Industrie- und Handelskammer Schwarzwalds-Baar-Heuberg verabschiedet Dieter Teufel

Nach 20 Jahren gibt Dieter Teufel das Amt als Präsident der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg in jüngere Hände ab. Unser Bild zeigt Teufel (rechts) mit seiner Nachfolgerin Birgit Hakenjos-Boyd und IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez.                  FOTO: GERARDS
Eine Zäsur hat die Industrie- und Handelskammer Schwarzwalds-Baar-Heuberg in dieser Woche erfahren: Nach zwei Jahrzehnten an der Spitze hat ihr Präsident Dieter Teufel sein Amt in jüngere Hände übergeben. Seine Nachfolgerin ist die Unternehmerin Birgit Hakenjos-Boyd aus Villlingen-Schwenningen.

REGION (sz) - Mit dem Wechsel endet nichts weniger als eine Ära - 20 Jahre; so lange hat kein Präsident die regionale IHK geführt. Er habe im vergangenen Jahr eine kluge Entscheidung getroffen, sagte Teufel bei seinem Abschied nach der Vollversammlung am vergangenen Mittwoch: „Man muss gehen, so lange der eine oder andere das noch bedauert.“ Es sei Zeit für einen Stabwechsel gewesen.
Als Fotos noch schwarz-weiß waren: IHK-Präsident Dieter Teufel zeichnet Ministerpräsident Erwin Teufel und den Unternehmer Jakob Marquardt aus Rietheim-Weilheim mit der IHK-Ehrennadel in Platin aus (v.l.). Rechts im Bild: de damalige IHK-Hauptgeschäftsführer Rudolf Kubach. FOTO: C. HELLWEG
Als Fotos noch schwarz-weiß waren: IHK-Präsident Dieter Teufel zeichnet Ministerpräsident Erwin Teufel und den Unternehmer Jakob Marquardt aus Rietheim-Weilheim mit der IHK-Ehrennadel in Platin aus (v.l.). Rechts im Bild: de damalige IHK-Hauptgeschäftsführer Rudolf Kubach. 
FOTO: C. HELLWEG
Der Neujahrsempfang 2013 in der Messehalle in Schwenningen mit 2700 Gästen und dem Ehrengast Angela Merkel gehörte zu den Höhepunkten in Dieter Teufels Amtszeit als IHK-Präsident.
Der Neujahrsempfang 2013 in der Messehalle in Schwenningen mit 2700 Gästen und dem Ehrengast Angela Merkel gehörte zu den Höhepunkten in Dieter Teufels Amtszeit als IHK-Präsident.
Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Das Präsidentenamt ist ein Ehrenamt, mit dem man keinen Cent reicher wird. Aber mein Leben hat es bereichert.“ Die IHK ernannte ihn wegen seiner zahlreichen Verdienste zum Ehrenpräsidenten.

„20 Jahre vergehen wie im Flug“, sagte beim Stabwechsel in der IHK-Zentrale am Villinger Romäusring. Zu seinem Abschied hob er zwei Dinge hervorh: Zum einen habe er es mit seinem Präsidium geschafft, den Mitgliedsbeitrag um die Hälfte zu reduzieren: „Wir waren die erste IHK, die 1999 eine Beitragsrückerstattung gemacht hat“, sagte er. Umgerechnet 350 000 Euro seien damals an die Unternehmen zurück geflossen.

Der frisch gebackene IHKPräsident. FOTO: PRIVAT
Der frisch gebackene IHKPräsident. 
FOTO: PRIVAT
Damit erinnerte er an seinen Start 1998, als er Sprecher einer Gruppe von „IHK-Erneuerern“ war, die sich in der damaligen Vollversammlung überraschend durchsetzte. Er löste seinerzeit Michael Ungethüm ab, ebenfalls aus Tuttlingen. Zu Teufels Neuerungen gehörten auch die Neujahrsempfänge der IHK mit prominenten Gastrednern - das größte Star-Potenzial hatte sicherlich Bundeskanzlerin Angela Merkel, die 2013 in die Schwenninger Messehalle. kam.

Da hatte sich ausgezahlt, dass Dieter Teufel immer auf einen guten Draht zur Politik setzte (und dass der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Volker Kauder, auch aus der Region kommt). Gleichwohl legte Teufel in seiner Abschlussrede Wert auf die feststellung, dass es ihm „nie um billigen lobbyismus“ gegangen sei, sondern um „ehrliche Beratung.“ Es sei „schon immer wichtig gewesen, die richtigen politischenvertreter auf seiner seiner Seite und in seiner Region zu haben.“ Als Beispiele nannte er neben Kauder den Altministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Erwin Teufel, oder den langjährigen Bundestagsabgeordneten Ernst Burgbacher von der FDP.

Dieter Teufel

• Jahrgang 1951, verheiratet, vier Kinder, lebt in Tuttlingen

• Zur Steuerberatung zugelassen und seither in Tuttlingen selbständig tätig seit 1. Januar 1976

• Zur Rechtsberatung zugelassen seit Juni 1980; Mitglied der Rechtsanwaltskammer Tübingen. Zugelassen bei allen Amtsgerichten.

• Langjähriger geschäftsführender Gesellschafter von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.

Ehrenamtliche Engagements:

• Bis 2018 Präsident der Industrie-und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg.

• Mitglied der DIHK-Vollversammlung (Deutscher Industrie- und Handelskammertag). Ordentliches Mitglied und Mitglied im engeren Beirat des DIHK-Finanz- und Steuerausschusses.

• Aufsichtsrat und stellvertretender Aufsichtsrats-Vorsitzender der Volksbank Donau-Neckar eG

• Hochschulratsmitglied der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Villingen-Schwenningen (beendet) und Kuratoriumsmitglied der Fachhochschule Furtwangen

• Vom Bundeswirtschaftsministerium berufenes Mitglied des Beraterkreises Mittelstand der Kreditanstalt für Wiederaufbau.
Volksbank Schwarzwald-Donau-Neckar eG

Stets ein offenes Ohr für den Mittelstand

Dieter Teufel mit seinen Söhnen Markus, Nico und Felix (v.l.) sowie Ehefrau Edelgard bei der Verleihung der Wirtschaftsmedaille des Landes im Jahre 2008; Tochter Carina hielt sich seinerzeit im Ausland auf. FOTOS: ARCHIV
Dieter Teufel mit seinen Söhnen Markus, Nico und Felix (v.l.) sowie Ehefrau Edelgard bei der Verleihung der Wirtschaftsmedaille des Landes im Jahre 2008; Tochter Carina hielt sich seinerzeit im Ausland auf. FOTOS: ARCHIV
Der Mittelstand hatte (und hat nach wie vor) in Dieter Teufel stets einen eloquenten Fürsprecher.

REGION (sz) - „Die vielfältigen und verantwortungsvollen Ehrenämter sind nicht Selbstzweck, sondern entspringen auch dem Wunsch, den Mittelstand – dem ich mich in besonderer Weise verbunden fühle – nicht nur im Einzelfall der Mandatssituation, sondern insgesamt zu fördern“, ist Teufels Leitlinie. In seiner Präsidentschaft galt die Maxime: „Auch und gerade die kleinen Mittelständler möchte ich nach wie vor ganz persönlich betreuen und den laufenden Kontakt halten. Nur wer deren Sorgen täglich erfährt, kann sich für ihre Interessen überzeugt und informiert einsetzen.

Nicht zuletzt für dieses Engagement hat Teufel im Jahre 2011 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Die Ehrung durch den damaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Stefan Mappus (CDU), fand im Rahmen des Neujahrsempfangs der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg statt.

„Dieter Teufel hat sich sich in herausragender Weise um die regionale Wirtschaft und um die Berufs- und Hochschulausbildung in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg verdient gemacht. Als IHK-Präsident hat er Maßstäbe gesetzt und zählt zu den erfolgreichsten IHK-Präsidenten in Baden-Württemberg“, sagte der Ministerpräsident im Januar 2011 seiner Festansprache.

Erfolgsmodell Bündnis für Arbeit

Die Wirtschaftsmedaille verlieh dem IHK-Präsidenten der damalige Landeswirtschaftsminister Ernst Pfister (rechts).
Die Wirtschaftsmedaille verlieh dem IHK-Präsidenten der damalige Landeswirtschaftsminister Ernst Pfister (rechts).
Dieter Teufel, so Mappus weiter, setze sich in seiner Funktion als ehrenamtlicher IHK-Präsident seit vielen Jahren für die Entwicklung der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg ein. Besonders am Herzen liege ihm neben der Wirtschaftsförderung vor allem die Ausbildung junger Menschen in den Betrieben vor Ort.

Insbesondere das regionale Bündnis für Ausbildung, das die IHK zusammen mit der Handwerkskammer Konstanz und den Agenturen für Arbeit Rottweil und Villingen-Schwenningen auf den Weg gebracht habe, sei zu einem „Erfolgsmodell“ Ministerpräsident Stefan Mappus erinnerte an die Fülle von Projekten und Initiativen der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg unter der Präsidentschaft Teufels. Beispielhaft erwähnte er die IHK-Azubi-Akademie, die bestehenden Partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben und das Qualitätssiegel für ausbildungsfreundliche Schulen.

Hinzukommen würden Projekte in Kindergärten und Schulen, die zum Ziel hätten, junge Menschen für Technik zu begeistern. Das Dienstleistungsangebot der IHK sei dank des Engagements von Dieter Teufel „zukunftsorientert ausgebaut, neu strukturiert und gestrafft“ worden. Damit stehe die Kammer vor allem auch Existenzgründern mit Rat und Tat zur Seite.

„Sie haben die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg als erfolg- und segensreiche Institution maßgeblich mitgeprägt“, betonte der Politiker. Teufel habe sich insbesondere für die jungen Menschen in der Region in hohem Maße engagiert und damit „wichtige Pfeiler für die Sicherung des beruflichen Nachwuchses geschaffen.“ Teufel setze sich mit Nachdruck für die wirtschaftliche Entwicklung der Region und ganz Baden-Württembergs ein. „Ihr vielfältiges Engagement“ so Mappus damals abschließend, „verdient Respekt und Anerkennung.“

Die Nachfolgerin

REGION - Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg hat in ihrer konstituierenden Sitzung Birgit Hakenjos-Boyd mit überwältigender Mehrheit zur neuen Präsidentin gewählt. Sie ist Geschäftsführerin von Hakos Präzisionswerkzeuge Hakenjos GmbH in Villingen-Schwenningen.

Birgit Hakenjos-Boyd wurde 1965 in Villingen-Schwenningen geboren, ist verheiratet und hat einen 19-jährigen Sohn. Nach der Fachhochschulreife machte die Unternehmerin eine Ausbildung zur Feinwerkmechanikerin an der Staatlichen Feintechnikschule, danach eine Ausbildung zur Industriekauffrau. 1996 erhielt sie ein Stipendium für Senior management Training in Tokio/Japan. Sie ist seit 1985 im elterlichen Unternehmen Hakos und durchlief die Stationen Produktion, Arbeitsvorbereitung und Verwaltung. 2002 übernahm sie die Geschäftsführung. Hakos fertigt Einzelteile im μ-Bereich, Spritzgießwerkzeug-Komponenten, Normalien und Sondergewindewerkzeuge. Das Unternehmen beschäftigt 65 Mitarbeiter inklusive zehn Auszubildende. 2017 setzte Hakos 6,8 Millionen Euro um, der Exportanteil liegt bei zwei Prozent. (ihk)
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