Schulklassen informieren sich über Handwerksberufe

SONDERVERÖFFENTLICHUNG: HANDWERKSOFFENSIVE LINDAU

31.01.2018 (Aktualisiert 12:30 Uhr)
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Schulklassen informieren sich über Handwerksberufe

Die „Windprügler“ der NZ Ingerkingen sind ebenso dabei wie ...
580 Schüler haben sich zur diesjährigen Handwerksoffensive am 17. Februar angemeldet. Dieses Jahr findet die Veranstaltung der Kreishandwerkerschaft Lindau im Club Vaudeville statt. Dort können sich die Schüler über 21 Handwerksberufe informieren.

Von Viktoria Benz

LINDAU - Zum fünften Mal in Folge findet auch wieder in diesem Jahr die Handwerksoffensive der Kreishandwerkerschaft Lindau statt. „Im vergangenen Schuljahr gab es eine Nachfragesteigerung von 20 Prozent in den handwerklichen Ausbildungsberufen“, sagt Kreishandwerksmeister Uli Kaiser. Er hofft, dass sich die Nachwuchskraftwerbung durch die Veranstaltung auf die Jugendliche auch weiterhin positiv auswirkt. Denn zahlreiche Handwerker aus dem Landkreis engagieren sich ehrenamtlich, um die Vielfalt des Handwerks den Schülern näher zu bringen. Insgesamt werden 21 Handwerksberufe vorgestellt, darunter auch solche, die nur die wenigsten mit Handwerk in Verbindung bringen, wie zum Beispiel die Berufe des Zahn,- Veranstaltungs- und Medientechnikers. „Bislang haben sich Klassen der Mittelschulen und Realschulen aus dem Landkreis sowie aus dem Valentin-Heyder-Gymnasium angemeldet. Aber auch die Berufsintegrationsklassen nehmen das Angebot immer sehr gerne wahr“, sagt Kaiser.

Die Schüler dürfen das Handwerk vor Ort ausprobieren. FOTOS:OH
Innerhalb von zwei Stunden können sich die Schüler von 8.30 Uhr bis 13 Uhr im 30-Minuten-Takt an den einzelnen Berufsständen informieren und selbst das Handwerk ausprobieren. Um 10.30 Uhr besuchen auch Ehrengäste wie Oberbürgermeister Dr. Gerhard Ecker, Landrat Elmar Stegmann, Lindenbergs Bürgermeister Eric Ballerstedt sowie verschiedene Schulleiter die Informationsplattform. Die Besucher der Handwerksoffensive werden vom Club Vaudeville mit Getränken versorgt. Für hungrige Gäste gibt es Backwaren von der Bäckerinnung. Während sich die Schulklassen mit den Handwerkern vor Ort austauschen, haben die Lehrer die Gelegenheit, es sich im „Lehrercafé“ gemütlich zu machen. Uli Kaiser sagt: „Für uns ist es wichtig, dass sowohl die Schüler als auch die Lehrer durch die Veranstaltung einen breiten Einblick in das Handwerk bekommen.“

Berufe vor Ort

• Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima
• Bäcker, Bäckereifachverkäufer
• Elektroniker div. Fachbereiche
• Fliesenleger
• Friseur und Kosmetik
• Glaser
• Handwerkskammer Schwaben
• Informationstechniker
• Kfz Mechatroniker
• Maler und Lackierer
• Maurer
• Mediengestalter
• Metallbauer
• Parkettleger
• Raumausstatter
• Schneider
• Schreiner
• Spengler
• Steinmetz
• Veranstaltungstechnik
• Zahntechniker
• Zimmerer

Handwerksberufe haben Zukunft

Das Handwerk ist sehr vielfältig. Wer gerne selbst mit Kopf und Händen arbeitet, sich gegen Arbeitslosigkeit absichern möchte, Spaß am Handwerk hat und in Erwägung zieht, vielleicht einmal selbstständig zu werden, für den ist vermutlich ein Handwerksberuf die richtige Wahl.

Von Viktoria Benz

Handwerk ist vielfältig

Viele Menschen unterschätzen die Bandbreite des Berufsbildes im Handwerk. Tatsächlich gibt es in Deutschland über 130 als Ausbildungsberuf anerkannte Handwerksformen. Die Liste beinhaltet also nicht nur die Berufe, die man typischerweise mit dem Handwerk in Verbindung bringt, wie der Kfz-Mechatroniker, den Elektriker und den Zimmermann - sondern es gibt eine große Auswahl an Berufsbildern. Angefangen mit A-wie Autosattler, über I- wie Instrumentenbauer bis Z - wie Zahntechniker, findet jeder ein Handwerk, das einem Spaß macht.

Handwerk hat Zukunft

Das Gerücht, das Handwerk habe keine Zukunft - ist schlichtweg falsch. Es gibt zwar den einen oder anderen Beruf, der langsam „aussterben“ mag - wie zum Beispiel der Pinselmacher, der Hufschmied oder der Böttcher. Auf Dachdecker, Straßenbauer, Mechatroniker, Steinmetz usw. kann man aber auch in Zukunft definitiv nicht verzichten.
Bei der Handwerksoffensive im Club Vaudeville können sich Schüler über zahlreiche Handwerksberufe informieren. Fotos: oh
Handwerk ist abwechslungsreich

Fast kein anderes Berufsfeld befindet sich in einem so innovativen Wandel wie das Handwerk. Viele der Handwerksberufe gehören zu den innovativen Wachstumsbranchen, wie zum Beispiel der Elektriker. Während Elektriker früher überwiegend damit beschäftigt waren Schalter und Steckdosen zu verdrahten, müssen sie heute Smart-Homes aufbauen und einrichten können. Das bedeutet, dass Handwerker gefordert sind, sich dem Wandel anzupassen und durch Online-basierende Fernkurse oder Lehrgänge bei den Handwerkskammern sich weiterzubilden. So bewahrheitet sich auch nicht das Gerücht, die Tätigkeiten von Handwerkern seien einseitig und auf Dauer langweilig. Denn der technologische Wandel wirkt sich auf alle Branchen aus.

Handwerk bietet Aufstiegsmöglichkeiten

Jeder Handwerksberuf ist in Deutschland dreigliedrig aufgebaut. Sobald die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen ist, wird der Azubi zum Geselle. Je nach Unternehmen können sich Gesellen auch intern weiterbilden, wie etwa der Kfz-Geselle zum Servicetechniker oder Serviceberater. Für Gesellen gibt es dann noch die Möglichkeit sich zum Meister weiterzubilden. Ein Meister wird nicht nur besser entlohnt, sondern er kann sich selbständig machen und selbst Azubis ausbilden. Außerdem kann man mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrung auch ohne Abitur studieren. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, Theorie und Praxis in einem dualen Studium zu kombinieren.