Gasthof Linde in Rotenbach feiert 55. Geburtstag

Thilo Alfred Bätzig ist der Inhaber des Gasthofs Linde in Ellwangen-Rotenbach. FOTOS: AFI
Der Gasthof Linde in Rotenbach feiert in diesem Jahr seinen 55. Geburtstag. Eigentlich, so könnte man meinen, ist das nichts Besonderes. Auf der anderen Seite aber, wo man immer mehr von Schließungen von Gastwirtschaften hört, ist es das doch. 55 Jahre für die Gäste da sein und 55 Jahre einen guten Ruf haben für das, was aus der Küche kommt, dazu die nötige Gastfreundschaft, das hat schon was.

ELLWANGEN-ROTENBACH - „Guten Tag, liebe Gäste, herzlich willkommen im Gasthof zur Linde im Ortsteil Rotenbach bei Ellwangen an der Jagst inmitten der schönen Jagstauen. In unseren gemütlichen Gasträumen oder auf unserer schönen Terrasse haben Sie die richtige Umgebung zum Entspannen und Genießen“. So begrüßt der Flyer – und der Werbetexter hat nicht übertrieben: Betritt man die „Linde“, fühlt man sich irgendwie gleich zuhause. Und dann die herrliche Terrasse, auf der man die Seele baumeln lassen und die Ruhe genießen kann – und das mit einem herrlichen Blick auf die Jagstauen.

Platz nehmen auf der herrlichen Terrasse vom Gasthaus Linde in Rotenbach und den Blick auf die Jagstauen genießen.
Platz nehmen auf der herrlichen Terrasse vom Gasthaus Linde in Rotenbach und den Blick auf die Jagstauen genießen.
Inhaber Thilo Alfred Bätzig weiß, was er bieten kann. Aus der Küche kommt nur gute Deutsche Küche und natürlich Schwäbisches. „Da lege ich großen Wert darauf“, sagt er. Spätzle aus der Tüte kommen ihm nicht auf den Teller. Hier wird alles mit Hand gemacht wie bei Muttern. Das gilt auch für seine Soßen, bei denen nichts aus dem Päckle kommt, sondern die Basis aus Knochen gekocht wird. „Ich würde mich schämen, wenn das nicht so wäre“, erzählt der gelernte Koch, der seine Sporen in einem Hotel in Mildenberg am Main verdient hat. Das hat ihm aber nicht gereicht und er zog in die Welt, um Erfahrungen zu sammeln. Erfahrungen in beiderlei Hinsicht. „So möchte ich das auch mal machen, oder so werde ich das nie machen“. 55 Jahre. Dahinter steckt auch Geschichte. Bis ins Jahr 1963 war die alte „Linde“ in der Burgstraße 17. Im gleichen Jahr wurde dann im neu erstellten Gebäude eröffnet, 1966 kam die Kegelbahn dazu. 1972 wurde das Gebäude durch einen Anbau erweitert, 1978 wurden die Fremdenzimmer, derzeit sind es 15 mit insgesamt 24 Betten, ausgebaut. Heute bietet das Lokal rund 80 Sitzplätze zuzüglich 13 in der Kegelbahn und rund 80 auf der Terrasse. Im Jahr 2015 hat Thilo Alfred Bätzig das Lokal von seinen Eltern Thilo und Gertrud Bätzig übernommen. Und Thilo Alfred Bätzig weiß manches zu erzählen.

„Einfach ist es in der Gastronomie nicht gerade. Es gibt Tage, das kommt man vor lauter Arbeit fast nicht nach. Und es gibt Tage, da meint man, Däumchen drehen zu müssen.“ Aber Thilo Alfred Bätzig ist kreativ. „Man muss was tun, wenn der Laden laufen soll“, sagt er und nennt in diesem Zusammenhang die Spargelzeit, die immer im April beginnt. Das gibt’s in der Linde alles rund um den Spargel, ob mit Kalbs- oder Rumpsteak oder traditionell mit Soße Hollandaise. Oder da gibt’s die Wurstsalat-Challenge mit sechs verschiedenen Wurstsalatvariationen. Im Sommer wird auf der Terrasse gegrillt und je nach Jahreszeit werden saisonale Gerichte angeboten. „Wir wollen ein Lokal für alle sein. Familien sind uns jederzeit gerne willkommen. Und während die Eltern zum Beispiel auf der Terrasse was Leckeres genießen, können sich die Kinder auf dem hauseigenen Spielplatz samt Karussell, Sandkasten und Rutsche vergnügen. Und die „Linde“ bietet sich als Ziel nach einem Spaziergang förmlich an. In nur knapp 20 Minuten ist man von Ellwangen an der Jagst entlang am Ziel.

Jetzt, wo die Entscheidung für die Landesgartenschau in Ellwangen gefallen ist, wünscht sich Thilo Alfred Bätzig eine vernünftige Anbindung. Denn die „Linde“ liegt direkt neben dem Veranstaltungsgelände. afi