklicht. In den 70er Jahren war ich für das US Militär auf der Ramstein Air Base neben der Elektro und technischen Gebäudeausstattung, auch für die Sicherheitstechnik der Air Base verantwortlich. Mit diesem Erfahrungsschatz und der Übersicht über verschiedenste Baugewerke, sah ich Anfang der 80er Jahre meine Chance in der Spezialisierung im Bereich der Netzwerktechnik und IT.

Warum gerade ein Unternehmen für Planung und Installation von Sicherheits- und Elektroanlagen?

1981/82 entschloss ich mich, den ersten überhaupt in Süddeutschland vorhandenen CAD-PC mit Plotter anzuschaffen. Mit diesem Wagnis war es mir möglich, elektrisch gezeichnete Pläne für Kunden wie MTU und ZF Friedrichshafen AG zu erstellen. Mit dem CAD-PC wurden Stromlaufpläne, Maschinensteuerungen, Elektroverteilungen, Licht und Stromverteilungen gezeichnet und geplottet. Zusätzlich zur CAD-Dienstleistung waren wir für die lokale Industrie der Ansprechpartner im Bereich Netzwerktechnik. Da hier zu Systemen von IBM wie Token Ring keine Informationen im Markt vorhanden waren, besorgten wir uns die neuesten Unterlagen aus den USA um in Deutschland die Netzwerktechnik oder besser gesagt, die Verbindung von Rechnern, voran zu treiben. Durch diese Spezialisierung konnten wir uns in Deutschland sehr schnell einen Namen machen.

Worin lagen die Herausforderungen bei der Unternehmensgründung?

Erweiterung Firmensitz in Meckenbeuren, Neubau Logistik und Lagerhalle im Jahr 2000
Erweiterung Firmensitz in Meckenbeuren, Neubau Logistik und Lagerhalle im Jahr 2000
1985/86 bauten wir unsere Erfahrung mit der Netzwerktechnik aus und erstellten für Kunden wie die MTU in Friedrichshafen die ersten Ethernet Netzwerke mit KOAX Kabeln mit bis zu 500 Meter Länge pro Strecke mit einer Geschwindigkeit von 10 MBit/s. Da diese Technik noch in den Kinderschuhen stand und es keinen technischen Leitfaden oder Handbücher gab, war ich einer der Initiatoren der Benutzergruppe Netzwerke (BGNW). Hier fanden sich alle Pioniere und Experten der noch jungen Netzwerkbranche zusammen. Neben Industrieunternehmen nahmen auch zahlreiche Universitäten an diesem Austausch teil und erarbeiteten sich neben den technischen Grundlagen auch die Regularien für die Dokumentation komplexer IT Infrastrukturen. Diese Pionierarbeit ist heute noch in Regelwerken wie DIN EN 50173 nachzulesen. Ebenfalls in dieser Zeit investierte ich in die neuste Glasfasertechnik zum LWL spleißen. In diesem Umfeld waren wir deutschlandweit ein führendes Unternehmen und einer der wenigen welche diese Technik beherrscht hat.

Wie kam es zur Wandlung?

Hans Moll in einem Rechenzentrum aus dem Jahr 1989
Hans Moll in einem Rechenzentrum aus dem Jahr 1989
Nach 20 Jahren Erfahrung mit meinem Ingenieurbüro und der Pionierarbeit in der Netzwerktechnik seit Anfang der 80er Jahre gründete ich zusätzlich 1988 die dtm Datentechnik Moll GmbH in Tettnang um das vorhandene Ingenieurbüro mit einer zusätzlichen GmbH personell zu verstärken und neben der Planung auch die Ausführung von komplexen IT - Netzwerken leisten zu können.

Neben der personellen Verstärkung fingen wir 1988 an ein eigenes Racksystem für 19 Zoll Technik zu entwickeln und kurze Zeit später zu patentieren. Dieses System wird mit leichten technischen Anpassungen bis heute sehr erfolgreich von der dtm vertrieben.

1992 war ein weiterer Meilenstein der Firmengeschichte. In diesem Jahr zogen wir um nach Meckenbeuren in die Benzstraße 1. Unser eigenes Firmengebäude und der heutige Hauptsitz der Firma wurde eingeweiht. Ebenfalls wurde eine weitere GmbH gegründet, die LANconcept Moll GmbH. Diese beschäftigt sich bis heute mit der aktiven IT. Hier werden W-LAN Netze geplant und aufgebaut, VoIP-Telefonanlagen realisiert, oder Rechenzentren mit Servern und Firewalls ausgestattet. Mit dieser Firma hatte ich es endgültig geschafft, das Leistungsspektrum für Kunden abzurunden und uns deutschlandweit gut aufzustellen.

Mitte der 90er-Jahre wurden wir dann mit Großprojekten wie dem BKU-Projekt der Deutschen Bahnbetraut. Hier hatten wir die IT-Ausstattung sämtlicher Bahnhöfe und Stellwerke in ganz Deutschland modernisiert. Neben der Tätigkeit in Deutschland, war meine Expertise auch im Ausland gefragt. So wurde ich von der indonesischen Regierung nach Jakarta gerufen um diese dort von der Netzwerkseite zu beraten. Ein weiterer Auftrag war für einen langjährigen Kunden wie die Firma Trumpf aus Ditzingen eines der ersten geschirmten IT-Netze in USA aufzubauen. Das Vertrauen und die langjährigen Kundenbeziehungen zeigten mir, dass wir mit Qualität und ständiger Weiterbildung der Mitarbeiter, das Unternehmen auch über die Jahre ausbauen und zu weiteren Erfolgen führen konnten.

In den 2000er Jahren hatten wir es geschafft, mehrere Montagestandorte deutschlandweit zu etablieren und in Städten wie München, Hamburg, Stuttgart oder Kaiserslautern Belegschaft und Stammkunden aufzubauen und somit auf Gut 100 Mitarbeiter Belegschaft derzeit aufzustocken und weitere Geschäftsfelder aufzubauen. Mit neuesten selbstentwickelten Softwaretools zur Rechenzentrumsüberwachung haben wir 2015 den deutschen Rechenzentrumspreis gewonnen, was mich persönlich sehr gefreut hat und unseren Antrieb auf der Suche nach Innovationen unterstrichen hat.

Wodurch hat es dtm Datentechnik Moll GmbH geschafft, seit 50 Jahren auf dem Markt zu sein?

Warum gibt es uns schon 50 Jahre? Weil wir immer hungrig nach Innovation waren, quergedacht haben und als schwäbischer Mittelstand immer wendig und schnell waren um uns an die neuen Marktgegebenheiten anzupassen. Daher ist es mein Wunsch, dass meine Söhne auch in den nächsten 50 Jahren die Firma fortführen und meine Ideale wie Qualität, Ehrgeiz und Ehrlichkeit den Auftraggebern gegenüber weiterzuführen.

„Andere denken nach – wir denken vor“

Ansprache Hans Moll (Mitte) und Geschenkübergabe Bild Udo Lindenberg „Andere denken nach, wir denken vor“ ganz nach dem Credo der Firma dtm / Hans Moll Foto: tt-bilder
Ansprache Hans Moll (Mitte) und Geschenkübergabe Bild Udo Lindenberg „Andere denken nach, wir denken vor“ ganz nach dem Credo der Firma dtm / Hans Moll Foto: tt-bilder
50 Jahre Ingenieurbüro Hans Moll und 30 Jahre Datentechnik Moll GmbH. Die Jubilare feierten am 23. August auf dem Firmengelände. Zu den rund 80 Gästen zählten neben den Mitarbeitern auch Freunde und Wegbegleiter wie die amtierende Bürgermeisterin Elisabeth Kugel sowie Roland Weiß, ehemaliger Bürgermeister und Freund Hans Molls.

Meckenbeuren – Viele Freunde, Wegbegleiter, Nachbarn und Mitarbeiter von Hans Moll hatten den Weg nach Meckenbeuren gefunden um das stolze Jubiläum mit ihm zu feiern. Sein Sohn Jan Moll – heute Geschäftsführer – würdigte in seinem Rückblick die Leistung und das Lebenswerk seines Vaters der mit seinem starken Charakter Firma und Familie entscheidend geprägt habe. Ebenso bedankte er sich bei seiner Mutter Hedi Moll die am Erfolg der dtm ebenso einen sehr großen Anteil habe. Das Programm war sehr familiär gehalten: Zu Essen vom Grill wurde Live-Musik gespielt. Im Namen der Gemeinde Meckenbeuren gratulierte Bürgermeisterin Elisabeth Kugel dem Jubilar und zollte ihren Respekt vor dem Lebenswerk, das auch Sohn Jan Moll würdigte, der das Unternehmen als Geschäftsführer in zweiter Generation fortführt.

Rechenzentrum mit Kaltgangeinhausung aus dem Jahr 2018 Fotos: dtm
Rechenzentrum mit Kaltgangeinhausung aus dem Jahr 2018 Fotos: dtm
Die Mitarbeiter gratulierten ihrem Chef mit einem Gemälde von Udo Lindenberg dessen Motto ‚Andere denken nach – wir denken VOR‘ zum Jubilar und seiner Lebensleistung bei dtm gut passen würde. Mit einem großen Dank an alle – vor allem den Mitarbeitern – die ihn seine lange Berufszeit begleitet, unterstützt und vor allem „ausgehalten“ haben schloss Hans Moll die dtm Dankesrunde ab. Im Namen der langjährigen Freunde der Familie Moll gratulierte Karl Sprenger dem Jubilar und hatte als Geschenk die Musikkapelle im Gepäck welche die Feier mit handgemachter Musik umrahmt hatte und die Festgesellschaft noch zünftig unterhielt. Mit deren Unterstützung wurde noch so manches Lied geschmettert – ganz nach dem Geschmack von Hans Moll.

"Ein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeitern, Kunden & Partnern"

Jan Moll: „Die dtm group steht seit jeher für Qualität Made in Germany. Elektroingenieur Hans Moll gründete 1968 das Unternehmen als Fachbetrieb für die Planung und Installation von Sicherheits- und Elektroanlagen. Daraus entstand die dtm Datentechnik Moll GmbH. Sie entwickelte Kommunikationsverkabelung und Netzwerklösungen weiter und verknüpfte handwerkliche Präzision mit zeitgemäßer Technologie.“
Colocation Rechenzentrum aus dem Jahr 2017
Colocation Rechenzentrum aus dem Jahr 2017
Heute ist die dtm group Komplettanbieter für Rechenzentren, Office-Verkabelungen und Industrievernetzungen. Durch ihre unterschiedlichen Kernkompetenzen setzt die Unternehmensgruppe dabei nicht nur die komplette IT um, sondern betreut Kunden von der Planung bis hin zum After-Sales-Service aus einer Hand. Zu den Mitarbeitern zählen Ingenieure, Architekten, Softwareentwickler, Projektleiter, Techniker, Bauleiter und Monteure. Infolge einer eigenen Forschung und Entwicklung am Standort Meckenbeuren werden dabei Technologietrends im Bereich des Rechenzentrums und der IT-Verkabelung kreiert.