Komfort im Auto trotz Sommerhitze

Gut zudecken: Solche Matten zum Einklemmen in die Fenster schützen im Winter nicht nur gegen vereiste Scheiben, sondern mindern im Sommer auch die Hitze im Innenraum. FOTO: SILVIA MARKS
Klimaanlagen sorgen nicht nur für den Komfort der Insassen, ein gutes Klima kommt auch der Konzentration des Fahrers entgegen. Aber kühle Luft kostet Kraftstoff, denn der Kältekompressor bezieht die Energie dafür vom Motor. Wie viel mehr Sprit der Motor braucht haben wir an ausgewählten Modellen gemessen.

Kühlung kostet Energie – welcher Zuschlag wird fällig, wenn an einem üblichen Sommertag bei beispielsweise 25° Celsius Außentemperatur die Klimaanlage mitläuft? Angaben in Prospekten und Datenblättern sucht man dazu vergebens, was angesichts der Diskussionen um Energie und CO2-Bilanzen verwundert. Anlass für den ADAC, ein ausgewähltes Automodell mit unterschiedlicher Klimaanlagen- Technik auf einen speziell eingerichteten Prüfstand zu stellen.

Anhand eines standardisierten EU-Klimaanlagen-Fahrzyklus hat der ADAC Fahrten innerorts und außerorts nachgestellt. Dabei wurde bei einer Außentemperatur von 25° C der Innenraum mittels 15° C Luftaustrittstemperatur an den Düsen auf etwa komfortable 22° C Innenraumtemperatur heruntergekühlt. Gemessen und verglichen wurde der Verbrauch jeweils bei aus- und eingeschalteter Klimaanlage.

In welcher Größenordnung liegt also der Komfort-Zuschlag bei eingeschalteter Klimaanlage? Eine pauschale Antwort dazu gibt es nicht, die Mehrkosten sind in der Praxis sehr stark von diesen Voraussetzungen abhängig:
♦ Fahrzeug-Größe und damit auch Größe des zu kühlenden Innenraums
♦ Verglasung
♦ Gewünschtes Temperatur-Niveau
♦ Fahrzeug-Einsatz (Stadt, Langstrecke)
♦ Motorisierung
♦ Technik der Klimaanlage bzw. des Kältekompressors

Einfache Klimaanlagen-Systeme kühlen zunächst grundsätzlich bis auf das Temperatur-Minimum hinunter. Um dann die vom Nutzer gewünschte Temperierung zu erreichen, wird vor den Luftaustrittsdüsen wieder Warmluft aus dem Heizungs-Wärmetauscher zugemischt. Eine billige Technik, die aber alles andere als ökonomisch geschweige denn ökologisch ist.

Vernünftiger mit der Energie gehen Klimaanlagen bzw. deren Kompressoren um, die mittels spezieller technischer Auslegung und elektronischer Steuerung exakt soviel leisten, wie im Moment gerade an Kälte gebraucht wird. Diese Technik – Klimaautomatik und Kompressor mit variabler Förderleistung – findet man inzwischen auch schon bei einigen Kleinwagen.

Dies spiegelt sich dann auch im Ergebnis wieder: Pro einhundert Kilometer liegt der Verbrauch zwischen 0,36 Liter oder 0,49 Liter, je nach Klimaanlagenausführung: Das Diagramm illustriert die Bandbreite des Mehrverbrauchs bei dem hier untersuchten Skoda Octavia 1.6 Benziner deutlich. Klimaanlage aus - Fenster runter: An heißen Tagen wird das nicht ausreichen, um im Fahrzeug-Innenraum ein akzeptables Temperatur-Niveau zu halten. Zudem kann es bereits ab etwa 50 km/h im Innenraum recht laut und turbulent werden.

Trotzdem ist die Frage nicht uninteressant, wie viel Sprit ein geöffnetes Seitenfenster kostet. Die ADAC-Techniker haben es gemessen: Bei Geschwindigkeiten zwischen 80 km/h und 100 km/h mit beiden geöffneten Seitenfenstern lag der Mehrverbrauch bei rund 0,2 l/100 km.