Bauland ist gefragt

Burgrieden wächst hinsichtlich von Bauplätzen und infolge davon an Einwohnern. Im Bild: Blick auf den „Stellwinkel".                 FOTO: KIECHLE
Die Erschließung von Bauland und insbesondere die Bebauung von Baulücken innerorts ist bereits im Jahr 1986 beim Amtsantritt von Bürgermeister Josef Pfaff ein Thema gewesen.

Daran hat sich bis heute nichts geändert, im Gegenteil, die Nachfrage nach Bauland hat sich zunehmend verstärkt. Vor allem auch Auswärtige wollen in der Gemeinde bauen, erklärt Bürgermeister Pfaff. Derzeit habe man eine Sondersituation. Es gebe in der Region viel zu wenig Bauplätze. Deshalb werde immer nur die eine Frage gestellt: „Kann man bei Ihnen einen Bauplatz kaufen?" Diesbezügliche Anfragen erreichen Pfaff fast täglich. Neben den günstigen Zinsen seien vor allem die gute Verkehrsanbindung und die hervorragenden wirtschaftlichen Bedingungen und damit verbundenen Arbeitsplätze die wesentlichen Gründe der starken Nachfrage nach Bauland.

Außerdem, so der Bürgermeister, sei Burgrieden für mögliche Bauherren auch deshalb besonders interessant, „weil wir eine attraktive Ortsmitte mit vielen Dienstleistungsangeboten haben". Die Verwaltung ist schon ein bisschen stolz, dass die Gemeinde in aller Regel auch die Nachfrage nach Plätzen in der Kleinkind- Betreuung befriedigen kann. Zur derzeitigen Bauplatzsituation nannte Josef Pfaff ein paar konkrete Zahlen. So sind derzeit in Rot im Baugebiet „Ulmer Kreuz" vier und im „Hinterfeld" in Bühl sieben Bauplätze zu haben, allerdings mit dem Vorbehalt, dass die Grundstücke im kleinsten Ortsteil Bühl nur an Einheimische verkauft werden sollen. In Rot gilt eine noch restriktivere Handhabung.

Um dem gestiegenen Bedarf in Burgrieden zu begegnen, beabsichtigt die Gemeinde, mit der Erschließung von Baugebieten im Gebiet Burgwiesen und/oder im Bereich Gassenberg in Hochstetten noch in diesem Jahr zu beginnen. Über den Umfang der Erschließung hat laut Pfaff der Gemeinderat noch keinen Beschluss gefasst. Insgesamt könnten im Endausbau jedoch mehr als 100 Bauplätze entstehen, die man wahrscheinlich aber nicht alle auf einmal erschließen wolle, auch wenn die Nachfrage wirklich riesig sei.

Seit Amtsantritt von Bürgermeister Josef Pfaff im Jahr 1986 sind insgesamt 381 Bauplätze verkauft worden, davon allein in Burgrieden 235, in Rot 87 und in Bühl 59. Das größte Baugebiet, das seit 1990 in sieben Bauabschnitten erschlossen wurde, ist „Am Nonnenberg" in Burgrieden mit bis jetzt 182 Baugrundstücken. Keinen Handlungsbedarf sieht man derzeit hinsichtlich der Erschließung von Baugelände für Gewerbe. Man habe im Gewerbegebiet „Beim Flugplatz" auf Gemarkung Bühl noch freie Flächen.

Dort finde sich jetzt schon eine bunte Mischung an Gewerbebetrieben, angefangen vom Handwerksbetrieb über die verschiedensten Dienstleistungsanbieter bis hin zum metallverarbeitenden Betrieb mit 60 Arbeitsplätzen. Derzeit gebe es eine Anfrage zur Ansiedlung eines Betriebes mit 30 Mitarbeitern. Außerdem beabsichtige eine bereits dort ansässige Firma ihre Produktionsflächen auszuweiten. Für Zufriedenheit der Verwaltung trägt auch die Infrastruktur bei. Vor allem freut es den Bürgermeister und seinen Gemeinderat, „dass die Gemeinde eine lebendige Ortsmitte hat mit allem, was man für den täglichen Brauch benötigt". So ist man auf dem Rathaus glücklich, dass man beispielsweise für den Lebensmittelmarkt und die Zahnarztpraxis einen Nachfolger gefunden hat. „Eine Apotheke fehlt uns leider, aber das ist voraussichtlich auch nicht zu ändern."

Wie schon bei den Haushaltsberatungen für das Jahr 2018 hervorgehoben, ist der Ausbau des Glasfasernetzes für die nächsten Jahre die wichtigste, millionenschwere Aufgabe, die aber so der Bürgermeister, eben auch eine Investition in die Zukunft ist. „Unsere Bürger werden langfristig einen Nutzen davon haben."

Bei einer weiteren Prognose dürfte Pfaff ebenfalls richtig liegen: Durch die künftige Bauland-Erschließung in größerem Ausmaß wird auch zusätzlicher Handlungsbedarf in Sachen „Kinderbetreuungsplätze" auf die Kommune zukommen. Die Kinderbetreuung ist für die Gemeinde ein ganz wichtiges Thema, das in den kommenden Jahren zunehmend alle beschäftigen wird. te


Gemeinsames Lernen

In der Rottalschule in Burgrieden sind auch Räume für die Kinderbetreuung untergebracht. FOTO: KIECHLE
In der Rottalschule in Burgrieden sind auch Räume für die Kinderbetreuung untergebracht. FOTO: KIECHLE
Die Kinderbetreuung ist für die Gemeinde ein ganz wichtiges Thema..

BURGRIEDEN - Derzeit gibt es im Kiga Sankt Alban und im Regenbogen-Kindergarten Sankt Martin in Burgrieden drei Krippengruppen mit Kindern bis drei Jahren sowie eine Gruppe des Körperbehindertenzentrums Oberschwaben (KBZO). Dort werden Jungen und Mädchen mit gewissen motorischen Einschränkungen betreut und gefördert.

Im Kindergartenbereich sind es in der Gesamtgemeinde, also einschließlich des Kindergartens Sankt Georg in Rot, sieben Gruppen. Etliche davon sind Ganztagesgruppen, dazu kommt noch eine gemischte Gruppe mit dem KBZO. Die Zusammenarbeit und Kooperation mit der Stiftung hat sich in Burgrieden längst bewährt, seit mehr als einem Jahrzehnt machen die Partner sehr positive Erfahrungen bei der optimalen Förderung von Kindern im Vorschulalter. Auch das gemeinsame Spielen und Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung wird unterstützt.

Sehr gut angenommen wurde die im Mai vergangenen Jahres in Betrieb genommene Kindertagesstätte „Villa Sonnenschein" in der Rottalschule mit einer KBZO-Gruppe für Kinder mit besonderem Förderbedarf oder einer Behinderung. In der Villa Sonnenschein werden nach Angaben der Leiterin der beiden Kinderkrippen, Julia Kneer, momentan 20 Kinder bis drei Jahre betreut.

Die Werkrealschule Rottal Burgrieden gehört in Bälde vollends der Vergangenheit an. Derzeit werden laut Bürgermeister Josef Pfaff in der 9. Klasse die letzten Schüler der Werkrealschule unterrichtet. „Ab Sommer 2018 haben wir dann nur noch die Grundschule Burgrieden, teils ein-, teils aber auch zweizügig." In der Vergangenheit konnte die Rottalschule Burgrieden schon etliche Auszeichnungen einheimsen. So erhielt sie für ihre ausgezeichnete Berufsweg-Planung 2009 das BoriS Berufswahl-Siegel. Zuletzt erhielt die Bildungsstätte im Rottal im Jahr 2016 für ihr sportliches Profil das Zertifikat „Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt".

Unterstützung und Förderung von Belangen und Interessen der Schülerschaft erfuhr die Schulfamilie von Seiten des Fördervereins der Grund- und Hauptschule Burgrieden, den Peter Thanner als Vorsitzender über viele Jahre hinweg mit Engagement geleitet und mit vielen Projekten lebendig gehalten hat. Der Rektor der Burgrieder Grundschule, Oliver Gutekunst, wurde im November 2016 von Schulamtsdirektorin Anna Sproll offiziell in sein Amt eingesetzt.

Die Grundschule Rot-Bihlafingen ist ziemlich konstant einzügig. Seit dem Schuljahr 1972/73 besteht die Grundschule als Schulverband der beiden Ortschaften Rot und Bihlafingen. Zurzeit werden rund 70 Schüler in vier Klassen unterrichtet. Beide Schulgebäude sind auf einem guten technischen Stand, und auch die Medienausstattung erfüllt die Ansprüche. Großer Wert gelegt wird auf eine gute und enge Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Eltern. Seit Juli 2016 leitet Stefanie Hochdorfer als Rektorin die GS Rot-Bihlafingen.

Eine Gemeinde ganz ohne Vereine – kaum vorstellbar. In Burgrieden, Rot und Bühl sind derzeit 35 Vereine, Institutionen und Gruppen registriert, 21 von ihnen stellen sich in einer aktuellen gemeindlichen Informationsbroschüre den interessierten Bürgern vor.

Die Vielfalt der Vereinsangebote ist beachtlich, ihr Bogen spannt sich von der nicht gerade alltäglichen „Artgerechten Pferdehaltung" über den mitgliedsmäßig kleinen „Förderverein für Kontakte zwischen Burgrieden und Donauschwaben" bis hin zum noch kleineren „Weiherpflegeverein Rot“, der sich um die Instandhaltung der Erholungsanlage auf Gemarkung Rot kümmert.

„Unsere ehrenamtlich geführten Interessengemeinschaften und Vereinigungen sind aktiv und bereichern das Leben in unserem Dorf ganz entscheidend", weiß Bürgermeister Josef Pfaff ihren Stellenwert zu schätzen. Er und sein Gemeinderat haben daher ein offenes Ohr für ihre Belange, beispielsweise in Form der Vereinsförderung nach bestimmten Richtlinien. te