Feuerwehr Nonnenhorn feiert 150 Jahre

Die Freiwillige Feuerwehr feiert am Samstag das 150-jährige Bestehen in Nonnenhorn. FOTOS: OH
Lange Zeit stieß die Gründung einer Feuerwehr in Nonnenhorn auf Ablehunung. Im Jahr 1986 war es dann soweit: Inzwischen besteht sie seit 150 Jahren und das feiert die Nonenhorner Feuerwehr am Samstag, den 21. Juli am örtlichen Landessteg.

Von Viktoria Benz 

NONNENHORN - Heute zählt die Freiwillige Feuerwehr Nonnenhorn rund 80 bis 100 passive Mitglieder, davon sind 37 aktiv. Kommandant Uwe Burgtorf, sagt: „Wenn man einmal angefangen hat, hört man damit nicht mehr auf.“ Er ist bereits seit 43 Jahren bei der Feuerwehr aktiv. Angefangen hat er bei der Jugendfeuerwehr in Niedersachsen und vor 20 Jahren ist er zur Freiwilligen Feuerwehr nach Nonnenhorn gewechselt. Seit 2008 ist er Kommandant. „Wenn es mal irgendwo brennt, leiste ich gerne Hilfe“, sagt er. Hauptsächlich ist die Feuerwehr aber mit technischen Hilfeleistungen beschäftigt. Sie nennen sich auch gerne mal das „Mädchen für alles“: Neben der Löschung von Bränden, entfernen sie Bäume von der Straße, beseitigen Ölspuren, öffnen verschlossene Türen, bergen Tiere aus dem See und vieles mehr. Solche Retter in Not wären schon immer gefragt gewesen, doch die Gründung einer Feuerwehr stieß lange Zeit auf Ablehnung - auch in Nonnenhorn.

„Wenn es irgendwo brennt, leiste ich gerne Hilfe“

Früher leisteten die Menschen einander Hilfe, soweit sie es konnten und auch wollten. In einem Zeitungsbericht zum 100-jährigen Jubiläum wird über den Brand des Wasserburger Schlosses im Jahr 1750 berichtet, indem das nicht der Fall war. Damals rückten die Lindauer mit einer schwerfälligen Feuerspritze an, während die Einheimischen „schadenfroh“ zuschauten. Im Jahr 1854 wurde in Lindau dann eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, um den Vehrheerungen der Brände entgegenzuwirken. Als elf Jahre später in Bodolz ein Anwesen völlig abbrannte und die Lindauer Feuerwehr lediglich das benachbarte Schul - und Wohnhaus retten konnte, sprachen sich vermehrt Stimmen für die Gründung einer Feuerwehr in der Wasserburger Turnerschaft aus. Hinzu kam, dass sich bei diesem Brand herausgestellt hatte, dass die Ausrüstung der örtlichen Feuerwehr nicht mehr den Bedingungen standhalten konnte und verwahrlost war. Die Leiter waren brüchig, Einreißhaken morsch und von den Leinenkübeln waren viel zu wenig vorhanden, mit denen das Wasser von Hand zu Hand gereicht wurde. Aber selbst diese Zustände überzeugten in Nonnenhorn nicht.

Die Freiwillige Feuerwehr lädt am Samstag zum Jubiläumsfest ein

Erst als ein Kaminbrand bei dem Gemeindevorsteher Konrad Forster entfachte und die München-Aachener Feuerwehrversicherung ein Spritze spendete, entschlossen sich die Nonnenhorner für die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Für diesen Anlass kamen am 14. Dezember 1968 schließlich 18 Nonnenhorner, inklusive Konrad Forster im Wirtshaus „Zur Kapelle“ zusammen. Ab da zählte die Freiwillige Feuerwehr in Nonnehorn als zwölfälteste Landfeuerwehr im Königreich Bayern.

Die Uniform beschränkte sich zu Beginn auf eine Lederkappe nach französischem Muster. Die Ausrüstung für Brandlöschungen bestand damals lediglich aus schlichten Pflügleitern, der gespendeten und doch zeitgemäßen Spritze, einer hundertjährigen veralteten Spritze sowie aus einer dritten, aus dem Besitz des Gemeindevorstehers Konrad Forster, der dann auch zum Feuerwehrvorstand gewählt wurde. Ihre Übungen führten sie im Sommer um 4 Uhr morgens durch. Sieben Jahre später stockten sie ihr Löscharsenal mit einer weiteren Spritze auf. Durch die Vergrößerung waren sie dann verpflichtet ein Spritzenhaus am See zu errichten, welches wiederum 29 Jahre später mit einem Feuerwehrhaus ersetzt wurde. Inzwischen war die Mannschaft statt mit Lederkappen mit Messinghelmen ausgestattet.

Während des zweiten Weltkrieges mussten die Feuerwehrmänner im wehrpflichtigen Alter dem Militär Dienste leisten. Als das 50-jährige Jubiläum am 14. Dezember 1918 anstand, gab es zwar ein Grund zur Freude, dennoch feierte man das Jubiläum erst ein Jahr später. Denn in diesem Zeitraum kehrte gerade das deutsche Heer in die ausgehungerte Heimat zurück. Bei dem Fest hielten schon damals Bürgermeister, Vorstand und der Kommandant Festreden. Außerdem wurde zu dieser Zeit die Nonnenhorner Feuerwehr Mitglied des Bodensee-Feuerwehr- und des Bayerischen Landesverbandes.

Und auch zum 60-jährigen-Jubiläum hatte die Feuerwehr in Nonnenhorn allen Grund zu feiern. Bis dato löschten sie mehr als 30 Brände, darunter 15 Totalbrände. Mit einer vorausgehenden kirchlichen Feier, Unterhaltung des Musikvereins, Frühschoppen und einem Festzug „konnte sich die Gründungsfeier sehen lassen“, heißt es in dem Zeitungsartikel.

Das Jubiläumsfest

Und nun zum 150-jährigen Jubiläum lädt der heutige Kommandant Uwe Burgtorf im Namen der Freiwilligen Feuerwehr alle ein, mit ihnen das langjährige Bestehen und die Erfolge zu feiern. Das Fest findet am Samstag, den 21. Juli ab 17 Uhr am Landessteg in Nonnenhorn statt. Auch zu diesem Anlass werden Bürgermeister Rainer Krauß, Pfarrer Ralf Gührer, Kreisbrandrat Friedhold Schneider sowie Kommandant Uwe Burgtorf eine Festrede halten. Außerdem wird der neue Mannschaftstransportwagen eingeweiht. Und während die Musikkapelle Hiltensweiler für die musikalische Umrahmung sorgt, dürfen sich die Gäste Braten und Wurstsalat schmecken lassen.