SONDERVERÖFFENTLICHUNG: UNFALL WAS TUN IM SCHADENSFALL?

27.07.2017 (Aktualisiert 09:00 Uhr)
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Ihr Recht nach einem Verkehrsunfall

Der ZDK informiert über Rechte und Pflichten im Fall eines Haftpflichtschadens

Achtung: Unfall. FOTO: DJD/ITZEHOER-VERSICHERUNG
Damit die Schadensabwicklung nach einem Unfall reibungslos verläuft, gibt der Zentralverband des deutschen Kfz-Gewerbes sechs Tipps zu Ihren Rechten und Pflichten im Schadensfall (Haftpflichtschaden).

1. Sie können die Werkstatt selbst bestimmen.

Sie dürfen Ihr Fahrzeug in einer von Ihnen ausgewählten Werkstatt reparieren lassen – Versicherungen haben kein Recht, Ihnen eine andere Werkstatt vorzuschreiben. Wer Sie das ganze Jahr über im Service gut berät und bedient, wird das auch im Falle eines Unfalls tun.

2. Sie können bei einem unabhängigen Sachverständigen ein Gutachten in Auftrag geben.

Es steht Ihnen grundsätzlich frei, einen Sachverständigen Ihrer Wahl zur Beweissicherung und zur Feststellung von Schadensumfang, Schadenshöhe, Wertminderung, Restwert, Wiederbeschaffungswert und voraussichtlicher Reparaturdauer zu beauftragen.

Die Kosten für das Gutachten hat die Versicherung des Schädigers grundsätzlich zu übernehmen. Das erstellte Gutachten kann auch als Grundlage Ihrer Abrechnung mit der Versicherung herangezogen werden, wenn Sie z. B. Ihr Fahrzeug nicht reparieren lassen wollen, sondern stattdessen mit dem von der Versicherung ausgezahlten Geld ein anderes Fahrzeug erwerben wollen. Wenn Sie keinen Sachverständigen kennen, kann Ihnen Ihre Werkstatt bei der Auswahl behilflich sein.

Bei einem Bagatellschaden (Schadenshöhe maximal 500 bis 770 Euro) werden keine Gutachterkosten übernommen. Da reicht in der Regel als Schadensnachweis eine Reparaturkalkulation Ihrer Fachwerkstatt aus.

3. Sie können ein Ersatzfahrzeug mieten.

Ist Ihr Auto nach einem Unfall nicht mehr fahrbereit und muss schadensbedingt zur Reparatur in der Werkstatt verbleiben, können Sie für diesen Zeitraum grundsätzlich einen Mietwagen beanspruchen.

Aber: Wegen zum Teil erheblicher Preisunterschiede kann es unter Umständen sinnvoll sein, Preisvergleiche anzustellen, da bei Anmietung zu überhöhten Preisen die Mietwagenkosten nicht immer vollständig von der Versicherung zu übernehmen sind.

4. Sie können sich einen Rechtsanwalt nehmen.

Zur Ermittlung und der Durchsetzung Ihrer Ansprüche können Sie einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens beauftragen. Die Kosten hierfür hat die Versicherung des Schädigers grundsätzlich zu übernehmen.

5. Totalschaden – Sie können reparieren oder verkaufen.

Sind die Reparaturkosten höher als der Wiederbeschaffungswert, können Sie Ihr Auto trotzdem in Ihrer Fachwerkstatt reparieren lassen. Wichtige Bedingungen sind, dass die veranschlagten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert nicht mehr als 30 Prozent übersteigen und dass Sie das Fahrzeug weiter nutzen wollen. Lassen Sie das Fahrzeug im Totalschadensfall nicht reparieren, haben Sie Anspruch auf Ersatz in Höhe des Wiederbeschaffungswertes – abzüglich des Restwertes Ihres Fahrzeuges und der im Wiederbeschaffungswert enthaltenen Mehrwertsteuer.

6. Sie können die Zahlung vereinfachen.

Zur Erleichterung der Zahlungsabwicklung können Sie von der Werkstatt Ihres Vertrauens vorgehaltenen Formulare „Reparaturkosten Übernahmeerklärung“ und/oder „Sicherheitsabtretung“ verwenden, da die Versicherung bei Vorlage dieser Erklärungen in der Regel die Reparaturkosten direkt an die Fachwerkstatt auszahlen kann.

Dadurch können Sie es vielfach vermeiden, für die Reparaturkosten in Vorleistung treten zu müssen.

Kaskoschaden: Was passiert, wenn Sie den Unfall selbst verursacht haben?

Wenn Sie bei einem vollständig oder zum Teil selbst verschuldeten Unfall Ihre Kaskoversicherung in Anspruch nehmen, ergeben sich Ihre Rechte aus Ihrem Versicherungsvertrag. Diese können erheblich von den oben dargestellten Rechten im Haftpflichtschadensfall abweichen.

Insbesondere ist hier ein Weisungsrecht Ihres Versicherers zu beachten: setzen Sie sich daher unverzüglich mit Ihrer Versicherung in Verbindung.

Aber auch hier gilt: Sie haben das Recht, die Werkstatt Ihres Vertrauens selbst zu wählen und mit der Reparatur zu beauftragen, sofern der Kaskovertrag ausdrücklich nichts anderes bestimmt. (ProMotor/ZDK)

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Richtig handeln bei einem Verkehrsunfall

2016 so viele Unfälle wie nie seit der Wiedervereinigung

Verkehrsunfall mit Blechschaden, zwei Frauen tauschen Papiere aus. FOTO: ECKART SEIDL, DJD
Verkehrsunfall mit Blechschaden, zwei Frauen tauschen Papiere aus. FOTO: ECKART SEIDL, DJD
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war 2016 das unfallreichste Jahr seit der deutschen Wiedervereinigung. Die Polizei nahm rund 2,6 Millionen Unfälle auf, 2,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die gute Nachricht: Bei den meisten Unfällen blieb es bei Sachschäden, die Zahl der Verkehrstoten ging sogar auf den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren zurück.

Wer mit einem Unfall konfrontiert wird, ist oft geschockt oder aufgeregt. In erster Linie sollte man an der Unfallstelle einen kühlen Kopf bewahren Denn dadurch kann man sich und andere Verkehrsteilnehmer schützen. Thiess Johannssen von den Itzehoer Versicherungen sagt: „Oberstes Gebot ist, dass man sich nie unerlaubt von einem Unfallort entfernen darf.“ Zudem sei bei jedem Unfall mit Verletzten der Rettungsdienst unter der Rufnummer 112 zu verständigen. Trotz der Stress- und Ausnahmesituation sollte jeder Verkehrsteilnehmer die wichtigsten Schritte verinnerlicht haben.

„Zum Schutz aller Beteiligten sollte die Unfallstelle zunächst ordnungsgemäß abgesichert und dabei die eigene Sicherheit nicht vernachlässigt werden“, erklärt Johannssen. Das heißt: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste überziehen und unter Beachtung des fließenden Verkehrs das Warndreieck in einer Entfernung von mindestens 100 Metern aufstellen. Verletzte sollten in jedem Fall angesprochen und gegebenenfalls in die stabile Seitenlage gebracht werden. Zur Hilfeleistung gehöre auch, einen Notruf abzusetzen: Angaben zu Beteiligten, Unfallort und -hergang helfen der Rettungsleitstelle, die Situation richtig einzuschätzen. (djd)

So handeln Sie richtig

Anhalten: Jeder Unfallbeteiligte ist gesetzlich dazu verpflichtet, vor Ort zu bleiben, damit seine Personalien aufgenommen werden können.

Unfallstelle absichern:
Warnblinkanlage einschalten, Warnweste überziehen und unter Beachtung des fließenden Verkehrs das Warndreieck in einer Entfernung von mindestens 100 Metern aufstellen.

Helfen: Wer nicht hilft, macht sich strafbar. Verletzte sollten in jedem Fall angesprochen und gegebenenfalls in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Notruf absetzen:
Angaben zu beteiligten Personen, Unfallort und -hergang helfen der Rettungsleitstelle, die Situation richtig einzuschätzen. djd

Die Werkstatt kümmert sich

Rundumservice im Fachbetrieb

Fachwerkstätten kümmern sich um die komplette Schadensabwicklung nach einem Unfall. FOTO: AXA
Fachwerkstätten kümmern sich um die komplette Schadensabwicklung nach einem Unfall. FOTO: AXA
Wer sein Fahrzeug nach einem Unfall in eine Werkstätte oder ein Autohaus bringt, kann in der Regel den Kfz-Experten die Schadensreparatur und -abwicklung überlassen.

Bei einem Haftpflichtfall – jemand ist einem ins Auto gefahren, man trägt daran keine Schuld – kann man mit der Werkstatt eine Antrittserklärung abgeben. In diesem Fall holt sich die Werkstatt die Reperaturkosten von der Versicherung des Unfallgegners. Viele Autohäuser und Werkstätten empfehlen auch, einen Rechtsbeistand hinzuzuziehen, was die Schadensabwicklung mit der Versicherung oft sehr vereinfacht. Die Werkstatt beauftragt auch Sachverständige, die den Unfallschaden bewerten und sie kümmert sich außerdem gegebenenfalls um einen Ersatzwagen für den Kunden.

In der Regel muss der Kunde also nur das Auto vorbeibringen, die Werkstatt kümmert sich um alles andere und der Kunde braucht im Anschluss nur sein repariertes Fahrzeug wieder abzuholen. (cs)
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